Tagebuch Kreisliga U17

  • Er hat ja erst kürzlich in einem Post geschrieben, dass (zugegeben während der Ferienzeit) von 11 Spielern 4 pünktlich waren. Genauso die Sache mit den drei Störenfrieden, die Leistungsträger in der Mannschaft sind. Auch von denen würde man sich ein Stück wwit unabhängiger machen.


    Davon ab: Der "Kleine" verliert in der U15 alle Spiele, obwohl er leistungsmäßig wohl zu mehr fähig ist. Da hätte ich dann als 14-Jähriger auch keinen so großen Bock mehr drauf. Aus seiner Perspektive wäre es wohl besser ihn hochzuziehen.

  • Zur Einordnung: Die C-Jugend ist an dem Wochenende ohnehin spielfrei, der Junge hat nächstes Wochenende also keine Spielmöglichkeit in seiner Altersklasse. Dauerhaftes Hochziehen ist eigentlich auch gar kein Thema.


    Er wird die Trainingswoche bei uns mitmachen (stößt NACH seinem absolvierten C-Jugend-Training dazu). Die Teilnahme am Trainingsbetrieb ist die Grundbedingung für einen Einsatz am Wochenende. Logisch. Wenn er heute und Donnerstag dann weiterhin gut mitzieht und besser ist als die 2002er oder 2003er, spielt er Samstag. Wenn nicht, dann nicht. Gilt für ihn genau wie für alle 2002er und 2003er.


    Auch in unserem Konzeptentwurf steht sinngemäß: "Die Spieler spielen in ihren Jahrgängen. Ausnahme: Überdurchschnittliche Leistungen."

    Aus meiner Sicht eine berechtigte Ausnahme, die dem Team weiterhelfen wird. Das werde ich dem Team gegenüber auch problemlos so vertreten können. Ansonsten denken wir den Jahrgangs-Gedanken mal weiter: Dann müsste ich im Endeffekt auch meine drei schon vorhandenen 2004er, die im Sommer Angebote von einem benachbarten Profiverein ausgeschlagen haben, in unsere C-Jugend zurückschicken. Problem: Die wären dort im Training hoffnungslos (!) unterfordert und auch die Spiele würden sie garantiert frustrieren, weil die Mitspieler eben nicht annähernd ihre Qualität haben. Das ist bei dem vierten Jungen, der jetzt mal diese Woche bei uns dabei ist, doch nicht anders. Wir können die Jungs natürlich auch dauerhaft in der C-Jugend lassen. Bis sie sagen: "Lasst mich in Ruhe hier, nebenan kann ich U15-Landesliga (oder höher) spielen."


    Und genau diese Jungs MÜSSEN wir im Verein halten, wenn wir eben nicht dauerhaft NUR durchschnittliches Kreisliga-Niveau in unseren Teams haben wollen.

  • Das ist bei dem vierten Jungen, der jetzt mal diese Woche bei uns dabei ist, doch nicht anders. Wir können die Jungs natürlich auch dauerhaft in der C-Jugend lassen. Bis sie sagen: "Lasst mich in Ruhe hier, nebenan kann ich U15-Landesliga (oder höher) spielen."


    Und genau diese Jungs MÜSSEN wir im Verein halten, wenn wir eben nicht dauerhaft NUR durchschnittliches Kreisliga-Niveau in unseren Teams haben wollen.

    Vollkommen verständlich. WEnn der Verein diese Möglichkeiten hat, ist das doch in Ordnung und vernünftig.

    Bei manchen Vereinen gibt es leider auch nur Kreisliganiveau im Training, auch in der dann höheren Jugend.

    Dann macht es eben Sinn die Jungs ziehen zu lassen. Mit den hochgezogenen bei uns habe ich das Problem, das

    Sie spielerisch auch den 2 Jahre älteren weitestgehend voraus sind, 2,3 der älteren blühen nun auf, da Sie nun auch Jungs haben, mit denen Sie Fußball spielen können, was ganz nett ist, das Niveau im Training ist allerdings immer noch mager. Es gibt nun von 2006-2008 7 Fußballer auf einem Niveau, die restlichen 7 sind leider nicht auf diesem Niveau...

    Da frage ich mich, was es für die -hochgezogenen- noch für herausforderung ist.

    so wie Taktiker_95 es beschreibt ist es aber eine, für mich, sinnige Förderung, die auch anscheinend mit Augenmaß

    betrieben wird...

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Ich denke es kommt auch auf den Verein und Liga an. Ich hatte letztes Jahr eine Landesstaffel C-Jugend und habe jetzt eine Verbandsstaffel B-Jugend. Also jeweils die Höchste Liga unter der Oberliga. Meine 2003er die ich mir letztes Jahr gezogen habe passen gut ins Team, sind aber selbst bei Ausnahmetalent in der Liga hinter den 2002ern hinterher. Ein 2004er meiner Jungs von letzter Saison würde zerlegt werden gegen Bundesliga Nachwuchs von Heidenheim z.b.

    Taktiker_95 Bei deinen "Störenfrieden" helfen vielleicht gerade das Gegenteil von Sanktionen. Vielleicht probierst du es mal mit Teambuilding. Das sie als mögliche Leistungsträger merken, dass sie der Mannschaft helfen, bzw. schaden und nicht ausschließlich dir.
    Über Taktik hatten wir ja schon mal geschrieben, wie sieht es mit deinen Positionen aus wenn du, gezwungener maßen umstellen musst?

  • Die letzten zwei Wochen fasse ich mal im Schnelldurchlauf zusammen:

    Gegen den Spitzenreiter 0:4 (0:3) verloren, war so zu erwarten und konnten die Jungs schnell abhaken. Heute nach vielen vergebenen Großchancen und 0:1-Pausenstand gegen den Vorletzten noch 2:1 gewonnen. Die ersten 20 Minuten - wir spielten erstmals in einem 4-1-4-1 - lief wenig zusammen, viele Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe. Das wurde noch dadurch verstärkt, dass zwei meiner Problemspieler ihre Defensivarbeit (ZM und LM) weitestgehend einstellten und sich stattdessen darauf beschränkten, ihre Mitspieler zu kritisieren, zu verunsichern und runterzumachen.


