Beiträge von Anna

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Eigentlich habe ich ja nur geschildert, wie mein Sohn bis zur U14 von anderen gesehen und beurteilt wurde. Meine subjektive Wahrnehmung wollte ich gar nicht einbringen. Tut mir leid, wenn ich das doch gemacht habe. Ich wollte nur verdeutlichen, wie schnelll es abwärts gehen kann, wenn die körperliche Entwicklung ins Stocken gerät. Vielleicht ist es aber auch wirklich so, dass innerhalb kürzester Zeit alle guten Eigenschaften verloren gehen können.


    Und nein, ich denke nicht, dass er das Talent hat beim BVB oder Schalke zu spielen. Ehrlich gesagt mache ich mir auch keine Gedanken darüber. Aber ich denke sehr wohl, dass er das Talent und das Können hat, in seinem Verein und in seiner Mannschaft zu spielen.


    Natürlich haben wir ihm geraten zu wechseln. Aber wir haben immer gesagt, solange es mit der Schule klappt, darf er selbst bestimmen, wo und mit wieviel Aufwand er spielt. Und dieses Versprechen halten wir. Außerdem kann durch einen Wachstumsschub oder einen Trainerwechsel alles sehr schnell anders aussehen. Und wohin soll er wechseln? In jedem Dorfverein in unserer Gegend hätte er das gleiche Problem.


    Interessant für mich ist auch die Frage: Wie geht ein jetzt mental starker Leistungsträger damit um, wenn er plötzlich nicht mehr als Leistungsträger angesehen wird? Das kann leicht passieren, z.B. Verletzung, Trainerwechsel, Vereinswechsel. Steht er diese Zeit dann durch oder gibt er schneller auf, weil er Zurücksetzung nicht gewohnt ist?

    Sir Alex


    Wie erklärst du dann aber unseren Fall: Mein Sohn bekam in der E2 eine Einladung zum Probetraining bei einem damals Erstligisten, die wir aber nicht annahmen, weil der zu weit entfernt war. In der U13 fiel er wieder einem Bundesligisten auf, aber 12 Jahre war viel zu jung für ein Internat. Er hatte sich für den Stützpunkt qualifiziert, nicht weil dieser aufgefüllt werden sollte, sondern weil er dem damaligen Stützpunkttrainer sehr gut gefallen hat. Sein ehemaliger Nachwuchskoordinator im Verein, immerhin ein Fußballlehrer, und sein Trainer mit A-Schein hatten ihn in der U13 als einen von 2 Spielern der Mannschaft zur Vorauswahl der Verbandsauswahl geschickt. Er hat also zu dieser Zeit sehr auffällig gespielt, aber trotzdem ist er in der U14 auf der Bank gelandet. Und das nicht, weil die anderen besser spielen. Jetzt, nach 2 Jahren Benachteiligung spielt er auch nicht mehr auffällig. Aber ist das ein Zeichen von mentaler Schwäche, wenn man nach so langer Zeit einknickt? Für mich ist es eher ein Zeichen von Stärke, dass er sich das noch antut: 4x Training pro Woche, 1x Sondertraining, Wochenenden verplant, fast keine Freizeit. Ganz ehrlich, ich würde mir das nicht antun, ich hätte schon lange aufgegeben.


    Richtig zu tragen, kommt der Rae-Effekt doch erst in der C-Jugend. Da sind die Unterschiede wirklich enorm. Manche Spieler schätzt man auf 12, andere könnten locker als 18jährige durchgehen. Es ist noch nicht einmal die Größe, die den Unterschied macht. Es ist vielmehr der Entwicklungszustand, Kinderkörper gegen Männerkörper, Kraft gegen Schlacksigkeit. Wir haben einen Spieler in der Mannschaft, der ist nicht größer als mein Sohn. Aber er hat einen Männerkörper, zwar kurze Beine, aber dicke Oberschenkel, Muskeln überall und ein breites Kreuz. Und vor allem Kraft. Wenn es um das Durchsetzen geht: Wer hat es einfacher? Mann gegen Kind, oder Kind gegen Mann?


