Beiträge von Konzept91

    Finde ich schwer zu beantworten.
    Ich finde, es kommt wirklich auf die Art und Weise der Dominanz des Spielers an.


    Ich habe auch einen Spieler in meiner U8, der selbst in der U9 der beste Spieler ist..
    Ultra-dominant mit einem linken Hammer - aber eben auch unheimlich teamdienlich und spielintelligent (Ja, mit 7 Jahren!).
    Er bringt alle Spieler ins Spiel mit ein und jeder Spieler hat mehr Ballkontakte wenn er auf dem Platz steht.


    Bei sowas habe ich als Trainer auch kein schlechtes Gewissen, wenn er mit Abstand die meiste Spielzeit bekommt und die größte Verwantwortung hat.


    Wenn da jetzt ein Spieler ist, der überhaupt keinen Mehrwert für das Spiel darstellt, außer Weitschusstore, weil er der größte/dickste Spieler ist,
    dann ist das natürlich eine andere Sache.


    Da leidet dann wohl tatsächlich die Entwicklung der restlichen Mannschaft.

    Analog zum Konzept fehlt es den meisten Vereinen ja vorallem auch an einem klaren Ziel.


    Welches Ziel verfolge ich mit meiner Nachwuchsabteilung?


    Ein Dorfverein (NICHT abwertend gemeint), dessen Prämisse der Erhalt von möglichst vielen Jugendspielern im Verein darstellt - ohne dabei
    ein wirkliches sportliches Ziel zu verfolgen - sollte sich in seinem Konzept ja normalerweise DRASTISCH von dem des benachbarten Proficlubs unterscheiden.


    Und nur wenn ich ein Ziel habe, kann ich auch mittelfristig erkennen, ob eine Entwicklung da ist (die dann evtl. mit einem funktionierendem Konzept einhergeht).
    Ohne Ziel brauch ich auch kein Konzept.


    Und solch ein Ziel sollte heutzutage wirklich jeder Verein besitzen. Ansonsten ist das doch alles komplett unnötig.
    Ich bin ja eigentlich kein Fan von so genannten '' X-Jahresplänen'', aber hier macht sowas schon Sinn.


    Wenn ich als Verein im Jahr 2022 ausschließlich lizenzierte Trainer besitzen möchte, dann muss ich halt eben ein Konzept aufsetzen, dass inhaltlich festlegt nur noch Trainer einzustellen, die a) bereits eine Lizenz besitzen oder b) innerhalb eines Jahres eine erlangen müssen.


    Wenn ich als Verein in den nächsten 10 Jahren meine B- oder A-Jugend in die Verbandsliga bekommen möchte, dann muss ich eben
    für den Grundlagen/Aufbaubereich in meinem Konzept leistungsorientiertere Inhalte formulieren (3x Training/Woche; kleine, qualitativ starke Kader etc.)


    Bei Profivereinen geht es in den Konzepten ja darüberhinaus auch oftmals um gesellschaftliche Gepflogenheiten.
    So ist es in meinem Verein z.B. ''Pflicht'', dass die Spieler sämtliche Trainer die sie aufm Trainingsgelände treffen per Handschlag begrüßen.
    Oder eben die Außendarstellung: Gerade im Jugendbereich sehe ich immernoch sehr oft, dass Teams ohne einheitliche Kleidung in Schlabberklamotten zum Spiel/Turnier erscheinen.
    Wenn ich das ändern möchte, muss ich es in meinem Konzept formulieren und den verantwortlichen Trainern so kommunizieren.

    Da mein Benutzername ja wie die Faust aufs Auge zu diesem Thread passt, gebe ich auch mal meine Meinung hierzu ab!
    Ist mein erster Post hier - also erstmal ein Hallo an alle! :)


    Ich trainiere aktuell in der Jugend von einem 2. Bundesliga-Verein und da wird natürlich nach außen hin erstmal viel Wert auf ein einheitliches Ausbildungskonzept gelegt.


    Allerdings würde ich die Aussage


    "Wir haben ein Konzept, aber es wird nicht/kaum kontrolliert.


    durchaus unterschreiben.
    Ich glaube das gilt für die meisten Vereine.


    Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
    Ich habe mal bei RB Leipzig hospitiert und dort wird EXTREMST auf das Konzept geachtet - selbst in den jüngeren Bereichen.


    Aber generell ist es mit den Konzepten doch ähnlich wie mit dem Fußball-Stil heutzutage..
    ..Jeder strebt doch nach dem EINEN Optimum und daher ist sehr vieles heutzutage verwässert und standardisiert.


    So würde ich z.B. behaupten das 99% der Teams in ihrem Konzept die selben Dinge formulieren:


    - Bereits im Grundlagenbereich flach rausspielen
    - Spielsystem und Spielstil an die aktuelle Entwicklung im Profifußball anpassen
    - Hohen Wert auf Grundtechnik legen
    - Regionale Talente sichten und fördern
    - Identifikation mit dem Verein stärken
    - Gesellschaftliche Werte vermitteln und großen Wert auf Verhalten etc. legen


    Da noch von ''Konzept'' zu sprechen, halte ich für unpassend.
    Das sind für mich eher grundlegende Dinge, die Standard sein sollten in jedem Verein, der längerfristigen Erfolg anstrebt.


    Als wirkliches individuelles Konzept würde ich eher die folgenden (beispielhaften) Punkte sehen:


    - Life-Kinetik-Training in allen Altersbereichen
    - EIN klares System / ein klarer Stil in allen Großfeldjugendteams (siehe das 4-4-2 Angriffspressing bei RB Leipzig)
    - AUSSCHLIEßLICH überdurschnittliche athletische / schnelle / technisch versierte Spieler verpflichten
    - AUSSCHLIEßLICH deutsche / französische / englische / jamaikanische Spieler verpflichten (natürlich rein theoretisch..)
    - klare Regeln in Bezug auf Einfluss der Eltern


    Aber selbst WENN solche Dinge dann im Nachwuchskonzept klar definiert sind, ist es immernoch fraglich, ob dies dann auch regelmäßig geprüft wird.
    Für die Kontrolle fehlt oftmals die nötige Manpower (auch in Profivereinen); vorallem im Grundlagen- und Aufbaubereich...
    und bei der konsequenten Durchsetzung scheitert es oftmals an der Praxistauglichkeit.


    Das ist so zumindest meine Erfahrung.


    Also abschließend:
    Ein Konzept zu haben ist immer besser als keins zu haben.. aber WENN dann sollte es auch durchdacht und individuell sein!