Tagebuch Kreisliga U17

  • Moin zusammen,


    wie "angedroht" soll hier mein Trainingstagebuch entstehen. Hier möchte ich euch meine Trainingseinheiten und jeweils aktuellen Geschehnisse etwas schildern.


    Kurz zur Ausgangslage: Ich übernehme eine U17-Mannschaft in einem Verein mit einer guten Jugendarbeit. Alle Jahrgänge sind gut besetzt und haben oberes Kreisniveau. U15 und U17 schafften es in der Hinrunde in die Top-3 ihrer Staffel und konnten sich somit für die Aufstiegs-Playoffs zur Bezirksliga qualifizieren, die in der Rückrunde mit den drei besten Teams aus zwei Staffeln ausgespielt wurden. Letztlich spielten beide Teams aber aufgrund höherer Qualität der Konkurrenz nicht ernsthaft um den Aufstieg mit. Der U19 fehlten währenddessen nur drei Punkte zum Bezirksliga-Aufstieg.


    In der U17 wurden mein Co-Trainer und ich letzte Woche vorgestellt und wir stellten kurz uns und unsere Vorstellungen/Wünsche vor. Heute ging es dann zum ersten Mal mit meinen neuen Jungs auf den Platz, und ich muss sagen: Ich bin begeistert!

    Der Kader umfasst 26 Spieler, drei davon Torhüter. Fünf dieser Spieler (2004er) dürften nächste Saison noch C-Jugend spielen, wollen aber aus Gründen der Freundschaft und/oder des größeren Konkurrenzkampfes bei mir lieber in der U17 spielen. Ich sagte den Spielern offen, dass ich ihr Leistungsniveau momentan noch nicht einschätzen kann und ihren Aufrück-Wunsch deswegen erstmal berücksichtigen werde. Gleichzeitig sagte ich ihnen, dass es schwer wird, sich gegen 21 ältere Spieler durchzusetzen. Sie nahmen das hin und würden es mir nicht übelnehmen, wenn sie hin und wieder in der C-Jugend Spielpraxis sammeln "müssten".

    Mal schauen, wie die 2004er zurechtkommen und es dort weitergeht. Grundsätzlich möchte ich natürlich jedem Spielpraxis geben, der sich im Training im Rahmen seiner Möglichkeiten anbietet und reinhaut.


    Grundsätzlich ist der Kader fußballerisch gut ausgebildet. Mein Vorgänger legte - wie ich - Wert auf spielerische Lösungen und führte auch die Viererkette und das ballorientierte Spiel ein. Gute Grundlagen also, auf denen wir in der nächsten Saison aufbauen können.

    Wir wollen mit viel Ballbesitz sehr dominant auftreten und unsere Angriffe planvoll durchbringen. Gleichzeitig soll die Defensive nochmal deutlich verbessert werden. In der Hinrunde kassierte man 17 Gegentore in acht Spielen, in den Play-Offs der Rückrunde waren es gar 30 in sieben Spielen. Ganz klar zu viel.



    Zum heutigen Ablauf: Während ich mein Aufwärmprogramm aufbaute und kurz mit dem scheidenden U15-Trainer redete, machten sich die Spieler (20 waren anwesend!) selbständig warm, indem sie jeweils zu zweit Pässe über verschiedene Distanzen spielten. Von blindem Aufs-Tor-Bolzen, wie es in meinem bisherigen Team üblich war, keine Spur.

    Ich ließ die Pässe ca. 10 Minuten laufen und rief die Jungs dann zusammen. Nach einer kurzen erneuten Vorstellung erklärte ich den heutigen Ablauf und dann gings's auch direkt los.

    Wir machten uns in einem Rechteck warm. Die Spieler führten je einen Ball im Feld und absolvierten verschiedene Technik-Aufgaben (nur linker Fuß, rechts, Ball pendeln lassen, Sohle, jonglieren u.ä.). Auf Pfiff folgte ein Felderwechsel in das benachbarte Rechteck.