    Konsequenz: Nach 20 Minuten Doppelwechsel und Feierabend für die beiden Spezialisten. Vorangegangene Einzelgespräche, in denen ich ihren Wert für die Mannschaft hervorgehoben habe, haben offensichtlich nichts (!) bewirkt. In der ersten Aktion nach dem Doppelwechsel (gegnerischer Eckball) fällt dummerweise direkt das 0:1. Auf der Bank haben sich die beiden dann noch angeregt "unterhalten" bzw. sich darüber aufgeregt, wie unfair doch alles ist. "Weißt du, warum wir ausgewechselt werden? Weil wir anscheinend verlieren wollen!", "Wir sind die einzigen, die richtig spielen", "wir sind die einzigen, die ihre Meinung äußern", "wir dürfen auf dem Platz doch gar nichts sagen" und andere Highlights...:D 


    Mitte der zweiten Halbzeit haben sie sich dann umgezogen und sind gefahren. Ein schöner Schlag ins Gesicht für ihre Teamkollegen, die fortan ohne Wechseloption auskommen mussten. Ein noch schönerer Schlag ins Gesicht für die, die ich nicht mal in den Spieltagskader nehmen konnte.


    Das zeigt, wie wichtig ihnen das Team zu sein scheint. Der heutige "Haupt-Problemspieler" wurde letzte Saison unter meinem Vorgänger (Jugendleiter) bereits für sechs Monate suspendiert aus den identischen Gründen. Wiederholungstäter sozusagen.


    Zur grundsätzlichen Situation/Ausgangslage: Wir sind in der gesamten Jugend eine Spielgemeinschaft. Die Jungs, die ich aktuell im Team habe, spielten letzte Saison noch in getrennten Teams (U17 in Verein A, U15 in Verein B). Das Team, was heute beim Abpfiff auf dem Platz stand, bildete sich aus 10 (!) Jungs aus dem pflegeleichteren Team B und einem Neuzugang. Darauf wies mich ein Spielervater hin, mir ist's gar nicht aufgefallen. Aber er bestätigte mir auch meinen Eindruck: Die Jungs aus Verein A sind mit wenigen Ausnahmen sehr schwierig (ALLE Problemspieler kommen von dort), die Jungs aus Verein B sind durch die Bank weg sehr pflegeleicht. Die Jungs spielten wohl in der vorletzten Saison auch schon mal gegeneinander - es gab zwei U15-Teams - und das Spiel ist wohl eskaliert und endete fast in einer Schlägerei.


    Einerseits "schön", dass mein Eindruck auch von den Eltern und der jüngeren Vergangenheit bestätigt wird. Andererseits: Woran liegt das, wenn es so heftige Unterschiede zwischen den Teams gibt? So, wie ich meinen Jugendleiter und Vorgänger kennengelernt habe, wird der die Zügel nicht hat schleifen lassen. Die erfolgten Suspendierungen der letzten Saison sprechen ja auch dafür.


    Ich denke, da werden wir in unserem mittlerweile 29-Mann-Kader erstmal ein wenig aufräumen müssen. Bietet sich ja an in der Winterpause...


    Für Meinungen bin ich dankbar. Momentan sehe ich weitere Ausschlüsse bzgl. Wechsel-"Empfehlungen" als einzigen Ausweg.

  • Taktiker_95

    Deine Zusammenfassungen und Berichte sind immer interessant zu lesen. Gerade für jemanden wie mich, der sich im Kleinfeldbereich herumtreibt und somit von all den taktischen Überlegungen verschont bleibt. Die Frage, die sich mir aber stellt, ist, warum du die Unruhestifter jedes mal mitnimmst und denen, die wollen und sich integrieren, die Chance zum Spielen nimmst?


    Deine Jungs sind mittlerweile in einem Alter, in denen sie sich selbst reflektieren können, auch wenn sie nicht wollen und keinen Bock haben. Das Fußball ein Mannschaftssport ist, werden sie auch langsam begriffen haben. Wer dann sein Team so im Stich lässt und abhaut, der hat dieses Prinzip nicht verstanden.


    Konzentriere dich doch lieber auf die anderen, mit denen du gut arbeiten kannst und die mitziehen. Den Unruhestiftern ermöglichst du eine Pause. Dein Kader scheint groß genug dafür zu sein und du ersparst dir diesen andauernden Hickhack. Und selbst wenn die Nörgler schlussendlich wechseln, wäre es ein so großer Verlust? Oder wäre es ein größerer Verlust, wenn plötzlich die verlässlichen Spieler aufhören? Es muss natürlich nicht zu so einer Situation kommen, aber wer möchte sich andauernd von seinen Mitspielern anmeckern lassen, egal was man macht, und der Trainer unterstützt dies, in dem er die Unruhestifter immer wieder nominiert?

  • Mitte der zweiten Halbzeit haben sie sich dann umgezogen und sind gefahren. Ein schöner Schlag ins Gesicht für ihre Teamkollegen, die fortan ohne Wechseloption auskommen mussten. Ein noch schönerer Schlag ins Gesicht für die, die ich nicht mal in den Spieltagskader nehmen konnte.

    Das verstehe ich nicht. Hattest du nur 2 Spieler auf der Bank oder wieso keine weitere Wechseloption? Und wenn ja, warum waren nicht weitere Spieler im Kader?

    Darf man bei euch auf Kreisebene nicht hin und herwechseln? Weil dann müssten andere Ersatzspieler bzw. ausgewechselte Spieler doch noch da gewesen sein oder?


    onzentriere dich doch lieber auf die anderen, mit denen du gut arbeiten kannst und die mitziehen. Den Unruhestiftern ermöglichst du eine Pause. Dein Kader scheint groß genug dafür zu sein und du ersparst dir diesen andauernden Hickhack. Und selbst wenn die Nörgler schlussendlich wechseln, wäre es ein so großer Verlust? Oder wäre es ein größerer Verlust, wenn plötzlich die verlässlichen Spieler aufhören? Es muss natürlich nicht zu so einer Situation kommen, aber wer möchte sich andauernd von seinen Mitspielern anmeckern lassen, egal was man macht, und der Trainer unterstützt dies, in dem er die Unruhestifter immer wieder nominiert?

    Ich sehe es so wie MightyReds . Nimm die Jungs mal raus, kann ja erstmal temporär sein...2 Wochen komplette Pause, danach können sie sich über gute Trainingsleistung + vernünftiges Verhalten wieder für den Kader empfehlen. Mir sagt man oft: "Du brauchst die 11 richtigen Spieler, nicht die 11 besten Spieler."

