Hallo Schumi,
die A-Lizenz ist ein DFB-Lehrgang, wenn ich richtig geschaut habe, gibt
es in Ruit (also beim wfv) 2014 keinen A-Lizenz-Lehrgang. Ich persönlich
war in Hennef, was zumindest vom Essen her deutlich besser als Ruit
war. Wenn da die ewig langen Treppen nicht wären,
die einen schon vor dem Training konditionell platt machen
, dann wäre es dort perfekt.
Zum Lehrgang:
Bei der A-Lizenz geht es fast nur noch um mannschaftstaktische Themen,
also vom 8vs8 zum 11vs11. Es werden fast nur Übungslehrproben gehalten,
die die Gruppen entsprechend vorbereiten. Große Spielformen, eigentlich
immer ein 8vs8 auf einem 2/3-Feld mit verschiedenen
Aufgabenstellungen (bspw. Spieleröffnung aus dem 4-4-2 flach gegen
4-4-2 mit Raute etc.)
Was die körperliche Belastung angeht, war die A-Lizenz die mit der
geringsten Anforderung (wenn da nicht die Treppen gewesen wären).
In der Theorie wurden immer die Lehrproben besprochen, dann wurde
allgemein zum Lehrproben-Thema philosophiert. Im Prinzip kreist bei der
A-Lizenz alles um die Praxis, das Thema Trainingslehre wird nur ganz am
Rande gestreift (Begründung: Wissen bereits bei
C- und B-Lizenz nachgewiesen), auch bei der Prüfung ist das der
einfachste Teil.
Schwierigster Teil der Prüfung ist die Lehrprobe. Taktische Fehler
erkennen, richtig unterbrechen, Lösungswege aufzeigen etc. Schwierig vor
allem deshalb, weil die Jungs die in der Lehrprobe spielen alles
relativ junge Exprofis (bei uns waren es 22, dazu noch 2 aktive
Regionalliga-Spieler und drei Nonames wie ich) sind, die in einem Tempo
spielen, das zumindest ich nicht von meinen Jungs gewöhnt bin.
Ziemlich
anspruchsvoll ist auch die mündliche Prüfung mit Videoanalyse. Es wird
einem eine Spielszene gezeigt, es geht darum zu erkennen, was falsch
gemacht wurde (ob offensiv oder defensiv musst du selber rausfinden).
Dann solltest du Lösungswege aufzeigen und erklären, mit welchen
Spielformen du in der Folgewoche diesen Fehler beheben würdest.
Anschließend geht es an die Taktiktafel, mögliche Fragestellungen: "Sie
treffen mit Ihrem Team am nächsten Spieltag auf einen Gegner, der in
diesem oder jendem System spielt, wo sind die Schwachstellen, mit
welchem System spielen Sie idealerweise gegen diesen Gegner?"
Das
hört sich jetzt vielleicht ziemlich schwierig an, aber man wird
eigentlich sehr gut auf die Prüfung vorbereiten, man lernt viel in den
Theorie- und vor allem in den Praxiseinheiten, alles was die Prüfer
fragen, wurde irgendwann im Laufe des Kurses auch mal in einer Lehrprobe
oder Theorieeinheit angesprochen. Aber was die Sache, zumindest für
mich, herrlich entspannt gemacht hat, war die Aussage, dass niemand wg.
fehlenden Eigenkönnen rausfliegt, also der Anspruch ans Eigenkönnen ist
bei der A-Lizenz nicht höher als bei der B-Lizenz. Ebenfalls zur
Entspannung trägt bei, dass man erstmals nicht unter dem Druck steht,
die magische 10-Punktegrenze zu erreichen, sondern "Vier gewinnt"
spielen darf.
Kurz zu mir, ich bin 46 Jahre alt, ich habe die
A-Lizenz mit 45 Jahren gemacht, die B-Lizenz mit 43 und die C-Lizenz mit
42 Jahren, ich habe als Torwart in der Bezirksliga gespielt. Als Trainer bin ich nur in der Jugend tätig. Es ist
also möglich, auch als Spätberufener, auch ohne Protektion eines Verbands oder großen Vereins diesen Weg zu gehen.
Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg. ![]()
