Hallo zusammen,
ich habe in den letzten Beiträgen wieder viel von Skepsis gelesen. Sicherlich verständlich.
Ich möchte Euch kurz von den letzten zwei Spielen berichten (F-Jugend, Kreis Aachen, Fair-Play-Liga), vielleicht hilft es die Machbarkeit und den Sinn besser zu verstehen!
erstes Spiel:
Hier trafen zwei gleichstarke Mannschaften aufeinander und es wurde hart gekämpft. In der zweiten Halbzeit unterlief unserem Torwart ein kleiner Fehler, den Ball fing er noch, aber war es vor, auf oder hinter der Linie? Die Diskussion unter den Spielern war schnell zu Ende. Kein Tor, einfach weiterspielen, da hatten auch die Gegner kein Problem mit. Die Trainer akzeptierten ohne Stress die Entscheidung der Kinder. Die Eltern der Gäste aber fingen an zu wettern: "Der war hinter der Linie", "sowas gibts nur bei der Fair-Play-Liga", "unmöglich", "S**erei" , ....
Ich habe mir die Situation versucht einfach von außen anzuschauen und musste eins feststellen: Es gab eigentlich keinen Stress. Die Eltern waren Dank Einhaltung der Fan-Regel weit genug vom Spielfeld weg, so dass die Kinder dies nicht beeindrucken konnte. Die Trainer brauchten nicht zu intervenieren, da die Kinder entschieden hatten.
Hätte hier ein Schiri auf Tor, oder eben nicht entschieden, wären die Eltern sicher ausgerastet und hätten all ihre Agression auf ihn gerichtet (egal welche Seite). Da aber die Kinder entschieden hatten, war der "Tumult" schnell verhindert!!!
Übrigens gewannen unsere Gäste auch ohne das umstrittene Tor am Ende!
zweites Spiel:
Unsere Jungs waren recht überlegen und gingen schnell in Führung. Die Gäste wurde wegen des schnellen, hohen Rückstands gereizt und ein wenig frustriert, was sich auch im Spielverlauf äußerte. Es wurde deutlich härter gespielt, was auch unsere Jungs erwiderten. So kam es zu einigen "Fouls" oder besser Situationen, in denen mal ein Spieler zu Boden ging (bei tollen, wenn auch harten Zweikämpfen). Bei tatsächlichen Fouls regelten die Kinder das problemlos selbst. Keine Frage, dass es einen Freistoß für den Gegner gab, wenn man eben den Ball nicht getroffen hatte. Bei den strittigeren Entscheidungen (wo die Kinder ohne Freistoß weiterspielten) gab es auch hier heftige Diskussionen unter den Eltern. Immer die, deren Kind am Boden lag, schimpften auf die Fair-Play-Liga und dass das nicht geht ohne Schiri, dabei haben Sie gar nicht gemerkt, wie gut es ging! Ich würde sagen 80% der Entscheidungen der Kinder waren vollkommn in Ordnung.
Während Sie aber über die restlichen 2-3 Situationen diskutierten und sich aufregten, haben sie den nächsten fairen Zug eines Abwehrspielers gar nicht mitbekommen, der als einziger sagte, dass er zu spät am Ball war und es Ecke geben muss, obwohl man sich bereits auf Abstoß eingestellt hatte!!!
Auch hier blieben die Kinder vom Geschehen unter den Eltern verschont, da diese die Fan-Regel einhielten und mehr als 15m vom Spielfeld weg standen!
Mir wurde einiges klar und das ist -denke ich- wichtig in der Diskussion mit denen, die in Einzelenscheidungen wettern.
Die Fair-Play-Liga ist kein Instrument, um Lösungen für strittige Enscheidungen zu finden!
Egal ob die Kinder oder ein Schiri entscheiden. Bei strittigen Situation gibt es immer zwei Meinungen. Lassen wir in solchen Fällen die Eltern -weit genug entfernt vom Spielfeld- kurz darüber diskutieren, aber die Kinder entscheiden! Die Kinder haben kein Problem miteinander und für den Fall der Fälle haben wir meist mündige Trainer, die notfalls intervenieren! Die vermeindliche Fehlentscheidung muss gefällt werden. Ich finde es gut, wenn es die Kinder selber entscheiden, was besser funktioniert, als ich es mir vorstellen konnte!