    Und ich glaube da ist viel wahres dran. Es nützt nichts, wenn die Jungs etwas Leistungsstärker sind als die Spieler auf der Bank, wenn sie das nicht abrufen bzw. durch ihr Verhalten dafür sorgen, dass die anderen runtergezogen werden und "kein Bock haben mit denen zusammen zu spielen".


    Außerdem: Warum bist du Trainer? Verdienst du deinen Lebensunterhalt damit oder ist es dein Hobby? Hobbies betreibt man, weil man Spaß daran hat, was ist, wenn du den Spaß verlieren solltest? Denk mal drüber nach und sorge dafür, dass du dir den Spaß nicht nehmen lässt!

    Du machst es gut, du scheinst mega engagiert und bei der Sache zu sein. Aber lass dich nicht aus dem Konzept bringen!

  • Das verstehe ich nicht. Hattest du nur 2 Spieler auf der Bank oder wieso keine weitere Wechseloption? Und wenn ja, warum waren nicht weitere Spieler im Kader?

    Darf man bei euch auf Kreisebene nicht hin und herwechseln? Weil dann müssten andere Ersatzspieler bzw. ausgewechselte Spieler doch noch da gewesen sein oder?

    Wir dürfen 15 Spieler beliebig oft ein- und auswechseln, d.h. ich nehme immer vier Ersatzspieler mit. Neben den beiden "Geflüchteten" hatten wir in der zweiten Halbzeit aber nur noch zwei bereits ausgewechselte Verletzte auf der Bank, die nicht mehr spielen konnten. Hätte ich erwähnen müssen...


    Ansonsten: Danke euch beiden für den Zuspruch. Ich werde nachher - sofern sie zum Training kommen - mit den beiden Spezialisten sprechen und ihnen eine Denkpause verordnen. Ob und wie es dann weitergeht, wird sich zeigen. Aber klar: Wenn du immer wieder mit Nebenkriegsschauplätzen zu kämpfen hast, merkst du das früher oder später. Und die Energie für die lernwillige Mehrheit darf nicht woanders verschwendet werden

  • Moin Taktiker,

    wie sind die letzten Tage so verlaufen?

    Hat es für die Bezirksliga-Quali gereicht?

    Wie bist du mit deinen Pflegefällen umgegangen?

    Wie geht es mit deinem talentierten U15-Spieler weiter?

    Wie sieht dein Fahrplan für die nächsten 2-3 Monate aus?


    Gruß

    Peepshow

  • Hi Peepshow (und natürlich alle anderen Mitleser)!


    Der Reihe nach: Die Jungs, die in der zweiten Hälfte des letzten Pflichtspiels abgehauen sind, waren bis einschließlich heute von Spiel und Training suspendiert. Hat mir noch eine schöne Diskussion mit den Eltern des eines Jungen eingebracht ("mein Sohn hat bei deinen Vorgängern immer regelmäßig gespielt, warum werden andere plötzlich bevorzugt, Strafe überzogen, er hat doch gar nichts gemacht, Stimmung muss doch jetzt nicht kippen" usw. usf...) , aber da stehe ich drüber. Und für einzelne Auswechslungen werde ich mich sowieso nicht gegenüber Elternteilen rechtfertigen.


    Da bin ich gespannt, wie sich die beiden nach ihrer Pause präsentieren werden.

    Die letzten Einheiten waren soweit in Ordnung. Im ersten Training nach dem "Flüchten" gab's mal 'ne ordentliche Standpauke meinerseits, weil auch einige andere Jungs in den letzten Einheiten aus meiner Sicht nicht mit vollem Einsatz und entsprechender Einstellung mitgezogen haben. Es wurde dann mal fünf Minuten recht laut auf dem Platz, so kannten mich meine Jungs bislang nicht und das wirkte dann auch entsprechend. Danach durfte mein Team zwei Platzrunden darüber nachdenken und war dann in der Trainingswoche auch kollektiv seeeehr handzahm...


    Die Quali für die Aufstiegsrunde haben wir knapp verpasst, weil die Ergebnisse der anderen Teams nicht mitgespielt haben. Ist aber in Ordnung. Gestern gewannen wir mit neun 2003ern (junger B-Jugend-Jahrgang), einem 2004er und einem 2002er mit 2:1 (2:0) gegen einen C-Jugend-Bezirksligisten. Qualität und Potential ist also da und nächstes Jahr werden wir auch bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielen müssen.


    Der vierte 2004er (drei spielen ja sowieso schon fest bei mir) spielt weiterhin in der U15. Ich hätte ihn definitiv sehr gerne fest hochgeholt, aber das kann ich bei unserer Kadergröße nicht machen. Aber die Ausrichtung unserer Jugendabteilung (Stichwort Leistungs-Orientierung und entsprechende Mannschaftsmeldungen und Kadereinteilungen) ist sowieso ein großer Punkt auf meinem Wunschzettel für die nächste Saison. Wenn der Verein und ich grundlegend andere Ansichten haben und viele Altjahrgänge wie vor zwei Jahren wieder mit hochgehen sollten und meiner U17 so die Aufstiegs-Perspektive genommen wird, muss ich mir eben Gedanken machen, weil ich es wichtig fände, Teams im Bezirk zu etablieren. Da bin ich auf die nächsten Monate sehr gespannt.


    Die nächsten Wochen und Monate werden erstmal relativ entspannt, hoffe ich. Spiele stehen nicht mehr an, höchstens intern gegen unsere A-Jugend. Die Hallenkreismeisterschaften gehe ich ehrlich gesagt völlig gelassen an, ich kann mit dem Hallenfußball überhaupt nichts anfangen. Habe ich den Jungs auch so gesagt und weitgehend Zustimmung bekommen. Wer Bock hat und gut mitzieht, kann mitspielen. Wer nicht will (Verletzungsangst o.ä.), kein Problem.

    Trainieren werden wir möglichst durchgängig draußen auf unserem Kunstrasen. Winterpause ist voraussichtlich vom 16.12. (1. Spieltag Hallenmeisterschaft) bis 03.Januar. Auf die Pause freue ich mich schon extrem, weil ich währenddessen auch Urlaub/Ferien habe und mal komplett abschalten kann. Ist nötig, weil die Hinrunde doch kräftezehrend war.