    Ist man wirklich mental stark, wenn man es immer einfach gehabt hat?

    Keller-Kicker


    Habe schon selbst gesucht, ob es ihn im Netz gibt. Wenn du den Titel , Autor und Stern bei google eingibst, findest du ihn. Ich will den Link hier nicht reinschreiben, weil ich nicht weiß, ob die Seite auf der man ihn findet, polititsch korrekt ist. Ich habe aber auch schon den Autor angemailt, ob man sie sonst wo noch findet. Wahrscheinlich findet man ihn auch noch auf www. stern.de.


    Der Autor ist in dieser Saison für einen türkischen Klub in Dortmund aufgelaufen. Er wollte wissen, warum sonntags immer häufiger auf den Fußballplätzen der Republik die Gewalt eskaliert.

    Schöner Beitrag im Moment auf Sport 1:


    Kaum zu glauben, aber auch Robert Lewandowski galt sehr lange als zu klein und schmächtig. Und damit als ungeeignet für den Profisport.

    Für mich wäre es eine gute Lösung, wenn der DFB verbindlich bestimmen würde, dass jeder gemeldete Spieler ausreichend Einsatzzeit bekommen muss. Aber man sieht ja, das selbst auf DFB - Ebene der kurzfristige Erfolg am wichtigsten ist. Warum durften (ausgerechnet im letzten Stützpunktjahr) einige den Leistungstest, den sie in den Jahren davor immer sehr gut absolviert hatten, nicht mehr machen? Und warum trifft das dann gerade die Kleinen?


    Unser Bekannter - zur damaligen Zeit selbst Trainer einer erfolgreicher A-Jugend Mannschaft - hat einmal einen Auswahltrainer gefragt, warum er keine Kleinen in seiner Mannschaft hat. Er antwortete, dass er sich mit anderen Landesverbänden messen müsse und mit den Großen Erfolge erzielen könne. Die Kleinen würden sich aber irgendwann sowieso durchsetzen.


    Meiner Freundin (ihr Sohn spielt in einem anderen Landesverband) wurde vom Auswahltrainer gesagt, ihr Sohn spiele sehr gut, wäre aber viel zu klein für die Verbandsauswahl.

    Mein Sohn spielt seit 4 Jahren bei einem sog. "Leistungs- und Traditionsverein", momentan in der C-Jugend Regionalliga. Er ist spät geboren und kam dazu auch noch 4 Wochen zu früh auf die Welt. Er ist momentan 1,66 m groß und wiegt 44 kg und ist damit den meisten seiner Mannschaftskameraden körperlich unterlegen. In seiner Schulklasse (9. Klasse G8 Gymnasium) fällt er größenmäßig gar nicht so aus dem Rahmen, aber im Fußball ist das ganz anders. Wir spielen meistens gegen Mannschaften, in deren Reihen Spieler mit über 1,80 m und teilweise 70 - 90 kg sind. Man hat den Eindruck, dass sich alle "Riesen" in Fußballmannschaften sammeln. Wir hatten in den ersten beiden Jahren in diesem Verein einen hauptamtlichen Jugendkoordinator, einen Fußballlehrer, der nur auf Technik, Können und Wollen gesetzt hat. Wir hatten überdurchschnittlich viele "Kleine" in allen Mannschaften, was allerdings bei den kleineren Vereinen in der Umgebung oft belächelt wurde, obwohl der Verein im Jugendbereich große Erfolge hatte, auch gegen Bundesligisten. Nachdem vor 2 Jahren die Jugendleitung wechselte und damit auch alle Trainer, hat sich das grundlegend geändert. Das heißt, es wurde vorwiegend auf Größe und Kraft gesetzt. Ein beliebter Spruch beim Scouting war damals: Der ist gut, der ist groß und kräftig. Für meinen Sohn bedeutete dies, dass er - früher einer der Leistungsträger der Mannschaft und hochgelobtes Talent - plötzlich auf die Bank degradiert wurde. Spielen tun die, die zwar groß sind, aber oft noch nicht einmal einen Pass über 5 m spielen können, die aber fähig sind, einen kleineren auch einfach mal wegzuschubsen. Leider stoßen diejenigen, wenn sie einmal gegen einen größeren oder auch gleichgroßen Spieler spielen müssen, oft an ihre Grenzen. Auf dem Stützpunkt hatten wir einen Trainer, der auf Können geachtet hat und nicht auf Größe. Dort gab es gemischt Kleine und Große. Auf Verbandsebene war und ist das dann aber schon anders. Im letzten Stützpunktjahr durften z.B. nur die Großen den Leistungstest machen, alle (!) Kleinen wurden nicht eingeladen, obwohl sie in den letzten Tests sehr gute Ergebnisse hatten und ja auch Teil des Stützpunktes waren. Ich denke, das war eine Vorgabe des Stützpunktkoordinators, der - in der Verbandsauswahlmannschaft erkennbar - auch ein Faible für die Großen und Kräftigen hat.


    Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, was das für einen Jungen in der Pubertät bedeutet, immer wieder wegen seiner Größe und Kraft zurückgestellt zu werden. Die Nichtachtung durch den Trainer bedingt auch eine Herabsetzung durch die größeren Mannschaftsmitglieder gegenüber den Kleineren. Lediglich ein Großer, der aber auch richtig gut Fußballspielen kann, verhält sich noch normal.


    Unser Trainer wird noch ein Jahr bleiben. Also noch ein Jahr Banksitzen. Mein Sohn will unbedingt in diesem Verein bleiben. Er hatte Einladungen zu Probetrainings bei einem anderen Regionalligisten und bei einem Drittligisten, aber nachdem er sich die Mannschaftsfotos angeschaut hatte, wollte er nicht mehr hin: "Da sind nur Große, da darf ich sowieso nicht spielen".


    Zu sagen ist noch, dass mein Sohn technisch sehr gut ist, er macht wöchentlich noch ein Zusatztraining mit 3 Spielern anderer Vereine, bei einem Fußballlehrer. Er ist immer im Mannschaftstraining, auch wenn am anderen Tag eine Klassenarbeit geschrieben wird und wir eine weite Anfahrt haben. Spielen tun dann aber andere, auch wenn sie die ganze Woche nicht im Training waren.


    Die letzte Beurteilung, die wir von unserem damaligen Jugendkoordinator bekamen, war: Ein genialer kreativer offensiver Mittelfeldspieler mit außergewöhnlichen Ideen. Und jetzt verliert er immer mehr an Selbstbewusstsein, was man - da muss ich auch ehrlich sein - allmählich seiner Spielweise anmerkt, wenn er dann mal für 10 -15 Minuten spielen darf. Er ist einfach nicht mehr mutig und sein Spielwitz geht immer mehr verloren. Jetzt werden viele von euch sagen, dann fehlt im sein Durchhaltevermögen und "ein wahres Talent setzt sich immer durch." Aber versetzt euch mal in seine Lage. Es kommt jetzt das 3. Jahr, indem er durch seine Physis so benachteiligt wird. Ich glaube, über so einen langen Zeitraum würde jeder sein Selbstbewusstsein verlieren.
    Er wird nicht klein bleiben. Sein Bruder ist 1,83 m groß, auch mein Mann ist über 1,80m groß und ich 1,68m. Mein Sohn hatte sich vor einem halben Jahr im Training den Arm gebrochen, beim Röntgen wurde dann festgestellt, dass seine Wachstumsfugen noch total offen sind. Er ist auch noch nicht in der Pubertät und folglich fehlt natürlich auch das Breitenwachstum der Muskeln und nicht zu vergessen - der Testosteron-Einschuss.