Doch was zeichnet Ihn aus?
Das er vorm Tor die Buden macht, egal ob mit Gefühl einschieben, nach einem 1gg1 oder den Torwart ausspielen. Er brauch keine 3 Torchancen für die 1. Bude zu machen. Und vor allem: Selbstbewusstsein, er muss in sich und seine Fähigkeiten zu 120% vertrauen das er die Dinger auch in den schwierigen Situationen macht. Er denkt nicht viel nach und handelt intuitiv. Er muss die Situationen einfach riechen und spekuliert immer wieder auf die Pässe der Mitspieler aber genauso auf die Fehler der Gegner.
Was ist da noch wichtig: Zweikampfhärte in den 1gg1 Situationen, den unbändigen Willen sich durchsetzen und erfolgreich sein zu wollen, Schnelligkeit, eine sauber Ballverarbeitung
Kann ich aus jedem Spieler einen Knipser machen?
Kann ich mir nicht vorstellen, falls jemand ein Erfolgsrezept hat bitte her damit! Mir fehlt nämlich diese Saison eben dieser Killer vorm gegnerischen Tor
Ist es vor allem Kopfsache?
Ein Spieler der vor dem Tor immer nachdenkt wird zu viele Chancen vergeben weil er einfach zu lange braucht, von daher bedingt ja. Ich sage meinen Spielern immer "macht das was euch als 1. einfällt, denkt nicht zu viel drüber nach sondern spielt einfach Fußball"
Oder ist es Schußtechnik?
Ich sehe in einem torgefährlichen Spieler, bzw. Stürmer eher so einen Typ der immer wieder in den Strafraum eindringt, bzw. von seinen Spielern die Bälle durchgesteckt bekommt sodass er nur noch einschieben muss bzw. den Torwart umspielen. Eine richtige Technik für einen Schuss aus 25 Meter mit Gewalt aufs Tor zu bringen ist mit Sicherheit nicht verkehrt allerdings seh ich das nicht als Bedingung an, mehr das Ballgefühl wenn er den Ball mit der Innenseite spielt bzw. schiebt oder lupft.
Oder Geschwindigkeit?
Definitiv! Er sollte schneller als die Verteidiger sein sonst wird er nicht erfolgreich sein. Problem ist das man Schnelligkeit nur bedingt trainieren kann. Ein bissel kannst du immer aus jedem Spieler raus kitzeln mit gezieltem Training. Allerdings wird einer von 15 Sekunden auf 100m nie auf 11 Sekunden runter kommen sondern vllt. auf 13,5(und das sehe ich schon als durchaus ambitioniert an).
Was ist wichtiger?
Es muss einfach alles zusammen kommen und passen. Mit am wichtigsten sehe ich das der Spieler Vertrauen in sich selbst hat und auch das Vertrauen von seinem Trainer spürt. Das er weis wenn er doch mal ne Bude nicht macht oder en Durchhänger von 2-3 Spielen hat trotzdem noch weiterhin in der Startelf stehen wird und ihm nicht gleich der Prozess gemacht wird.
Und: Ändert sich das im Laufe eines Spielerlebens oder ist die Torgefährlichkeit eine fixe Spielereigenschaft?
Ich kenne einen Spieler, Jahrgang 97, der hatte jetzt in den letzten 1,5 Jahren beide Kreuzbänder je 1x durch. Er hat immer noch einen mortz Schuss, wenn er mit seinem Schuss den Ball aufs Tor bringt kann ihn kaum ein Torhüter direkt fest halten. Allerdings merkt man ihm auch an das er etwas von seiner Geschwindigkeit und seinem Selbstvertrauen eingebüßt hat. Zudem hat er in der Reha in meinen Augen zu wenig gemacht und geht Gefahr das eines der Kreuzbänder zum 2. Mal reißen wird.
Um auf deine Frage zu antworten: Ja! Auch durch die Pupertät kann hier mal ein positiver Schwung kommen, vllt. wird der ein oder andere Spieler auch das erste Mal richtig Selbstbewusst wenn er die erste Freundin hat. Genauso können wohl auch schlechte Leistungen in der Schule, Versagen einer Beziehung, Trauerfall in der Familie negative Auswirkungen haben.
Einmal Killer ist nicht unbedingt immer Killer.