    Die Rückrunde werde ich dann wieder mit neuem, altem Ehrgeiz vorbereiten. Ich werde den Jungs unsere neue Spielidee im 4-1-4-1 vermitteln und hoffe dann auf schönere Spiele. Die Ansätze, die gestern im Testspiel gezeigt wurden, sahen schon gut aus. Aber klar: Taktisch trainiert haben wir aus der Grundordnung heraus noch nicht, daher schlummert da noch viel Potential (recht große Lücken im (früheren) Pressing, Lenkverhalten des ST ausbaufähig, Verschiebebewegungen, Zuständigkeiten (wann gibt wer Druck?), Positionsspiel im Spielaufbau, usw.).

    Auch einige andere Abläufe (Aufwärmen am Spieltag, Stabilisationsprogramm einführen) werden wir optimieren.


    Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass wir in der Rückrunde auf einem deutlich höheren Niveau spielen werden.


    We will see!:thumbup:

  • So, es wird mal wieder Zeit für eine Zwischenmeldung. Um es nicht "Frust ablassen" zu nennen...


    Ich bin von einigen im Kader mittlerweile so genervt, das ist unglaublich. Witzigerweise sind das fast ausschließlich die 2002er, die schon letzte Saison zusammen in einem Team gespielt haben. Der Rest aus dem anderen Verein ist weitgehend harmlos, wissbegierig und mit vollem Einsatz dabei. Zu denen habe ich auch echt ein teilweise überragendes Verhältnis.


    Aber wie sich einige 2002er benehmen, geht mir so auf den Geist, sorry. Wir beschäftigten uns in den letzten Einheiten und auch heute mit Ballsicherung und damit verbunden ÜZ/UZ-Spielformen mit Felderwechsel (7-gegen-3, nach Ballgewinn Pass zu den wartenden vier Spielern im anderen Feld und dort dann neues 7-gegen-3 mit getauschten Rollen). Bei jedem Ballverlust und Ausball wird versucht, mit mir über meine Entscheidung zu diskutieren. Da wird sich aufgeregt und gegenseitig schön hochgeschaukelt, wie unfair doch alles sei.


    Einer meiner Langzeit-Pflegefälle war heute auch wieder in Bestform. Das angesprochene Diskutieren ging hauptsächlich von ihm aus. Dann packt er nach Ballgewinn einen Rabona-Versuch aus, um das Feld zu wechseln. Klappt nicht, der Ball geht irgendwo in die Botanik. Ich spiele den Ball zurück zu dem Team, wo der Ball herkam. Gemeckere ist groß, von mir gibt's 'nen entsprechenden lauteren Konter, dass er die Sche.iße lassen soll und den Ball wie jeder andere auch mit der Innenseite spielen soll. In der direkt darauf folgenden Spielform auf Tore genau das gleiche, er spielt mit seinem Rabona-Versuch aus 'nem Meter am freien Passtor vorbei. Da fass' ich mir doch an den Kopf...

    Letzte Woche hat er dann einen Mitspieler (letztjährig - natürlich - noch keine Teamkollegen) bedroht von wegen "mach so weiter, dann klatscht es".


    Folge: Ich habe heute nach dem Training nochmal mit dem Pflegefall gesprochen und gesagt, dass er eben meinetwegen die ganze Rückrunde zugucken kann, wenn er so weitermacht. Wird zwar natürlich keine Verhaltensänderung herbeiführen (Wetten nehme ich gerne an), aber versuchen muss man's ja ...


    Ich bin auch mittlerweile schon so weit, dass ich die Pflegefälle (vielleicht fünf an der Zahl) beim Coachen komplett außen vor lasse. Weil ohnehin nichts angenommen wird oder zugehört wird. Wenn wir in Gruppen trainieren, tun sie sich in der Regel sowieso so zusammen, dass die beiden Teams aus der letzten Saison (wurden ja zu dieser Saison zusammengeführt) unter sich bleiben. Das eine Team kann ich dann coachen, das andere macht dann eben irgendwas, was vielleicht annähernd mit der Aufgabe zutun hat. War zumindest Montag okay, heute habe ich da gar nicht mehr drauf geachtet.


    Das Zuhören ist der nächste Punkt. Ich erkläre vorhin: "Wir gehen in die Spielform, die wir von Montag noch kennen. An sich freies Spiel über die gesamte Platzhälfte auf ein Großtor und die drei Minitore. In der Mitte haben wir wieder eine Zone aufgebaut, in der bitte nur One Touch gespielt wird. Die Zone geht diesmal über die gesamte Breite. Damit es einfacher wird, haben wir noch drei Neutrale, die bitte erstmal nur in der Zone spielen und zusätzliche Anspieloptionen bieten."


    So weit, so gut. Nach zwei Minuten der erste Pflegefall (sorry...) zu 'nem Mitspieler: "Digga, was soll ich überhaupt machen? Ich war Montag doch gar nicht da!"


    Für mich unbegreiflich. Immerhin sahen die One-Touch-Kombinationen heute schon besser aus als Montag. Es lief flüssiger, schneller und präziser. Man muss ja immer auch das Positive sehen...


    Generell ist das Team auch recht schwierig, was die Erwartungen an ein aus ihrer Sicht "gutes" Training angeht, denke ich. Die 2002er meinen, wir würden nicht hart genug trainieren. Das Training bei meinem Vorgänger (Jugendleiter, es trainierten U17 und U19 gemeinsam) sei körperlich anspruchsvoller gewesen. Kann sein, dass es am individuellen Spieltempo liegt - schließlich spielen die 2002er nun teilweise mit 2004ern und nicht mehr 1999ern. Mein Standpunkt ist ganz klar "gutes Training muss nicht immer anstrengend sein". Zumal wir auch so viele Tore noch in der Schlussphase gemacht haben. In der Nachspielzeit aus 0:2 per Doppelschlag noch ein 2:2 gemacht. Ginge ja fast nicht, wenn wir nicht fit wären.


    Ich habe auch den Eindruck, dass angesprochener Jugendleiter recht viel im konditionellen Bereich arbeitet. Der Erfolg gibt ihm recht, aber ich lege eben größeren Wert auf technisch-taktische Qualität. Und die, die gut mitziehen, machen da aus meiner Sicht auch gute Fortschritte. Konditionellen Feinschliff können sie sich in den späteren Jahren schneller holen als technischen Feinschliff.


