Beiträge von mischo

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    In Niedersachsen (jedenfalls in meinem Kreis) wird für die G-Jugend das Ergebnis der "Spielnachmittage" nicht mehr veröffentlicht. Die F-Jugend spielt in "normalen" Meisterschafts- und Punkt-Runden. Die F-Jugend-Kinder (1. und 2. Klasse) messen sich selbst auf dem Schulhof in den Pausen anhand von Toren und Ergebnissen.

    Irgendwann hab' ich mich mal mit meinem Sohn (F-Jugend) darüber unterhalten. Er sagte, dass die Kinder die Tore sowieso mitzählen würden. Schließlich ginge es ja auch darum, mehr Tore zu schießen, als die andere Mannschaft.

    Das fand ich ziemlich einleuchtend. Irgendwie hat er das Ziel des Spiels knapp auf einen Nenner gebracht.

    Hat irgendwer eine wissenschaftlich untermauerte Begründung dafür, dass eine typische Wettkampfsportart erst ab einem gewissen Alter als solche betrieben werden sollte? Und wer legt eigentlich die Altersgrenze fest?

    Hallo Kohler,

    schön, dass es für Dich so gut gelaufen ist.

    Meine Realität sieht anders aus:

    F-Jugend in einer Großstadt. Väter größtenteils ehemalige Fußballer. Multikulturell. Absolut spielstarke Truppe, die letztes Jahr schon als obere F mitgespielt hat. 15 Kinder. Das ist auch die Obergrenze. Abgänge werden ersetzt, kein Kind wird, wenn es in dieser Mannschaft spielt, aussortiert oder nachträglich weggeschickt. Ausbildung gemäß der DFB-Richtlinien. Jedes Kind muß auch irgendwann mal auf jeder Position gespielt haben. Auch als Torwart.

    Jetzt spielt die Mannschaft immer noch obere F. Zwei Pflichtspiele, ein Turnier. Ergebnis: Turniersieg - und in den Pflichtspielen zwo Siege und 25:1 Tore.

    Und jetzt kommen die Eltern: Die Ersten hatten dann mal das Trainingsende vor den Sommerferien um zwei Wochen vorverlegt. Das "freiwillige" Trainingsangebot in den Ferien ("Wer weg ist, hat natürlich frei..." etc.) wurde wenig angenommen.

    Und jetzt bestehen Eltern darauf, dass Ihre Kinder nicht nur spielen, sondern gleich in der Startelf stehen. Nach acht Wochen Pause? Dann hast Du noch einen Co-Trainer, der gegen die Linie arbeitet. "Natürlich hast Du Recht, - aber willst Du Dir deeeen Streß antun? Lass' Ihn doch spielen... und so.)

    Das ist der aktuelle Stand dieser jungen Saison. Die letzte sah aus menschlicher Sicht katastrophal aus.

    Ein scheidender Vater unterstellte unterschwellig Pädophilie ("Jemand, der sich in seiner knappen Freizeit mit kleinen Jungs umgibt, kann doch gar nicht normal veranlagt sein".) Ein anderer Vater ging gleich auf den Schiedsrichter los.

    Alle brüllen rein, alle wissen es (was eigentlich?) besser. Aber: wehe es ist mal ein Tor zu tragen. Plötzlich sind alle weg.

    Oder der Vater, der beim vergangenen Turnier kurz vor dem Anpfiff des ersten Spiels mit seinem Sohn geredet hat. Fazit: Der Sohn, der bereits in Torwart-Klamotten steckte, warf die Handschuhe auf den Boden. Erklärung des Vaters: "Ich fühlte, dass er wohl nicht wirklich ins Tor wollte - und, obwohl es mir selber weh tat, wollte ich, dass er es lernt, endlich mal "NEIN" zu sagen..." Der Vater ist übrigens Herren-Trainer in der Kreisliga.

    Was soll das alles?

    Da hilft auch kaum noch ein Elternabend. Je höher der Anspruch, desto dicker das zu bohrende Brett.

    Schade. Und entschuldigung für's Volltexten.