Beiträge von SuShi

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    Zw3rG:
    Ich denke die Trainer haben 2-3 mal "eingegriffen", also zwischen den Kindern vermittelt, als sie sich mal nicht einig waren. Dies kann man als Durchschnitt sehen, wie ja auch oTTo bestätigt.


    Ich weiß, dass ich mit 80% selbst geregelter Situationen durch die Kinder recht tief angesetzt habe. Womöglich war es tatsächlich mehr als 90%.
    Aber selbst 80% sind schon ein toller Schnitt, denn wir reden hier von Kindern, die durch ihren Sport und damit auch alle hiermit zusammenhängenden sozialen Bereich erlernen!
    Ohne Schiedsrichter spielen heißt nicht, dass es keine strittige Situationen mehr gibt, sondern dass wir den Kindern die Kompetenz und Selbstsicherheit geben mit solchen Situationen umgehen zu lernen!!!
    Lernen! Ja, es geht immer um lernen! Und woanders habe ich gelesen, dass diese soziale Komponente -den Gegner respektieren, sich in der Mannschaft integrieren, fair zu bleiben, auch wenn man hinten liegt- im Kinderfussball wichtiger ist, als das Lernen von Ballführung und taktischen Überlegungen. Ich sehe dies genau so!

    Hallo zusammen,
    ich habe in den letzten Beiträgen wieder viel von Skepsis gelesen. Sicherlich verständlich.
    Ich möchte Euch kurz von den letzten zwei Spielen berichten (F-Jugend, Kreis Aachen, Fair-Play-Liga), vielleicht hilft es die Machbarkeit und den Sinn besser zu verstehen!


    erstes Spiel:
    Hier trafen zwei gleichstarke Mannschaften aufeinander und es wurde hart gekämpft. In der zweiten Halbzeit unterlief unserem Torwart ein kleiner Fehler, den Ball fing er noch, aber war es vor, auf oder hinter der Linie? Die Diskussion unter den Spielern war schnell zu Ende. Kein Tor, einfach weiterspielen, da hatten auch die Gegner kein Problem mit. Die Trainer akzeptierten ohne Stress die Entscheidung der Kinder. Die Eltern der Gäste aber fingen an zu wettern: "Der war hinter der Linie", "sowas gibts nur bei der Fair-Play-Liga", "unmöglich", "S**erei" , ....
    Ich habe mir die Situation versucht einfach von außen anzuschauen und musste eins feststellen: Es gab eigentlich keinen Stress. Die Eltern waren Dank Einhaltung der Fan-Regel weit genug vom Spielfeld weg, so dass die Kinder dies nicht beeindrucken konnte. Die Trainer brauchten nicht zu intervenieren, da die Kinder entschieden hatten.
    Hätte hier ein Schiri auf Tor, oder eben nicht entschieden, wären die Eltern sicher ausgerastet und hätten all ihre Agression auf ihn gerichtet (egal welche Seite). Da aber die Kinder entschieden hatten, war der "Tumult" schnell verhindert!!!
    Übrigens gewannen unsere Gäste auch ohne das umstrittene Tor am Ende!


    zweites Spiel:
    Unsere Jungs waren recht überlegen und gingen schnell in Führung. Die Gäste wurde wegen des schnellen, hohen Rückstands gereizt und ein wenig frustriert, was sich auch im Spielverlauf äußerte. Es wurde deutlich härter gespielt, was auch unsere Jungs erwiderten. So kam es zu einigen "Fouls" oder besser Situationen, in denen mal ein Spieler zu Boden ging (bei tollen, wenn auch harten Zweikämpfen). Bei tatsächlichen Fouls regelten die Kinder das problemlos selbst. Keine Frage, dass es einen Freistoß für den Gegner gab, wenn man eben den Ball nicht getroffen hatte. Bei den strittigeren Entscheidungen (wo die Kinder ohne Freistoß weiterspielten) gab es auch hier heftige Diskussionen unter den Eltern. Immer die, deren Kind am Boden lag, schimpften auf die Fair-Play-Liga und dass das nicht geht ohne Schiri, dabei haben Sie gar nicht gemerkt, wie gut es ging! Ich würde sagen 80% der Entscheidungen der Kinder waren vollkommn in Ordnung.
    Während Sie aber über die restlichen 2-3 Situationen diskutierten und sich aufregten, haben sie den nächsten fairen Zug eines Abwehrspielers gar nicht mitbekommen, der als einziger sagte, dass er zu spät am Ball war und es Ecke geben muss, obwohl man sich bereits auf Abstoß eingestellt hatte!!!
    Auch hier blieben die Kinder vom Geschehen unter den Eltern verschont, da diese die Fan-Regel einhielten und mehr als 15m vom Spielfeld weg standen!