    Danach wurden die zehn aufgestellten Hütchen mit je einem Spieler ohne Ball besetzt, die anderen zehn Spieler liefen mit Ball frei im Rechteck, sollten den Ball an einen der Außenspieler übergeben und die Position einnehmen. Hier arbeiteten wir mit drei Varianten für den Positionswechsel: normale Ballübergabe, doppelter Doppelpass, mit zwei Spielern einen Doppelpass spielen und an einen dritten übergeben.


    Danach übernahm mein Co das 10-minütige Athletikprogramm mit verschiedenen Kräftigungs-/Dehn- und Stabilisationsaufgaben.


    Als Nächstes ging es in ein ca. 40-minütiges freies Spiel 10 gegen 10 auf zwei Tore mit Torhütern. Während des Spiels zogen wir uns immer einen Spieler für ein kurzes Einzelgespräch heraus. Dort ging es um Wünsche/Erwartungen/Fragen an uns, den Ablauf ihres bisherigen Trainings und gewünschte Regeln.


    Als wir alle Spieler durchhatten, bildeten wir noch einen Sitzkreis und gingen die Regeln/Wünsche (u.a. Ruhe auf dem Platz, Fairness, pünktliche Absagen, Einsatz, gute Stimmung) durch. Einiges (z.B. das Abräumen nach dem Training) sprachen mein Co und ich noch an und die Jungs waren soweit einverstanden. Diskutiert wurde dann z.B. noch über eine Schienbeinschonerpflicht im Training (haben uns dagegen entschieden) und den Ablauf der Kapitänsfindung. Zum Schluss gab es noch einige organisatorische Dinge (Vorbereitungsstart, Trainingshäufigkeit (3x wöchentlich in der Vorbereitung) plus Testspiele und die Bitte an das selbständige Fithalten während der Sommerpause.


    Danach war das Training beendet und wir können mit Vorfreude und einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen. Für mich selbst steht während der Sommerpause die B-Lizenz-Ausbildung an. Mal schauen, wie das Ganze wird. Werde hier regelmäßig Updates posten.

  • So, die ersten zwei Wochen der B-Lizenz-Ausbildung sind "überstanden" bzw. geschafft. Unterm Strich war es auf jeden Fall eine sehr lehrreiche Zeit mit viel Input aus verschiedensten Bereichen. Wir hatten täglich drei bis vier Stunden Praxis, in denen wir in Vierer-Arbeitsgruppen 20-minütige Trainingsformen leiteten. Dazwischen standen auch täglich drei bis vier Stunden Theorie auf dem Programm - diverse "Randthemen" (Life Kinetic, Athletiktrainer, Torwarttrainer) wurden ebenfalls durch verschiedene Dozenten/Trainer abgedeckt, so dass wir sehr viele Einblicke bekamen.


    Fußballerisch war es ebenfalls eine coole Erfahrung, mal mit einigen noch aktiven gestandenen Regionalligaspielern, einem ehemaligen U19-Bundesligaspieler und einem brasilianischen Ex-Profi auf dem Platz zu stehen. Ist schon etwas anderes als in meinem Dorfverein in der zweiten Kreisklasse zu spielen. Aber auch diese "Stars" waren menschlich sehr angenehm und kommunizierten auch auf dem Platz sehr positiv mit den "Kreisklasse-Patienten" wie mir.:D


    Unser Ausbilder ist Fußball-Lehrer und hat sich nach einigen Trainingsformen selbst nochmal coachend eingebracht. Gerade im Detail-Coaching nimmt man natürlich viel mit - geile Erfahrung!


    Ich reiste an, ohne zu wissen, wo ich als Trainer leistungsmäßig stehe und ob ich überhaupt gut genug für die B-Lizenz bin. In der ersten Woche traute ich es mir tatsächlich auch nicht zu, eine Trainingsform zu übernehmen. Als B-Jugend-Kreisliga-Trainer gab es dann doch einige Hemmungen, plötzlich Spieler aus der Regionalliga und U19-Bundesliga zu führen, zu coachen und zu korrigieren.

