Beiträge von 1900G

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    Hallo ich habe vor 2 Jahren eine G2-Mannschaft als gleichberechtigter Co-Trainer übernommen und diese bis jetzt recht erfolgreich trainiert. Die Kinder sind als Sozialgefüge zusammengewachsen, haben sich im Training stets gut benommen und immer ehrgeizig versucht sich weiterzuentwickeln. Viele Spieler haben sich enorm verbessert und wir haben auch ständig neue Spieler erhalten, die sich problemlos in das Gefüge haben integrieren lassen. Ich hatte eine tolle Elternschaft und engagierte Betreuer, die mich sehr entlastet haben.


    Zur Rückrunde habe ich vorerst interimsweise eine D2-Jugend übernommen, die in der Leistungsstaffel um den Abstieg kämpft. Wir spielen 7+1 und haben derzeit nur noch 12 Kinder. Innerhalb der Mannschaft gibt es ein enormes Leistungsgefälle. Einige Kinder sind jahrgangsälter und könnten auch problemlos in der Folgesaison in der C1 untergebracht werden und haben dort auf mein Anraten im Winter schon ein Probetraining bestanden. Andere Kinder kamen vor der Saison aus der D4 und es mangelt ihnen an einfachen Fähigkeiten, wie der korrekten Ballannahme. In der Hinrunde wurde die Mannschaft deswegen oft zu Pflichtspielen durch D1 und E1 Spieler verstärkt. Dieser Praxis möchte ich ein Ende setzen.


    Nach dieser kurzen Einführung möchte ich zu den eigentlichen Problemen kommen: Die Mannschaft ist wie oben beschrieben vor der Saison aus Kindern unterschiedlicher Mannschaften zusammengewürfelt wurden und wird sich zwangsweise nächstes Jahr wieder aufbrechen. Aus diesem Grund existieren im Kader Subgruppen, die eine immense innere Loyalität aufweisen und auch stark zusammenhalten. Die schwächeren Kinder werden in Trainingseinheiten von den stärkeren Kindern teilweise sehr ruppig auf ihre Defizite hingewiesen. Die stärkeren Kinder haben aufgrund ihrer Spielstärke und der geringen Kadergröße schnell bemerkt, dass sie wenn sie sich zusammentun eine gewisse Macht ausüben können, da die Mannschaft für den Erfolg auf sie angewiesen sind - und ohne sie auch hinsichtlich der Kadergröße nicht spielfähig sind.


    Ich habe durch Einzelgespräche die selbstbewussteren Kinder auch schon so weit gekriegt, dass sie im Training verbal gegenhalten und immer 100% geben. Sie lassen sich nicht unterkriegen und haben sich in der Kürze der Zeit durch intensive Laufarbeit und selbstbewusstes Zweikampfverhalten auch schon Respekt gewonnen und die Missstände haben langsam abgenommen. Leider habe ich auch ein oder zwei sensiblere Kinder, die wirklich unter den Zuständen leiden. Ich bin in der spielfreien Zeit sogar soweit gegangen und habe die leistungsstarken Kinder mit einer kurzfristigen Suspendierung gedroht. Diese Maßnahmen waren mit der Jugendleitung zuvor abgesprochen. Kinder in dem Alter versuchen natürlich dagegen zu halten und haben sich bei ihren Eltern beschwert und sogar bei der Jugendleitung "gedroht" auszutreten. Nach klärenden Gesprächen mit den Eltern und den Kindern habe ich dies verhindern können und es sind seither auch schon einige Besserungen in Sicht.


    Ich habe einige Maßnahmen ergriffen um das Team enger zusammenwachsen zu lassen. Gemeinsame Playstation-Abende im Jugendraum aber auch Maßnahmen die zu sportlichen Misserfolgen führten, wie beispielsweise Blockwechsel und identische Einsatzzeiten bei Hallenturnieren. War der Torwart verhindert, habe ich nicht wie zuvor üblich aus anderen Mannschaften Verstärkung angeheuert sondern habe Feldspieler ins Tor gestellt, was natürlich teilweise zu vermeidbaren Gegentoren geführt hat. Infolgedessen wurde ich als Trainer auch von einigen Spielern deutlich und in aller Öffentlichkeit kritisiert und die leistungsstarken Spieler haben mich als Trainer in der Kabine in Frage gestellt.