    Mir wurde einiges klar und das ist -denke ich- wichtig in der Diskussion mit denen, die in Einzelenscheidungen wettern.


    Die Fair-Play-Liga ist kein Instrument, um Lösungen für strittige Enscheidungen zu finden!
    Egal ob die Kinder oder ein Schiri entscheiden. Bei strittigen Situation gibt es immer zwei Meinungen. Lassen wir in solchen Fällen die Eltern -weit genug entfernt vom Spielfeld- kurz darüber diskutieren, aber die Kinder entscheiden! Die Kinder haben kein Problem miteinander und für den Fall der Fälle haben wir meist mündige Trainer, die notfalls intervenieren! Die vermeindliche Fehlentscheidung muss gefällt werden. Ich finde es gut, wenn es die Kinder selber entscheiden, was besser funktioniert, als ich es mir vorstellen konnte!

    Mein Sohn hat letztes Jahr den Verein gewechselt.
    Wenn sich beide Vereine einig sind und dem Wechsel zustimmen, dann kann man sicherlich eine einvermehmliche Lösung finden.
    Entscheidend ist der Eintrag des abmeldenden Vereins im zurückzugebenden Spielerpass ...


    Im meinem Fall habe ich meinem Sohn im Alter von 3 Jahren einen Verein ausgewählt. Nachdem er in die Schule kam, stellte er fest, dass seine fussballspielenden Klassenkameraden in einem anderen Verein spielten. Klar, dass er wechseln wollte und das auch ich dies unterstützte!


    Zur Situation im allgemeinen:
    Es ist für die Planung eines Spielbetriebes innerhalb eines Vereins schon wichtig, dass nicht dauernd welche gehen und neue kommen. Jedoch ist eine Sperre für Kinder, die häufig diese Entscheidung nicht alleine Treffen, absolut unglaublich und hat mich letztes Jahr sehr irritiert.
    Kindern das Spielen zu verbieten, weil sie sich neu orientieren wollen darf einfach nicht sein!!!
    Ich denke ich werde mal mit unserer Jugendabteilung Kontakt aufnehmen und einen Brief an unseren Verband aufsetzen, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, denn ändern kann man nichts, indem man nur seine Kommentare in ein Forum tippt!
    Vielleicht als Aufruf verstehen, dass jeder einen Brief an seinen Verband schreibt, mit der Bitte diese Reglung zu überdenken!!!


    offtopic:
    manne:
    Die Herren die sich für Fairplay im KiFu einsetzen, haben sicher genau die gleichen Probleme mit dieser Reglung, wie alle anderen auch. Der Unterschied ist, dass sie sich Gedanken machen, wie man den Kinderfussball kindgerechter machen kann und dabei noch kreativ tätig werden!
    Doch die Fairplay-Liga im Kreis Aachen kümmert sich in erster Linie und die Randbedingungen für einen kindgerechteren Spielbetrieb. Hierfür sind drei entscheidende Regeln aufgestellt worden:
    - Die Trainer sind in einer Coaching-Zone und begleiten gemeinsam das Spiel.
    - Die Kinder regeln ihren Spielablauf selbst, brauchen daher keinen Schiri
    - Die Eltern halten Abstand, denn ihre Einmischung macht den Kindern das Spiel kaputt.



    Zitat

    [...] die den Trainern das Wort verbieten,den Eltern das Anfeuern,ohne Tore und Schiedsrichter spielen wollen


    1. Den Trainern wird nicht das Wort verboten, aber als Vorbilder für die Kinder sollte man sich zusammenreissen können, wenigestens 2x20Minuten
    Die Kinder trainieren und heranführen an den Fussball, das sollte m Training passieren, nicht im Spiel!
    2. Den Eltern wird nicht das Anfeuern verboten, sondern die direkte Einmischung in den Spielbetrieb. Dies ist nur möglich, wenn die Eltern nicht direkt am Spielfeldrand stehen sondern in entsprechden Abstand! Das ist alles!
    3. Tore abschaffen ist keine Zielsetzung der Fairplay Bewegung!
    4. Ohne Schiedsrichter spielen (im Kinderfussball) ist richtig Klasse. Die Kinder kriegen das alleine besser hin, als manch einer erwartet!
    Ich sehe dort einen so wichtigen Ansatz drin. Sie lernen Konflikte zu lösen, ohne dass ein zu akzeptierender Schiedsspruch kommt.
    So, wie auf dem Bolzplatz, wo keine Eltern oder Schiedsrichter dabei sind!!! Und mein Sohn spielt mehr als 50% dort und nicht im Verein!