    Die ehemaligen C-Jugend-Spieler hingegen kommen - gegenteilig zu den 2002ern - nach dem Vorbereitungs-Auftakt (und teilweise auch unter der Saison) zu mir und sagen völlig platt: "Ich hab' jetzt 'ne Woche Muskelkater, bisher haben wir so nicht trainiert." Erstes Training. Da ging es nur um 20 Minuten Grundlagen-Ausdauer mit Ball.


    Und daraus soll jetzt eine vernünftige Einheit werden, die zusammenhält und an einem Strang zieht. Ja wie denn...?!


    Was lernen wir daraus für die unmittelbare Zukunft: Solche Kadergrößen (27 aktuell) im Breitensport-Bereich tue ich mir definitiv nicht mehr an. Zur neuen Saison möchte ich mir die hochkommenden U15-Jungs unbedingt vorher anschauen und dann entscheiden, welche 19-20 Jungs ich unterm Strich haben möchte. Setzt natürlich voraus, dass wir ein entsprechendes Konzept haben, was auch die Leistungs-Schiene bedient. Momentan ist da noch nichts Halbes und nichts Ganzes vorhanden.

    Offiziell haben wir im Verein momentan wieder 27 Jungs, die nächstes Jahr U17 (2003 und 2004) spielen würden. Die Jugendleitung spielt sogar mit dem Gedanken, die restliche U19 aufzulösen (momentan hauptsächlich älterer Jahrgang, der übrigens auf dem Weg Richtung Bezirksliga ist) und die verbleibenden U19-Spieler auch noch in die U17 zu stecken, damit die außer Konkurrenz 'ne Spielmöglichkeit haben und wenigstens im Verein bleiben. Ja Hallelujah. Geschätzt 35 Spieler ohne Punktewertung. Und für zwei Teams (so die aktuelle Erfahrung mit meiner U17) wären 35 zu wenig.

    Und die talentierten, ambitionierten Jungs würde man in der Konsequenz wieder vergraulen. Dieser Weg wäre dann definitiv ohne mich, aber ich denke, so weit wird's auch nicht kommen.


    Mal schauen, wie es weitergeht. Ich bin jetzt erstmal gefrustet und freue mich schon sehr auf die Gespräche bzgl. der neuen Saison und darauf, wie die Jugendleitung sich alles weitere vorstellt. Frust pur, weil der Verein auf vielen Ebenen eigentlich so geile Möglichkeiten bietet und auch viele Jungs charakterlich top sind. Aber man muss diese Möglichkeiten eben auch konsequent nutzen und ausbauen...


    Fortsetzung folgt, Meinungen (Mut machen, Kritik, Tipps, Lösungsmöglichkeiten, whatever) sind wie immer gerne gesehen ...

  • Schön, wieder was von dir zu hören. Ich versuche mal etwas differenziert auf die verschiedenen Bereiche einzugehen.


    1. Disziplin/Störende Spieler


    Unangenehme Situation, die aber nach meiner Erfahrung auch dem Alter geschuldet ist, wo wenig Kritik/Feedback usw. angenommen wird. Wichig wäre hier, dass du deinen Worten auch Taten folgen lässt. Heißt, die betreffenden Spieler kommen nicht zum Einsatz, bis sich ihr Verhalten so geändert hat, dass es für dich akzeptabel ist. Durch deinen großen Kader hast du ja die entsprechenden Möglichkeiten dafür. Dass das eventuell eine sportliche Schwächung bedeutet, würde ich in Kauf nehmen.


    2. Stichwort "hartes Training"


    Ist für mich ein typisches Argument auch aus dem Männerbereich, wo immer noch auf Waldläufe etc. in der Saisonvorbereitung geschworen wird. Ich persönlich versuche die fußballspezifische Kondition viel über Spielformen oder auch Formen des 1vs1, 2vs2, 3vs2, 3vs3, 4vs4 etc. zu schulen, baue aber auch hin und wieder (gerade erst gestern im Training) einen Fußballzirkel mit verschiedenen technisch/körperlichen Übungen auf, der schon auch recht anstrengend ist (habe ihn gestern selbst mitgemacht), sofern man ihn richtig mitmacht.

    Mein Standpunkt ist ganz klar "gutes Training muss nicht immer anstrengend sein". Zumal wir auch so viele Tore noch in der Schlussphase gemacht haben. In der Nachspielzeit aus 0:2 per Doppelschlag noch ein 2:2 gemacht. Ginge ja fast nicht, wenn wir nicht fit wären.

    Das sehe ich etwas anders. Finde schon, dass es (wie auch immer man "gutes" Training definiert) dazu gehört, mit einer gewissen Erschöpfung nach Hause zu gehen. Allerdings hängt das m.E. nach sehr stark von den jeweiligen Spielern ab. Ich z.B. gebe in jedem Trainingsspiel o.ä. 100% und ziehe auch dann den Defensivsprint noch an, wenn es voraussichtlich nicht mehr von Erfolg gekrönt ist. Wir beide kennen aber sicherlich genug Spieler in unseren Teams, die in so einer Situation eher vorne stehen bleiben würden.

    Ob das 2:2 in der Nachspielzeit jetzt für die Kondition eures Teams spricht oder nur dafür, dass eure besser war als die des Gegners kann ich nicht beurteilen.

    Hier würde ich dir Tests wie den Shuttle Run empfehlen. Den führe ich zur Diagnostik der Ausdauerleistung einmal zu Saisonbeginn und einmal nach Ende der Vorbereitung (also etwa nach 6-8 Wochen) durch. Da hast du dann den Vergleich, ob sich die Ausdauerfähigkeit deiner Spieler gegenüber dem Zeitpunkt zu Beginn der Vorbereitung gesteigert hat oder nicht. Das gibt dir dann gleichzeitig noch den Aufschluss darüber, ob dein Training anstrengend genug war oder nicht. Wenn du Interesse hast und den Shuttle Run bei dir mal durchführen solltest... Ich habe noch die Daten der letzten Jahre (B- und A-Jugend immer 2. oder dritthöchste Spielklasse auf Landesebene) da und würde sie dir ggf. mal als Vergleichsbasis zuschicken.

    Mit diesem Mittel erübrigt sich dann eigentlich auch die Diskussion, ob dein Training anstrengend genug ist oder nicht, da du nun Fakten hast.