    Ich muss dazu sagen, dass diese Verfehlungen in der Hitze des Gefechts entstanden sind und die Kinder eben zu viel Druck verspüren. Sie entschuldigen sich auch oft eine Trainingseinheit später für ihr Fehlverhalten und sie haben alle auch tolle Charaktereigenschaften, wenn sie beispielsweise mit jüngeren Kindern im Verein spielen. Sie haben meiner Ansicht nach in letzter Zeit viel zu viel Druck erhalten und es wurden Erwartungen an sie gerichtet, die sie niemals erfüllen konnten. So entstanden Versagensgefühle und sie wirken stets gekränkt wenn sie verlieren. Nach Niederlagen oder Rückständen in Spielen verlieren sie schnell die Lust und die eigentlich guten Spieler stellen ihre Defensivtätigkeiten teilweise komplett ein.


    Ich versuche den Kindern in Trainingseinheiten zunehmend individualtaktische Maßnahmen zu erklären. Wie stelle ich einen Gegner über außen, wer muss absichern wenn ein Verteidiger draufgeht, wie müssen Spieler in bestimmten Situationen pressen, welche Spieler können in welchen Situationen doppeln etc. Während die technisch schlechteren Kinder enorme Verbesserungen aufweisen, haben die stärkeren Spieler keine Aufnahmebereitschaft, sie wirken frustriert und fühlen sich bei Verbesserungsvorschlägen stets persönlich angegriffen. Man kann es den Kindern förmlich in den Gesichtern ablesen, dass sie genervt sind. Leider konnte ich aufgrund der Witterungsbedingungen bislang keine Testspiele gegen schwächere Gegner draußen ansetzen, wo die taktischen Änderungen in ihren Augen "ergebnisorientiert" etwas bewirken könnten. Ich denke eine solche Manipulation könnte Wunder bewirken.


    Ich will keine Kinder aus der Mannschaft verlieren, vor allem weil ich denke es ist ihre Mannschaft und ich muss bei allen Kindern einfach nur die Charakterzüge entsprechend kanalisieren. Wie kriegt man diesen Erfolgsdruck aus den Kindern raus, ohne dass sie die Motivation verlieren? Gibt es Trainingsmethoden in denen man den Teamgeist verbessern kann und individualtaktische Elemente lehren kann, bei denen man nicht ständig auf etwaige Fehler hinweisen muss? Habt ihr Erfahrungen gemacht, wie man mit solchen Kindern besser umgeht?


    Ich bin offen für alle Ratschläge.

    Die Benennung der Teams mit Namen finde ich sehr gut und werde der Jugendleitung gleich heute empfehlen dies in den Jahrgängen 2005 und drunter einzuführen. Die Eltern werden natürlich trotzdem merken welcher "Leistungsgruppe" ihre Kinder zugehören, falls man danach trennt. Dennoch ist es für die Kinder und für die Kommunikation mit den Kindern ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ich finde übrigens die Bezeichnungen U7 / U8 / U9 auch wesentlich besser als F1 / F2, weil somit jeder Jahrgang mit Farben belegt werden kann und nicht am Ende 6 Farben für eine Jugend herhalten müssen.


    Ihr alle sprecht euch dafür aus bis zur E-Jugend die Einteilung der Mannschaften nicht leistungsbezogen zu gestalten?


    Das sehe ich zum Beispiel etwas anders - der Druck darf nie die Kinder erreichen, aber als Verein will man doch die Talente die man auf Anhieb erkennt fördern. Und ich finde in einem Umfeld wo "besserer" Fußball gespielt wird, können die starken Mannschaften gegen bessere Gegner mithalten und werden auch im Training öfter an neue Grenzen und Herausforderungen stoßen. Ich trenne ja nicht, weil ich die Kinder menschlich beurteile, sondern weil ich möchte, dass die Kinder sich optimal weiterentwickeln und wichtig ist ja das die Jahrgänge auch mal gemeinsam trainieren, Testspiele bestreiten, zu Turnieren reisen oder auch Reisen unternehmen.