    Hallo zusammen, auch hier nochmal kurz meine Erfahungen zur Fairplay-Liga in Aachen.
    Mein Sohn spielt F-Jugend und der ganze Spielbetrieb läuft nach den Regeln der Fairplay-Liga. Wichtig sind nicht die Regeln des Spiels, sondern die der Rahmenbedingungen:
    - Trainer couchen gemeinsam
    - Spieler entscheiden selbst
    - Fans (Eltern) schauen sich das ganze in vernünftigem Abstand nur an und halten sich raus!


    Ich habe dies bislang als enorm angenehm erfahren, vor allem im Sinne der Kinder, die viel offener spielen und einen viel freundschaftlichen Umgang zeigen. Dort wo es Konflikte gab, waren es Eltern oder Trainier, die die Regeln nicht eingehalten haben oder es übermotiviert nicht lassen konnten ihre Kinder anzuschreien und anzutreiben (statt anzufeuern).


    Aber gerade die Eskalationen, die solche Konflikte erzeugen können, sind ja die Motivation, bereits unsere Kleinen mit einer anderen Einstellung an ihren Sport heranzuführen und ihnen hierzu die entsprechenden Rahmenbedingungen zu geben.


    Die ganzen Ansätze, die ich hier lesen konnte finde ich richtig Klasse und es ist schön zu erkennen, dass sich etwas tut!
    Die Ergebnisorientierung kommt früh genug. Das Lob nach dem Spiel, für tollen Einsatz oder eben auch besonders faires Verhalten ist viel mehr Wert, als ein Tor mehr geschossen zu haben. Leider sehen das nicht alle so.
    Vielleicht haben Trainer da nicht nur den Kindern gegenüber eine "Erziehungsverantwortung" sondern auch den Eltern gegenüber, die das noch nicht begreifen?
    Da finde ich vor allem die "Tipps für Eltern " wichtig, die auf der Fairplay-Liga Seite stehen. Vielleicht sollte man sie in jedes Vereinsheim hängen und vor jedem SPiel als Handzettel verteilen!

    Hallo zusammen,
    ich bin per Zufall auf diese Seite gerutscht und würde gerne mal aus Elternsicht von den Erfahrungen mit der Fairplay-Liga berichten.


    Mein Sohn spielt F-Jugend im Kreis Aachen und somit in der Fairplay-Liga.
    Ich habe mich viel damit auseinandergesetzt und einiges kritisch hinterfragt, jedoch lassen die Erfahrungen keinen Zweifel zu, dass dies der richtige Ansatz ist!
    Klar, es gibt Spiele, wo dies nicht funktioniert. Aber: Es sind hier die Eltern oder Trainer, die die (doch so einfachen) Regeln entweder nicht kennen oder nicht akzeptieren. "Stress" kommt immer nur von den wenigen Unverbesserlichen, die meinen ihre Kinder schon im Kindesalter zu unvergessenen Fussballerlegenden erziehen zu müssen. Und gerade die werden es nicht werden!
    Die schwarzen Schafe gibt es immer und überall. Ich will auch nicht wissen, was bei diesen sehr wenigen "Problembegegnungen" passiert wäre, wenn es keinen Fairplay-Ansatz gegeben hätte!?!


    Die Spiele, bei denen Trainer, Spieler und Fans (also wir Eltern) auf die Spielsituation vorbereitet sind, ist das Gefühl einfach nur toll.
    Die Kinder gehen ganz anders miteinander um, wenn nicht die Eltern mit ihrer Erwartungshaltung Druck ausüben. Tolle faire Gesten nach (meist ungewollten) Fouls habe ich schon sehen dürfen. Die Kinder sind in der Lage sic zu einigen
    Die Kinder erkennen die "Konkurenz" noch gar nicht. Für sie ist es das Spiel das zählt und davon haben sie in dieser Konstellation deutlich mehr!


    Mein Sohn hat es sehr gut gelernt, ohne Schiedsrichterentscheidungen klar zu kommen. Die Verunsicherung kommt nur von außen und dies ist soweit es geht abgeschaltet! Klasse!