    Ich hatte Glück, dass mein Arbeitspartner erfahrener war und unsere Trainingsform dann auch durchführte (und seine Sache gut machte!).


    Am Montag der zweiten Woche reiste ich irgendwie extrem verunsichert an, weil ich nicht so recht wusste, was mich erwartete. Ich hatte Glück, dass ich wieder meinen Zimmerpartner aus der ersten Woche bekam und die Gruppe allgemein weitestgehend bestehen blieb. Mit der Zeit kam dann auch bei mir ein Stück weit die nötige Sicherheit. Ich hielt Dienstag meinen Vortrag zum Bereich "Taktik" und sollte das 3-4-3-System vorstellen. Passte mir perfekt, weil ich meine Stärke klar im taktischen Bereich sehe und das System auch in meinem Team bereits spielen ließ. Ich ging also gut vorbereitet in den Vortrag und bekam nach dem Vortrag vom Ausbilder zu hören: "Junger Mann! Mit 22 Jahren... Nicht nervös, klare Vorstellung - das kann man so machen!"


    Einen Tag später hielt ich dann auch endlich meine erste Trainingsform, ich sollte zur Viererkette hinführen. Ich entschied mich für ein 4-gegen-3 über die linke Verteidigungsseite. Linksverteidiger, beide Innenverteidiger und ein Sechser gegen den gegnerischen Rechtsaußen, Achter und Stürmer. Im Coachingteam stand auch einer unserer Regionalligaspieler. Unmittelbar vor dem Beginn war ich schon sehr aufgeregt, aber sobald der Ball rollte, war ich wieder völlig in meiner Trainer-Rolle. Ich zeigte verschiedene Möglichkeiten auf, wie wir den Angriff verteidigen können und ließ diese Varianten auch durchspielen. In der anschließenden Feedback-Runde gab es dann das Lob vom Regionalligaspieler: "Mir hat's gut gefallen. Er hat eine klare Idee, wie wir verteidigen sollen und hat uns diese auch gut vermittelt."


    Auch mein Ausbilder sagte: "22 Jahre... Es hat sich gestern im freien Vortrag eigentlich schon angedeutet. Du hast echt sehr gute Ansätze, ein sehr sicheres Auftreten, wirklich Hut ab. Man kann in einigen Sachen noch etwas mehr ins Detail gehen, aber insgesamt ist das eine Leistung, die am Ende vielleicht sogar für die Elite-Jugend-Lizenz reichen kann."


    Da ich schon öfters Selbstzweifel in Bezug auf meine Trainerarbeit habe, sind solche Rückmeldungen natürlich Gold wert und extrem bestärkend, wenn dich ein Fußball-Lehrer so lobt. Den Satz werde ich mir also defintiv gedanklich abspeichern und bei Bedarf ins Gedächtnis rufen.


    Auch der Spaß kam nicht zu kurz. Gerade in der heute abgelaufenen zweiten Woche ging es mitunter sehr gut gelaunt und ausgelassen zu, man kannte sich eben schon etwas besser und saß abends oft entspannt zusammen beim WM-Schauen.:D 


    Jetzt gibt's eine Woche Pause und Anfang Juli geht's dann in die Profil-Woche (Junioren).


    Fortsetzung folgt! :)

  • So, Woche 3 der B-Lizenz-Ausbildung ist gelaufen! Unser Ausbilder wurde für diese Woche nochmal gewechselt, statt M. war nun T. für uns zuständig. T. ist nochmal ein ganz anderer Typ als M. Ich für meinen Teil konnte mit Fußballlehrer M. etwas mehr anfangen (interessantere Theoriestunden, mehr Input, Einfließen seiner eigener Sichtweise, hochinteressante Insider-Storys aus dem Profibereich, angenehmeres Verhalten auf dem Platz), aber das mag Geschmackssache sein. Alles in allem war aber auch T. in Ordnung.