    Ich war bislang auch ein Verfechter dieser Herangehensweise, merke aber zunehmend wie mein Co-Trainer einige Aspekte anders betrachtet. Wir beide haben den Anspruch den Kindern fußballerische Grundlagen beizubringen. Ich habe mit anderen Trainern in meinem Verein gesprochen und alle haben in allen Altersklassen die 2. Philosophie bevorzugt. Wir haben im Training zunehmend Gruppen gebildet und ich habe die Kinder dann am glücklichsten gesehen, wenn sie entweder mit ihren besten Freunden in einer Gruppe waren, oder aber wenn sie mit ähnlich starken Kindern konkurrieren konnten.


    Mehr als 15 Kinder will ich nicht betreuen, weil ich denke, dass wir hier an unsere Kapazitätsgrenze stoßen. Sonst kriegen die Kinder zu wenig Einsatzzeiten und jedes Wochenende 2 Termine wahrzunehmen belastet uns zu sehr. Den Leistungsgedanken wird mein Co-Trainer nicht komplett ablegen können und ich befürchte, dass bei der Variante A einige Kinder zu kurz kommen werden. Wenn allerdings keine Kinder zu sehr "abfallen" wird er viel eher bereit sein die Einsatzzeiten gleichmäßig zu verteilen.

    Hallo,


    Während wir in der letzten Saison noch eine G-Jugend mit etwa 20 Kindern waren, sind wir jetzt nach dem Sommer zur F2-Jugend geworden. Nach der EM kamen einige weitere Kinder in den Verein und wir sind jetzt etwa 25 Kinder. Deswegen hat sich der Jugendleiter auch bereiterklärt eine F4-Jugend mit einen Trainerkollegen zu betreuen. Unser Kader der Kinder, die länger im Verein sind besteht aus 15 Kindern und der Kader der F4, wo vor allem neue Kinder betreut werden besteht aus ca. 10 Kindern.


    Nun kommen hin und wieder Kinder zum Probetraining, die unglaublich viel Potential mitbringen und spielerisch auch jetzt schon einigen der "alt-eingessesenen" Kindern überlegen sind. Ich habe nun 2 Alternativen:


    1.) Neue Kinder werden automatisch in die F4 eingeteilt. Dies ist für die Eltern der neuen Kinder teilweise aber nur schwer nachzuvollziehen, weil sie das größere Talent ihrer Kinder sehen. Ich befürchte auch dass diese Kinder dann nach dem Probetraining einen Vereinswechsel in Erwägung ziehen.


    2.) Ich nehme Kinder mit viel Potential mit in die F2 auf und mache nach der Hinrunde bzw. zu den Hallentrainingszeiten einen Schnitt und behalte die Kinder in der F2, in denen ich das meiste Potential sehe. Da unser Kader dann wesentlich größer ist, würde ich an den Wochenenden zu Spielen und Turnieren eigene Spieler (unabhängig von ihrer Leistungsstärke) an die F4 "ausleihen", damit deren Spielbetrieb gewährleistet ist.


    Bei der 2. Lösung, merke ich jetzt schon dass ich auf Widerstand der Eltern stoßen werde, weil die Kinder vor allem menschlich zu einer unglaublichen Einheit zusammengewachsen sind und die Eltern (meiner Ansicht nach zu unrecht) befürchten, dass die Kinder sich in der F4 nicht so wohl fühlen würden. Ich glaube hingegen vielmehr, dass sie in der Mannschaft einen größeren Beitrag leisten und so ihr Selbstbewusstsein schneller wächst.


    Ich betreue die Mannschaft mit einem gleichberechtigten Co-Trainer, der sich ganz deutlich für die 2. Lösung ausspricht.


    Welchen Ansatz würdet ihr bevorzugen und wie kann ich dies den Eltern und vor allem den Kindern auf eine Weise vermitteln, dass sie es nachvollziehen (Eltern) und nicht traurig sind (Kinder)?

    Wenn ich eure Antworten so lese, merke ich, dass ich vielleicht doch ein bisschen zu viel mit den Kindern rede. Vielleicht liegt das auch an meinen persönlichen Hintergrund. Ich bin bisher echt zu selten auf den Gedanken gekommen die Kinder in den Trainingsübungen spielerisch zu "manipulieren", statt sie wie kleine Erwachsene zu behandeln. Also nochmals vielen Dank für euer Feedback - und wenn ich bei der Umsetzung im Training Schwierigkeiten haben sollte werde ich mich nochmal melden, aber an sich kann man mit Kindern die fußballbegeistert sind ja fast alles machen, also sehe ich da keine großen Probleme.

