Zyklusorientiertes Training

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  • Hallo zusammen,


    Ich suche Veröffentlichungen, zB Studien oä. über an den weiblichen Zyklus angepasste Trainingssteuerung.


    Es gibt zwar immer mal kurze Artikel, daß zB der FC Chelsea oder Wolfsburg ihr Training entsprechend anpassen, aber ich habe nirgends etwas gefunden wie ein an den Zyklus angelehnter Trainingsplan letzlich aussehen sollte.


    Die vom FC Chelsea verwendete App hilft mir leider nicht weiter, da sie letzlich nur ein besserer Regelkalender ist.


    Unter anderem liegen mir widersprüchliche Informationen vor, wann die Verletzungsanfälligkeit (Bänder, Muskulatur) höher ist, in der ersten oder zweiten Zyklushälfte. Bei hohem Östrogenspiegel oder hohem Progesteronspiegel?


    Und wie sieht es bei der Einnahme von Verhütungsmitteln bezüglich der Belastungssteuerung aus?

    Die meisten Menschen sind Münzen, nur wenige sind Prägestöcke.


    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

    Einmal editiert, zuletzt von Kröte ()

  • Kröte

    Hat den Titel des Themas von „Zyklusbasiertes Training“ zu „Zyklusorientiertes Training“ geändert.
  • Ähm, wie willst du denn etwas so individuelles wie den weiblichen Zyklus in eine Trainingsgruppe integrieren?

    Zeitpunkt, Dauer, Auswirkungen...


    Und willst du deine Spielerinnen wirklich fragen wie sie verhüten?

  • Goodie Es könnte ja um sie selbst oder eine Angehörige gehen.

    Wenn es um den Leistungssport geht macht das schon Sinn, denke ich, wenn es zu mehr Leistung führt oder Verletzungen vorbeugt. Es muss dann natürlich individuell periodisiert werden.

    In Amateurmannschaften kann ich mir aber kein Szenario vorstellen bei dem die Trainerin ein berechtigtes Interesse an solchen privaten Informationen hat.


    Ich denke, dass du wenig Glück haben wirst, denn Athletinnen sind, trainingswissenschaftlich, wesentlich schlechter erforscht als Athleten.

    Ich würde dir vorschlagen, dass du in einer Unibibliothek in deiner nähe gezielt nach Veröffentlichungen zu diesem Thema recherchierst, wenn es dich interessiert.

  • Wir sind nicht der FC Chelsea, das ist richtig.


    Ich habe allerdings mehrere Spielerinnen, deren Einstellung ich als nahe an professionell bezeichnen würde, sprich, die tun mehr als der Redt und arbeiten für sich neben dem "normalen" Training zusätzliche Trainingspläne ab.


    Zum einen möchte ich Übertraining vermeiden- damit habe ich mich selbst in einer Marathonvorbereitung mal ordentlich abgeschossen- zum anderen möchte ich denen insgesamt das Konzept des zyklusorientierten Trainings zumindest in groben Zügen erläutern.


    Sprich, wenn es in den Kraftraum zum Muskelaufbau geht, gibt es gute und schlechte Zeitpunkte, ebenso für koordinatives Training oder Schnellkraft/ Intervalltraining. Und schwankendes Verletzungsrisiko. Das sollen die Spielerinnen einfach wissen- das ist eine Info um auch besser nachvollziehen zu können, warum die Koordination mal hakt und mal nicht. Warum es im Training mit manchen Übungen manchmal bei allem Einsatz nicht fluppt. Und das man dann keine Selbstzweifel kriegen braucht.


    Wer wie wann wo in seinem Zyklus ist, das will ich gar nicht wissen, ich will nur das Konzept der Hormone erklären, das Thema Verletzungsanfälligkeit, "lose Bänder" und ich möchte denen einfach keinen Mist erzählen.


    Gerade das Thema "Was passiert durch Verhütungsmittel" ist trainingstechnisch interessant. Und die Datenlage ist leider mau.


    Die Idee mit der Bibliothek ist grundsätzlich gar nicht so schlecht, ich müßte mal schauen, ob die Sporthochschule Köln eine hat. Die gäbe vielleicht was her. Meine eigene Erfahrung (Literaturrecherche zur Diplomarbeit) mit Unibibliotheken ist allerdings- und das ist zwanzig Jahre her und vermutlich nicht besser geworden: Die aktuellsten Informationen sind im Internet.


    Kröte ist übrigens ein Mann.

    Ich betrachte das obige Thema also gewissermaßen als Außenstehender, was nicht bedeutet, daß ich ihm keine Bedeutung beimesse.


    Für mich selbst- und vielleicht für andere Trainer - interessant ist es, daß man bei der Bewertung von Trainingsleistungen das Thema Zyklus einfach im Hinterkopf haben muss, bevor man sich denkt "das kann sie nicht ".


    Ich bin zwar kein Perfektionist, aber ich möchte meine Mädels nicht so trainieren, als wäre das eines meiner bisherigen, mehrheitlich aus Jungs bestehenden Teams. Sprich, ich mache mir wirklich einen Kopf um andere Gruppendynamik, anderes "Warum bin ich einem Team " und andere anatomische Gegebenheiten.


    ZB. ebenso, hier noch nicht angesprochen, das wesentlich höhere Risiko von Kreuzbandverletzungen vs. unzureichend ausgeprägte hintere Oberschenkelmuskulatur + Neigung, verletzungsfördernd nach einem Sprung zu landen.


    Würde ich mir übrigens alles mal als Inhalt für eine Trainerlehrgang wünschen.

    Die meisten Menschen sind Münzen, nur wenige sind Prägestöcke.


    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

    Einmal editiert, zuletzt von Kröte ()

  • Den Artikel kannte ich nicht vielen Dank.


    Und die App werde ich meinen Spielerinnen mal verlinken und schauen, was sie davon halten.

    Die meisten Menschen sind Münzen, nur wenige sind Prägestöcke.


    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)