Viele U13 Spieler/innen und nur ein Trainer. Suche Infos und Tips für Trainingseinheiten

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  • Hallo zusammen,


    ich stelle mich kurz vor, mein Name ist Axel, C-Lizenz Trainer D-Jugend(ohne eigenen Junior im Team 8)) und Neuling bei Trainertalk.

    Seit 6 Jahren bin ich als Trainer in der E- oder D Jugend aktiv, bis dato immer mit einem oder zwei weiteren Kollegen.


    In der neuen Saison stehe ich nun alleine mit sage und schreibe 47 Jungs/Mädels im Alter von 11 und 12 Jahren auf dem Platz, wobei im Schnitt ca. 30 im Training erscheinen. Irgend jemand schreibt ja immer eine Klausur oder ist wegen einem Geburtstag, Feier, ect. verhindert.


    Die hohe Anzahl der kids stellt mich vor eine neue Herausforderung: Wie kann die ganze "Rasselbande" möglicht effektiv trainiert werden?

    Haltet ihr das überhaupt für möglich? Hättet ihr ggf. Tips oder Vorschläge für Traningseinheiten, Spiel- oder Übungsformen? Ein kompletter Platz steht zur Verfügung, Material ist auch recht ordentlich vorhanden.


    Von einer Disskussion über den Sinn, eine so große Anzahl von kids alleine zu betreuen bitte ich abzusehen. Das ist mir/uns klar und wir arbeiten natürlich daran, diesen Zustand zu ändern. Falls jemand im Umkreis von Esslingen am Neckar Zeit und Lust hat..jederzeit gerne ;)


    Vielen Dank vorab und Grüße, Axel

  • Hi,

    Wenn die zwei Jahre älter wären, hätte ich gesagt, such Dir vier, fünf Leistungsträger bzw FührungsspielerInnen, teile alle SpielerInnen in Gruppen auf und trainiere verschiedene Übungen unter Leitung jeweils eines dieser Spieler, denen Du vorher alles ausführlich erklärst, das könnte funktionieren. Da gehst Du dann reihum und sagst mal hier, mal da was. Aber maximal 12 Jahre... da fehlt mir der Glaube.

    Die meisten Menschen sind Münzen, nur wenige sind Prägestöcke.


    Wilhelm Raabe (1831 - 1910)

  • Hi,

    ich bin zwar auch noch neu, trage aber auch gerne meinen Senf bei :)


    Also ich hatte in der vergangenen Saison auch vereinzelt Trainingseinheiten, wo meine beiden Kollegen abgesagt haben und dann standen auch rund 30 Jungs auf dem Platz. Spaß geht anders. Das Problem ist, ich finde man kann halt nicht wirklich coachen, man versucht die Mannschaft beschäftigt zu halten. Man schaut kurz ne Minute hier und dann ne Minute da.


    Wie oben schon beschrieben, habe ich bei meiner Mannschaft (sind aber auch älter) dann immer die Führungsspieler in die Pflicht genommen. Dazu habe ich in den Einheiten vermehrt auf Spielformen gesetzt die sich durch Provokationsregeln und durch Trial und Error ein wenig selbst gecoacht haben und stand nach Möglichkeit immer zwischen den Übungen sodass ich zumindest bei groben Dingen schnell eingreifen konnte.

  • Moin zusammen, neben dem Aspekt des coachens hätte ich noch bedenken bezüglich der Aufsichtspflicht.... wie willst du bei 30 Kindern sicherstellen, daß du alle im Blick hast, vernünftig?! Meiner Ansicht nach ist das nicht machbar.....

  • Aufsichtspflicht.... wie willst du bei 30 Kindern sicherstellen, daß du alle im Blick hast, vernünftig?!

    Ohne das Wort "vernünftig" hätte ich gesagt, frag mal bei einigen Lehrern nach.