    3. Ausblick, Kadergröße für die Zukunft


    Wie ich befürchtet habe, ist das mit 27 Spielern schwer zu machen, zumal du ja noch alleine (!!) bist. Ich kann dir für die Zukunft eine Kadergröße von 18/19 zuverlässigen Spielern empfehlen, da hast du einen gesunden Konkurrenzkampf, immer eine gut gefüllte Bank und beim Training angenehme Gruppengrößen von meist 15-17 Spielern.


    Grüße und (falls es schon so weit ist) eine entspannte Winterpause!


    José

  • Ich schließe mich José-Mourinho an.


    Disziplin: Die einzige Chance die Jungs in die Spur zu bekommen ist, wenn sie dich ernst nehmen. Es scheint mir nach deinen Beiträgen nicht unbedingt der Fall. Du musst Konsequenzen androhen und diese dann auch unbedingt durchziehen!

    Und glaub mir, dass wir nicht nur eine Reaktion bei dem betroffenen Spieler erzeugen (entweder in die eine oder aber halt auch in die andere Richtung), aber das wird dazu führen, dass die Spieler, die Gas geben wollen und gut trainieren wollen sich freuen, wenn der Störenfried nicht mehr stört bzw. stören kann, da nicht dabei.



    hartes Training: Gutes Training ist für mich spielnahes Training. Ein Spiel ist anstrengend also ist spielnahes Training auch anstrengend. Die Frage ist, ist das Training spielnah?

    Meine ehrliche Vermutung zu deinem Training - ohne, dass ich da Background zu habe, da ich ja nichts gesehen habe - also Vermutung:

    Deine Trainingsformen sind gut gewählt, du machst spielnahe Spielfeldausschnitte und lässt die verschiedenen Trainingsziele trainieren. Der erste Punkt von spielnahem Training ist also drin.

    Aber der zweite...das Spieltempo. Spielen deine Jungs so schnell wie im Spiel? Vor allem, verteidigt die Mannschaft ohne Ball so kompakt, aggressiv, laufbereit etc. wie im Spiel? Meist liegt in diesem Punkt die Crux. Mourinho schreibt ja schon, meist werden Rückwege nur noch Alibimäßig gemacht, hier ist drauf zu achten.

    Ob ihr fit seid oder nicht, lässt sich an dem Drehen das 0:2 in 2:2 in der Schlussphase nicht zwingend sagen. Vielleicht seid ihr nicht fit, aber der Gegner war noch fitter.

    Generell glaub ich aber auch, die Jungs wollen provozieren und haben eben auch keine Ahnung, sondern meinen Kondition kommt nur vom Laufen ohne Ball.


    Kadergröße: Mehr als 19 Spieler inklusive 2 TW nehme ich nie, man kann zu wenig Einsatzzeiten verteilen. Zu dem Punkt Kadergröße habe ich hier schon öfter was geschrieben. Meiner Meinung nach würdest du viele Probleme lösen, wenn du bei den Problemfällen richtig durchgreifen würdest und dir nicht auf der Nase rumtanzen lassen würdest. Sorry, aber so wie du das darstellst kommt das so rüber und da fürchte ich, dass das auch bei den anderen vernünftigen Spielern so ankommt.

    Ich glaube das macht dir das Standing, was du eigentlich verdient hättest kaputt, mir scheint es als machst du gute Arbeit, die du dir aber kaputt machen lässt.

  • Mal eine andere Sichtweise zu Pflegefall oder/und störende Spieler - das sind Mitglieder, Freunde der Spieler, Jugendliche, Querdenker, Rebellen, Spieler mit Selbstvertrauen


    Warum verhalten sich die Spieler so, wie sie es tun?


    Eine kleine Anekdote aus meinem Leben (verdammt ist schon 30 Jahre her ;)) - auch U17. Verbandsliga (damals höchste Spielklasse). Es begann gut und ich spielte. Irgendwann wurde der Trainer gewechselt und ich bekam aus meiner Sicht keine Chance mehr. Nachdem ich keine Lust mehr hatte mich am Wochenende immer umzuziehen und nicht dran zu kommen, erklärte ich, dass ich unter dem Trainer nicht mehr spielen möchte. Training mit den Kumpels machte allerdings Spaß - also ging ich weiterhin dort hin. Auch ist ein Vereinswechsel innerhalb einer Saison ziemlich blöde. Und ja, beim Torschuss schoß ich oft mit der Außenseite (Vorbild W. Wuttke) - kam mir später zu Gute. Sah der Trainer aber nicht gerne. Die anderen Spieler hat das nicht interessiert. Somit für mich keine Störung des Trainings. Für den Trainer eine persönliche Beleidigung und Störung. Wir konnten uns darauf einigen, dass er mich ignoriert. Der Trainer war nach einer Saison wieder weg - nicht wegen mir. Ich habe den Verein auch verlassen - u.a. wegen mangelnde Perspektive, neuer Trainer den ich kannte, Breitensport statt Leistungssport. Ich konnte mich später mit dem Trainer auch noch vernünftig unterhalten - hätte er mir allerdings das Fußball spielen mit den Kumpels weg genommen, glaube ich nicht das es ihm einen besseren Stand in der Mannschaft gebracht hätte (u.a. war mein bester Freund der Kapitän).


    Ist es fair den Spielern gegenüber, wenn man mit einem 27 Kader startet und dann feststellt, dass sind zu viele? Kann da der einzelne Spieler etwas dafür?

    Ist es verwunderlich, dass es bei 27 Spielern zu Gruppenbildung kommt?

    Was sind die Alternativen für die Jugendlichen in der Saison? Die Jungs wollen Fußball spielen, sonst würden sie nicht ins Training kommen.


    Ich lese hier sehr oft: rausschmeißen. Schön, der eine Trainer wirft die einen raus und der andere die anderen - und schwupps bekommt man keine Mannschaft mehr zusammen.


    Bitte denkt auch mal aus der Sicht der Jugendlichen. Danke.

  • Disziplin: Die einzige Chance die Jungs in die Spur zu bekommen ist, wenn sie dich ernst nehmen. Es scheint mir nach deinen Beiträgen nicht unbedingt der Fall. Du musst Konsequenzen androhen und diese dann auch unbedingt durchziehen!

    hört sich für mc auch so an.



    Hatte zuletzt auch massive Problem. Training nach 10 min abgebrochen, alles zusammen geräumt und dann ab in die Kabine. Nachdem ich 10 Minute später runtergekommen war bin ich rein und habe ihnen ganz sachlich erklärt warum wir jetzt a sind.