    Vielleicht habe ich das jetzt ein bisschen übertrieben dargestellt. Es handelt sich lediglich um 2 bis 3 Spieler. Selbstverständlich werden die Kinder von allen Personen in ihrem Umfeld bewusst und unterbewusst gesteuert und wenn sie einen schönen Pass spielen wirken sowohl der Lob der Eltern und Trainer sowie der anschließende häufige Torerfolg als intrinsische Motivation. Diese Spieler passen selbstverständlich nicht immer und können aufgrund ihrer "wendigen" Körpergröße auch sehr gut dribbeln aber eben nicht so gut schießen wie ihre Mitspieler. Ich muss auch zugeben, dass ich das Training bisher bestimmt nicht 100% altersgerecht ausgestaltet habe, weil ich es wie gesagt zum ersten Mal mache und ich mich anfangs nicht gleich alle Foren durchgewühlt habe und mich zumindest teilweise hab von meinen eigenen Trainingserfahrungen hab inspirieren lassen. (Aber ich bin ja lernwillig und versuche das jetzt zu ändern)


    Ich habe auch schon mit anderen Trainern in der Region über die Thematik diskutiert und sehr unterschiedliche Handlungsempfehlungen erhalten. Ich sehe in Berlin aber auch, dass die spielstärksten Mannschaften meist aus Spielern bestehen die sehr dribbelstark sind aber zugleich auch häufig, meist ohne Zuruf von Außen, schöne Pässe spielen. Als Trainer hat man ja immer den Siegesgedanken in sich (den ich aber versuche komplett zu bändigen) und ich merke auch wie ich vereinzelt in das hier oft kritisierte "Joystick" Denken hineinfalle.


    Eine Sache noch: Bisher versuche ich immer alles positiv zu formulieren, merke aber dass oftmals die Kinder sich die Verbesserungsvorschläge aufgrund der Formulierung nicht so sehr zu Herzen nehmen. Konkret geht es eben darum, dass die Mannschaft sich in den letzten Monaten verbessert hat, so dass ich jetzt vermehrt Testspiele gegen stärkere Mannschaften organisiere und wir oftmals wegen zu geringer Laufbereitschaft und mangelnden nach hinten Arbeiten auf die Mütze bekommen :) Findet ihr für entsprechende Hinweise diesbezüglich sind G-Jugend Spieler noch zu jung? Mir geht es hier insbesondere wieder um das "soziale Verhalten" und das Denken "Einer für alle, Alle für einen". Ich finde die Tests gegen zweikampfstarke Mannschaften insbesondere deswegen gut weil die Kinder dann bei ihren Aktionen weniger Zeit haben und auch mal an zweikampfstarken Gegnern vorbeimüssen. Den Kindern macht es aber natürlich wesentlich mehr Spaß gegen schwächere Mannschaften zu spielen, weil sie da schöneren Fußball zelebrieren können. Was denkt ihr? Sollte man das Gegnerniveau variieren (in Berlin hat man halt den Vorteil, dass so viele Spielpartner zur Auswahl stehen).


    Ich finde den ehrlichen Umgang hier richtig gut und nehme mir eure Kritik und Ratschläge wirklich zu Herzen.

    Ich weiss nicht wo du das mit der Technik her hast - aber es ist (ich schreibe Dinge normal nicht so resolut) falsch. Der DFB empfiehlt bei den Bambinis gar kein Techniktraining zu machen, der Fokus ist bei der Koordination.


    Ein trainer aus dem nachbarverein meinte das ignorieren zu müssen und hat seine Kinder voll auf Abspielen getrimmt. das funktionierte dann auch, jedoch haben die dann IMMER abgespielt. Er berichtete mir, dass er jetzt Schwierigkeiten hat die Kinder auch nur zu einem Dribbling zu ermuntern.


    Die Spielintelligenz (so zumindest die Auffassung von Horst Wein) fördere ich gerade nicht durch Anleitung, sondenr durch das Eigenständige lösen von Spielaufgaben.