    Ideen:

    - Aufwärmen mit Fangspielen klappt

    - Rundläufe und Stationen hängen auch von der Infrastruktur ab (z.B. was ist um den Platz herum? Banden, Fangzäune oder Bach, Straße)

    - 2 Spiele (z.B. 8 gegen 8 (Spielform habe ich kürzlich in Frankreich bei der U12 gesehen)) auf je einer Platzhälfte müssten auch gehen - da kann man auch eine Turnierform machen

    - ich würde wahrscheinlich einen halben Platz zum freien Spielen aufbauen und auf der anderen Platzhälfte 2 Stationen - auf die Stationen kann man dann mehr schauen und das Spiel weitgehend alleine laufen lassen.

  • - Unterstützung einfordern in Form von Helfern. Entweder aus der älteren Jugend oder den Seniorenteams. So dass sich bis zur Lösung des Problems je 1-2 Leute zu dir aufn Platz begeben.

    - Unterstützung einfordern von Elternteilen. Helfen kann immer jeder! Auf- und Abbau, allgemeine Aufsicht...

    - Brocken hinschmeißen in der Hoffnung dass dann Bewegung ins System kommt.


    - Turnierspiele machen mit unterschiedlichen Aufgaben je Feld, z.B. drei Felder, auf einem wird 2:2 gespielt, das zweite mit 4:4, auf einem dritten Rest:Rest. Wertung nach Changing-Team-Turniere: Drei Punkte für einen Sieg + die geschossenen Tore, Unentschieden 1 Punkt + geschossene Tore


    - Team teilen und im wöchentlichen Wechsel oder jedes Team nur noch einmal pro Woche trainieren

    - dritte Trainingseinheit einführen und jedes Kind zu zwei von drei einteilen.

  • Trainieren nach euch noch andere Teams?


    Wenn z.B. die A-Jugend oder die AH nach euch trainiert, könnten da evtl Spieler einfach ein bisschen früher kommen und bei dir im Training unterstützen. Selbst wenn es nur für einen Teil des Trainings ist, bringt es ja schon Erleichterung, erfordert aber sicher eine genauere Trainingsplanung.


    Bei einer B nach Euch könnte ich mir auch vorstellen, dass die älteren Spieler dann die Rolle des von Kröte genannten "Führungsspielers" in kleinen Gruppen übernehmen und dort coachen.


    Ich weiß nicht, wie es bei einer C ist. Bei jüngeren Jahrgängen genügt es manchmal, wenn ein Erwachsener sich neben dem Trainings-Spielfeld aufhält und nur "Bademeister" spielt.

    Das führt schon zu weniger Quatsch und hilft ungemein, sich bei der anderen Hälfte ums Coaching zu kümmern.

    Evtl sind ja einige Eltern bereit, alle 2-3 Wochen einmal "Bademeister" zu spielen?

  • 1-2 Felder aufbauen zum spielen zb. Funinho ( 12 Spieker 3-3 bei Torschuß Teamswechsel ) und Kleinfeld 4-4 ( 12 Torwart , Wandspieler wechsel beim Tor und 4-4 ) mit Wandspieler und eine Übung zum coachen somit hast du alle in Bewegung und auch einen guten Überblick anders wird es schwer kann aber auch nur eine Notlösung sein und leider nicht für die gesamte Saison .

    Funktioniert aber sehr gut vorher warm machen und Stabis damit sie schon mal bisle was raus gerannt haben :-).

  • Das kann nie was vernünftiges werden.

    Am Ende bist du verbrannt und schmeißt hin.

    Für mich gehört das in drei Gruppen geteilt.


    Das sind ja drei Kader auf einmal die da betreut werden müssen.


    Wo bleibt da das Coaching? Der Lerneffekt.

    Als Elternteil würde ich schleunigst das Weite suchen.