    Lustig sein ja, herumalbern nein

    Aufpassen bedingt ja, zumindest soweit sein das sie dem Vordermann zuschauen und dann die Übung richtig machen

    Gegenseitiges Beschuldigen

    Schimpfen unterste Schublade

    usw...


    Ich habe dann erklärt das für heute das Training vorbei ist. Auf die Frage ob sie jetzt heimfahren können gab es von mir ein NEIN. Ihr wartet in der Kabine bis das Training vorbei ist.


    Danach habe ich nebenan die Dressen für das WE hergerichtet. Mit der Zeit sind dann einige rausgekommen und wollten a bissl mit dem Ball spielen. Habe sie daraufhin wider in die Kabine geschickt.

    10 min später sind dann drei Jungs angetanzt und habe sich im Namen der Mannschaft entschuldigt. Habe die Entschuldigung angenommen und habe dem ganzen Team dann nochmals erklärt das ich so ein verhalten nicht dulden werde. Egal ob Training oder Match, ich werde auf entsprechende Spieler verzichten und sei heim schicken, selbst wenn wir dann ein Spiel mit 0:3 verlieren würden!


    Zukünftig gibt es dann kein zurück rudern mehr beim Training, das wäre die letzte Ausnahme. Wir habend dann das Training wieder aufgenommen und habe sie die letzten 35 min 9vs9 spielen lassen.

    Ihr könnt euch nicht vorstellen mit welchen Ehrgeiz, Ernsthaftigkeit das Match gespielt wurde. Da gab es kein Blödeln oder sonst

    was, sie haben sich gegenseitig in die Pflicht genommen. Ich habe mich bei diesem Match bewusst komplett zurückgehalten und aus der Ferne beobachtet, war ein Traum!

    Ich habe sie danach für das Match gelobt weil es eine sehr positive Reaktion war aber auch nochmal verdeutlicht das ich so ein Verhalten nicht akzeptieren kann und werde!


    Irgendwie hat uns dieses Erlebnis als Team viel näher gebracht. Sie sind dadurch etwas zusammengerückt und regeln sich jetzt selber unterm Training wenn mal wieder einer anfängt über die Stränge zu schlagen.


    zum Thema hartes Training muss nicht mehr körperlich sein. Meine Jungs sind teilweise froh wenn ich sie von den Kopfaufgabe erlöse und sie einfach nur simple Spielformen spielen dürfen. Sie erklären mir dann das sie im Kopf müde sind und es doch sehr anstrengend ist, eben anders anstrengend


    Kadergröße hast ja eh selbst erkannt und wurde auch schon oft genug erwähnt.. So fair sein und diejenigen die über dem Team stehen den nächsten Schritt machen lassen und nach oben abgeben..

    Es gilt den Kader zu verkleinern oder eben einen weiteren Trainer zu organisieren ansonsten wirst du diesen Problem nicht ankommen.

  • Ich lese hier sehr oft: rausschmeißen. Schön, der eine Trainer wirft die einen raus und der andere die anderen - und schwupps bekommt man keine Mannschaft mehr zusammen.

    Ja für mich klinkt es so, dass ich dann so reagieren würde!

    Ich gebe dir aber recht, die Schuld, dass der Kader zu groß ist, liegt NICHT bei den Jungs. Bei "den Jungs" liegt die Schuld für ihr Verhalten. Das wurde mehrfach angesprochen und auch sanktoniert, Besserung scheint nicht in Sicht. In meinen Augen geht das mit einem Autoritätsverlust einher. Den hatte ein Schiedsrichter bei uns Samstag aufgrund gleicher Verhaltensweise auch als mein Kapitän die vierte "letzte Ermahnung" kassiert hat, hat der sich nur noch totgelacht über den Schiri...habe dem Schiedsrichter nachher auch dazu geraten, durchzugreifen. Wenn er etwas androht "letzte Ermahnung", dann muss es auch die "letzte" sein! Hab ihm gesagt, wenn ihm das nächste Foul nicht für Rot reicht, dann gib 5 Minuten. Aber wenn es weitere "letzte Ermahnung"(en) gibt, dann verlierst du die Autorität.
    Und so würde ich auch als Trainer immer handeln. Alles versuchen, die Spieler in die Spur zu bringen, es müssen auch alle keine Unschuldsengel sein. Aber wer partout nur darauf aus ist zu stören, faxen und scheiße zu machen, der hat im leistungsorientierten Bereich nichts zu suchen. Wir reden auch von einem Spieler, der scheinbar bereits mehrfach suspendiert war. In meinen Augen gibt es quasi kaum noch eine andere Möglichkeit, so wie sich hier verhalten wird. Details kenne ich nicht alle, daher würde ich ihn vielleicht nochmal nur für die Spiele aus dem Kader nehmen und nur trainieren lassen. Dann kann man schauen, wie darauf reagiert wird.


    Der Unterschied zu dir let1612 scheint mir aber, dass du eine schwierige Phase und keine Lust hattest, aber nicht gestört hast. Und bei dem "nicht stören" scheint hier der wesentliche Unterschied für mich zu liegen.

    Und das bestimmte Aktionen Reaktionen nach sich ziehen und wenn die Aktionen weiterhin so gebracht werden die Reaktionen drastischer werden, das ist auch ein Teil der Erziehung, von daher in meinen Augen sogar notwendig!

    Wie gesagt, nicht direkt rausschmeißen, aber es muss gehandelt werden! Und wenn man sich hier durchliest, was alles war...dann würde ich nicht mehr von "direkt rausschmeißen" reden. Der Spieler hatte schon x-Chancen. Ob man ihm noch die x+1 Chance gibt...kann man sicher drüber reden.

  • Hey Taktiker_95

    Nachdem ich gerade im anderen von dir angestoßenen Thema geantwortet habe, interessiert mich natürlich auch, wie es in deiner aktuellen Truppe aussieht?


    Hast du immer noch so viele Spieler, oder ist im Winter was passiert?

    Wie geht es mit deinen personellen "Problemfällen" weiter?

    Wie hast du deine Vorbereitung geplant? Seid wann / Ab wann trainiert ihr wieder? Wird eher viel trainiert, oder gespielt?

    Wie sehen deine Zukunftspläne aus (sind zwar im anderen Thema schon angedeutet worden, aber vielleicht kannst du noch ein bisschen mehr dazu sagen).