    Ich weiss nicht wo du das mit der Technik her hast - aber es ist (ich schreibe Dinge normal nicht so resolut) falsch. Der DFB empfiehlt bei den Bambinis gar kein Techniktraining zu machen, der Fokus ist bei der Koordination.


    Ein trainer aus dem nachbarverein meinte das ignorieren zu müssen und hat seine Kinder voll auf Abspielen getrimmt. das funktionierte dann auch, jedoch haben die dann IMMER abgespielt. Er berichtete mir, dass er jetzt Schwierigkeiten hat die Kinder auch nur zu einem Dribbling zu ermuntern.


    Die Spielintelligenz (so zumindest die Auffassung von Horst Wein) fördere ich gerade nicht durch Anleitung, sondenr durch das Eigenständige lösen von Spielaufgaben.

    Mit Techniktraining meinte ich beidfüßiges Dribbeln, das richtige Passen, das richtige Schießen. Ich werde auch mal hier im Forum lesen was ich da noch verbessern kann. Wie gesagt es ist meine/unsere erste Saison und wir haben noch viel zu Lernen.


    Danke für die vielen Antworten. Es ist wahrscheinlich wirklich besser Übungen/Übungsspiele einzubauen die das Passen fördern, statt dribbelnde Spieler zu ermahnen. Vielleicht wenden die Kinder ja sogar die Erfahrungen aus den Übungen dann vermehrt in den Spielen ein.

    Meinst du ich sollte mir um sowas keinerlei Gedanken machen? Ich habe auch von allen Seiten gehört, dass in den ersten Jahren die technischen Aspekte im Vordergrund stehen sollten - und ich versuche auch mein Training daran zu orientieren. Aber ich finde beim Fußball geht es auch um Sozialverhalten und ich finde gerade Kinder die uneigensinnig agieren und immer auch auf das Wohl ihrer Mitspieler achten sind für das Mannschaftsgefüge sehr wichtig. Ich habe halt die Befürchtung irgendwann werden die anderen Spieler auch nicht mehr passen und sie verlieren ihre unglaubliche Spielintelligenz....

    Hallo zusammen,


    ich trainiere seit etwa 8 Monaten eine G-Jugend. Die meisten Kinder sind sehr engagiert und machen auch unglaublich schnelle Fortschritte im individuellen Bereich. Mit der Zeit habe ich in Trainingsspielen und Freundschaftsspielen aber zunehmend gemerkt, wie einige Kinder von sich aus ein systematisches Verständnis entwickelt haben und ziemlich genau wissen wann es für Mitspieler sinnvoll gewesen wäre ihnen den Ball zu passen. Andere Kinder sind eben etwas verspielter und haben die Augen manchmal noch zu sehr am Ball und sind heiß darauf den Gegenspieler auszudribbeln.


    Jetzt ist meine Frage wie ich diese Thematik angehen sollte. Einerseits gibt es die Spieler mit dem systematischen Denken, die stets bereitwillig die uneigensinnigen Pässe völlig von alleine spielen, aber dafür selten den Ball zurückbekommen. Als erstes habe ich mich dazu entschlossen den Kindern zu erklären, dass sie sich so freilaufen sollten, dass sie frei anspielbar sind und ihre Mitspieler dies auch sehen. Das ständige Hier Hier Hier rufen versuche ich zu reduzieren. Jetzt ist meine Frage - was ist wichtiger? Sollte ich im Training komplexere Passübungen integrieren, welche sich weniger auch das technisch richtige Passen fokussieren? (Ich denke das ist nicht so sinnvoll) Sollte ich in Spielen (oder zumindest in Trainingsspielen) das Spiel vereinzelt unterbrechen und die dribbelstarken Spielern zum häufigeren Passen ermahnen?


    Ganz wichtig - mir geht es hierbei nicht vordergründig um die Erfolgsorientierung (also das wir mit besserem Passspiel häufiger gewinnen). Aus meinen "erwachsenen" Gerechtigkeitsmaximen sind aber irgendwie die spieler die viel passen und selten angepasst werden moralisch im Recht - und ich habe den Drang ihren für mich richtigen Forderungen Gehör zu verschaffen. Wenn das aber für die Entwicklung der Kinder kontraproduktiv ist wäre dies ja nicht gerade gutes Trainerverhalten. Aber kann ich dies den systematisch denkenden Kindern vermitteln?