  • Sehe ich anders. Natürlich ist es problematisch, dass außer Turnier-Spielformen kaum was sinnvolles gemacht werden kann und separate Technikschulung kaum möglich ist. Zumindest würde ich in dieser Situation nicht viel mehr machen als gemeinsames Aufwärmen und dann Spielfelder aufbauen und diverse Kleinfeldturniere spielen, möglichst mit verschiedenen Spielformen (Mini-Tore, Dribbeltore, Passtore, Feldergrößen/-formen etc.) und besser im 4:4 als im 8:8.


    Auch wenn das Coaching auf der Strecke bleibt: Etwas viel sinnvolleres um die Handlungs-, Entscheidungs- und Reaktionsschnelligkeit zu fördern als Spiele z.B. im 4:4 zu machen geht doch kaum. Jeder ist gefordert, kann sich nicht verstecken und muss mitmachen. Und dabei findet schon auch eine Entwicklung statt, ganz ehrlich als Dorftrainer im Breitensport ist mir die Vermittlung der perfekten Technik nicht mehr so wichtig. Wenn ich eine gewisse Aufgewecktheit, ein aufmerksames und mitdenkendes Mitspielen hinbekomme dann wird das auch zu positiven Entwicklungen führen.


    In irgendeinem Lehrbuch habe ich mal gelesen, dass die Dribbelstärke einiger damaligen Ruhrpottkicker damit begründet wurde, dass dort viel auf der Straße gespielt wurde und Straßen damals lang und eng waren, es musste gedribbelt werden. Stand da ein Trainer daneben im - heute viel vermissten - Straßenfußball ? Nö.

  • let 1612 hat da sicherlich einen guten Ansatz gezeigt. Geht nur mit Gruppenaufteilung.

    Dennoch alles nur Notlösungen, die weder dem Ausbildungsziel noch dem Trainerspaß gerecht werden können. Ich persönlich würde es nicht machen. Das Training wird zur Beschäftigungsstunde. Kann man paar mal als Notlösung so machen. Langfristig m.E. nicht sinnvoll.

  • Von einer Disskussion über den Sinn, eine so große Anzahl von kids alleine zu betreuen bitte ich abzusehen. Das ist mir/uns klar

    Aus meiner Sicht könnte man über ein Wort (Verb) diskutieren: "betreuen"


    Coachen (steuern, begleiten) werde ich sie nicht können. Trainieren (im Sinne von Wiederholungen an Stationen) schon eher. Betreuen (im Sinne ich bin für sie da und biete ihnen eine Fußballmöglichkeit), würde ich sagen geht.

    Das Training wird zur Beschäftigungsstunde. Kann man paar mal als Notlösung so machen. Langfristig m.E. nicht sinnvoll.


    die Dribbelstärke einiger damaligen Ruhrpottkicker damit begründet wurde, dass dort viel auf der Straße gespielt wurde und Straßen damals lang und eng waren, es musste gedribbelt werden. Stand da ein Trainer daneben im - heute viel vermissten - Straßenfußball ? Nö.

    Da bin ich mehr auf Seiten von TomGB - lasst sie kicken. Und evtl. wird das zu eurem Alleinstellungsmerkmal und ihr bekommt noch mehr Zulauf. Warum gehen Kinder und Jugendliche ins Training? Wegen der Übungen und Spielformen? Die wollen kicken und das könnt ihr anbieten.

  • Nein, da stand kein Trainer daneben. Damals waren die Zeiten aber auch andere. Da haben wir jeden Tag draußen gekickt und im Training hat man dann den Rest gelernt.


    Für mich ist die Lösung 47 Kinder die ganze Zeit unangeleitet kicken zu lassen zwar besser als nichts, aber dafür brauche ich auch keinen Verein und um für Eltern eine billige Aufsicht zu sein, ohne Support vom Verein, dafür wäre mir meine Zeit zu schade.


    47, damit kann ich fast 12 Vierer- Teams, oder meinetwegen 9 Fünfer- Teams spielen lassen.

    Das seh ich auch nicht als Alleinstellungsmerkmal let1612 , auch wenn ich deine Beiträge schätze.