    Beste Grüße

    Peeps

  • Hi,


    ich gebe mal ein kurzes Update, ist in letzter Zeit tatsächlich etwas kurz gekommen.


    Abgänge gab es im Winter nicht.


    Wir haben am 03. Januar wieder mit dem Training angefangen, weil wir am 06. Januar schon wieder Hallenkreismeisterschaft hatten. Seitdem stehen wöchentlich wieder zwei Einheiten und insgesamt sechs Testspiele auf dem Programm.


    Bezüglich der Problemfälle ist es eigentlich ganz einfach. Die 2002er gehen ohnehin in die A-Jugend. Die restlichen zwei 2003er, die ich nächste Saison nicht mehr trainieren möchte/werde, sind mit den 2002ern ohnehin gut befreundet, so dass sie entweder den Weg in die A-Jugend mitgehen können (wobei sie dort in der Bezirksliga überfordert wären) oder sich eben einen anderen Verein suchen. Mir persönlich ist's mittlerweile egal, ich bin gedanklich schon recht konkret in der nächsten Saison. Drei 2004er trainieren und spielen, wenn zeitlich möglich, bereits oft bei uns mit. Charakterlich und fußballerisch hammer Jungs! Letzte Woche lieferten wir einem guten C-Jugend-Landesligisten ein Duell auf Augenhöhe mit fünf unserer 2004er auf dem Feld. Da kommt also einiges nach und das sollte sich auch im Abschneiden nächste Saison zeigen.


    Auch das erste Testspiel des neuen Jahres gegen einen C-Jugend-Bezirksligisten war schon ein erster Fingerzeig. In der Sommervorbereitung verloren wir 0:2 gegen den Gegner, waren völlig chancenlos und hätten noch deutlich höher verlieren können. Vor zwei Wochen gingen wir gegen denselben Gegner (weitgehend gleiche Spieler) verdient 2:0 in Führung, haben sie völlig im Griff, Chancen für vier weitere Tore und verlieren am Ende eben unglücklich noch 3:4. Aber dann muss ja im Training in diesem Zeitraum einiges zumindest nicht völlig falsch gelaufen sein.


    Wir trainieren mittlerweile viel in One-Touch-Situationen, sprich Überzahl-Spiele mit entsprechender Kontaktvorgabe (und oft auch zusätzlich provoziertem Spiel über den Dritten), aber auch im Spiel auf Tore immer wieder mit One Touch-Zonen und/oder One Touch-Spielern. Das überträgt sich auch zunehmend in die Spiele, der Ball läuft gerade im Mittelfeld deutlich flüssiger als noch zu Saisonbeginn.


    Taktisch haben wir auch einiges geändert, spielen offensiv im 4-1-4-1 mit im Aufbauspiel einrückenden Außenverteidigern. Verstärkt und provoziert dann allein durch die Raumaufteilung schon ein direktes Passspiel durch's Zentrum, Steil-Klatsch-Kombinationen und passende Verlagerungen auf die freien Außenspieler. Generell spielen wir immerhin schon etwas geduldiger und cleverer in der Entscheidungsfindung, aber mir sind nach wie vor noch zu viele überhastete 50:50-Pässe in die Tiefe dabei, die unserer Viererkette dann mitunter postwendend um die Ohren gehauen werden.


    Defensiv haben wir zwei Pressingvarianten einstudiert, wobei ich momentan ein 4-4-2 mit Raute favorisiere. Grob skizziert: Die Außenspieler aus dem 4-1-4-1 werden defensiv die Doppelspitze (stehen aber extrem breit zwischen IV und AV), der eigentliche Stürmer fällt in den Zehnerraum zurück. Folge: Der Gegner spielt die Bälle munter ins Mittelfeldzentrum, wo wir individuell überragend besetzt sind (im Pressing vor allem in Bezug auf Zweikampf- bzw. Doppelverhalten und die Laufstärke, aber dann auch mit guter technischer Qualität für die Umschaltaktion) und viele Ballgewinne provozieren können.

    Der Verein möchte unbedingt mit mir weitermachen, ist sehr zufrieden, hat mir sogar ligaunabhängig die Übernahme der A-Jugend angeboten. Ist für mich aber aus den beschriebenen charakterlichen Gründen keine Alternative. Und wäre dadurch wohl vor allem auch für den Verein keine erfolgsversprechende Konstellation. In der B-Jugend werde ich gerne weitermachen, wenn meine Kaderwünsche (Stichwort: die zwei übrigen 2003er, Bemühen um die Neuzugänge, s. anderen Thread) entsprechend mitgetragen werden. Da mache ich mir aber eigentlich keine Gedanken.


    In der Rückrunde werde ich die 2003er und 2004er noch verstärkter bevorzugen (müssen), macht den Übergang nächste Saison auch einfacher. Die 2002er bleiben wohl oft zu Hause, weil sie (mit zwei, drei Ausnahmen) selten trainieren, unkonzentriert trainieren und/oder öfters unentschuldigt fehlen. Also eigentlich nichts Neues, aber durch die neuen, lernwilligen, disziplinierten 2004er wird das Ganze ganz gut aufgefangen. Von der Qualität her sind sie den 2002ern sowieso schon fast durch die Bank weg überlegen (nicht nur technisch, sondern übrigens auch athletisch/konditionell). Und spätestens dann sollten die 2002er mal über die Gründe nachdenken, aber das ist ja ab Sommer sowieso nicht mehr mein Problem.

    Ansonsten zum Training: Momentan macht es echt Bock, weil die 2004er eben Lust haben, sich zu zeigen. Ich denke, dass das nächste Saison auch der Dauerzustand wird und wir entsprechende Fortschritte sehen werden. Ansonsten werde ich gleich zu Beginn schneller durchgreifen und - wenn leider nötig - aussortieren, weil ich es mir vom Standing im Verein, denke ich, erlauben kann (bin eben nicht mehr der unerfahrene, unbekannte Neue8o) und ich keine Lust habe, die lernwilligen Jungs wegen Unkonzentriertheiten nicht 100% optimal ausbilden zu können. Aber ich wüsste momentan auch niemanden, der von den verbleibenden 2003ern und den 2004ern in irgendeiner Form ausscheren sollte. Da müssten die Jungs charakterlich schon 'ne 180°-Drehung in negativer Sicht machen...


    Fortsetzung folgt...