    Klar kommen die Kids zum Kicken, über welche Jugend sprechen wir da? Müsste D Jugend sein im jungen Jahrgang sein. Sprich im 9er Feld mit Schiri und Abseits.

    Wenn ich mein Training aufbaue in Einstimmung, kleine Spielform, 1vs1, Überzahl/ Unterzahl Spielform, Abschlussspiel/ Turnier, hab ich auch das ganze Training über gespielt. Mit Sicherheit hatten die Kinder auch Spaß und der Lerneffekt ist trotzdem deutlich höher.


    Mal ganz davon wird man wohl keine 47 Lämmer haben die 90 Minuten wie kleine Roboter unterwegs sind und keine Dummheiten machen.


    Ich tendiere aber auch dazu, wäre das Thema dem TE wichtig, hätte er längst reingeschaut und sich geäußert. Vermutlich diskutieren wir eher einen fiktiven Fall.

  • Ich würde als Trainer "verpflichtend" fordern, dass mindestens immer ein Elternteil dabei ist.


    Nur mal der Fall eines Unfalls in einem der Spielfelder. Wenn zwei mit den Köpfen aneinander rasseln und bluten, dann hat man zwei "Notfälle" und gleichzeitig 28 (oder bis zu 45) unbeaufsichtigte Jugendliche!

    Ist natürlich die Ausnahme, aber Verletzungen bei 30-47 Kindern im Training halte ich nicht für unwahrscheinlich.

    Selbst bei meinen 13 Jungs habe ich alle paar Wochen mal eine Verletzung. Nie etwas wildes, aber wenn ein Kind weint, sollte im Training doch der Trainer sich darum kümmern. Ich bin dann auch alleine und lasse die anderen Jungs immer direkt weiterspielen, aber da habe ich dann nur ein Feld im Blick und keinen akuten Unfall.



    Bei so vielen Eltern ist dann übrigens jede Familie nur 1-2x pro Jahr dabei.


    Ganz ehrlich gesagt würde ich sogar noch einen Schritt weitergehen und bei so vielen Eltern 2-3 Co-Trainer "fordern".

    Ich bin auch schlecht im delegieren (leider!), aber ich habe früher schon häufiger den Eltern die Pistole auf die Brust gesetzt, damit sich welche "erbarmen".



    Abgesehen von diesem Problem würde ich es aber ähnlich wie let1612 und andere machen:

    - Ein Teil des Trainingsfeldes sind reine Spielfelder. Bei 30 Kindern dann vielleicht 2 kleinere Felder, wo jeweils 5:5 trainiert wird.

    - Und der zweite Teil ist dann für Übungen, wo aktiv gecoacht werden kann.


    Man könnte auch 3 Spielfelder aufbauen, die jeweils unterschiedlich aufgebaut sind.

    Z.B. einmal Funino mit Wechselspielern oder als einfachere Lösung etwas größeres Feld für ein 5:5

    Dann einmal ein normales Fußballfeld 5:5

    Und dann ein drittes Fußballfeld mit Dribbeltoren.

    Auf allen Feldern oder einzelnen Feldern könnte man dann auch Rondo spielen lassen, mit oder ohne Kontertore.

    Auf allen Feldern oder einzelnen könnte man zusätzliche Regeln einführen, z.B. alle über die Mittellinie oder ähnliches.

    Usw.


    Man kann natürlich auch 4 Felder aufbauen, wenn man kleinere Felder haben möchte. Dann bleibt aber nur 1/4 pro Kind für eine aktive Übung mit Coaching.

    Es wäre nur sehr sinnvoll, wenn man im Training dann Blöcke hat und nicht alle Kinder umverteilen muss.

    Die Blöcke könnte man auch nach Spielstärke einteilen.



    Aber, um es festzuhalten, glücklich halte ich die Lösung ein Trainer mit so vielen Kinder nicht!