    Heute Vormittag stand schon die schriftliche Klausur an, es ging um die Bereiche Taktik (nenne gruppentaktische Elemente, Phasen des Doppelpasses, Spielform mit Schwerpunkt Doppelpass erstellen), Trainingslehre (Definition, Belastungsmethoden und -faktoren von Schnelligkeit, passende Übung erstellen, Zeitpunkt des Schnelligkeitstraining in einer fünf-wöchigen Vorbereitungsperiode im Herrenbereich) und Mannschaftsführung (wann wirkt sich Rivalität leistungssteigernd aus?).

    Unterm Strich ist die Klausur aus meiner Sicht gut gelaufen, ich rechne eigentlich recht fest mit einer zweistelligen Punktzahl.


    Das Thema für meine Technik-Lehrprobe ist die Mitnahme von flach zugespielten Bällen, in der Taktik-Lehrprobe geht es um das Verteidigen in Unterzahl. Sind beides Themen, mit denen ich gut leben kann - und nebenbei gehe ich dem bekloppten Hüftdrehstoß aus dem Weg.:D


    So weit, so gut also. Jetzt richtet sich der Fokus wieder auf meine B-Jugend, mit der ich am 23.07. in die Vorbereitung starte. Vorgestern hat mir mein eigentlich fest eingeplanter Co-Trainer leider gesagt, dass ich aus Zeitgründen nicht mit ihm planen kann, von daher muss da noch eine Baustelle bearbeitet werden. Aber der Kopf ist jetzt wieder frei und ein bis zwei Kandidat(inn)en habe ich schon im Kopf, also let's go!


    Fortsetzung folgt!

  • Weiter geht's - diesmal auch tatsächlich wieder mit dem, was im Threadtitel steht: meiner U17.:D


    Heute stand der Trainingsauftakt an, es waren 13 Spieler anwesend. Die anderen 14 Jungs waren durch die Urlaubszeit verhindert.

    Mir ging es heute erstmal darum, sich kennenzulernen und recht locker wieder an den Ball zu gewöhnen. Wir absolvierten viele Übungen mit Ball, gingen danach in den Bereich der Grundlagenausdauer und hatten im Anschluss an die 100-minütige Einheit noch eine kurze Besprechung in der Kabine. Im Weiteren mehr dazu.


    Zum Aufwärmen spielten wir zunächst ein normales Rondó mit zwei Verteidigern. Die Überzahlspieler bekamen parallel zum Ballhalten verschiedene kognitive Aufgaben: Zwei Bälle untereinander zuwerfen, Ballbesitzer darf nicht angespielt werden. Kontaktzahl für Passempfänger sagen. Mit jedem Pass einen Namen in alphabetischer Reihe sagen. Erster Passgeber ruft=Anton, zweiter Passgeber=Bernd, dritter Passgeber=Christian usw.


    Danach gingen wir in eine Passübung mit zwei Variationen, Schwerpunkte Doppelpass und Ballmitnahme.


    Als Nächstes bewegte sich jeder mit einem Ball in einem abgesteckten Feld unter verschiedenen Vorgaben (nur linker Fuß, rechts, Sohle, Ball pendeln lassen). Später sollten die Jungs auch Tricks ausführen (Übersteiger, zwei Richtungswechsel eingeleitet durch Zurückziehen mit der Sohle, Rivelino). Da kamen einige Jungs schon an ihre technischen Grenzen und benötigten viel Korrektur. Auch ausdauertechnisch ließen die Kräfte von vielen schon nach...:wacko:


    Dennoch mussten wir auch für die Grundlagenausdauer noch etwas tun - 20 Minuten freies Spiel auf Ballhalten im 6:6+1. Gerade bei dem Wetter gibt es natürlich angenehmeres. Erst recht, wenn man den Rat seines Trainers missachtet und in der Sommerpause nur faulenzt. Aber wer nicht hören will, muss dann eben fühlen. Einige Jungs werden morgen sicherlich merken, dass sie sich heute ungewohnt viel bewegt haben.:D


    Den Abschluss auf dem Platz bildete ein freies Spiel auf zwei Tore. 10 Minuten just for fun ohne Vorgaben - Trainingsarbeit beendet.


    Insgesamt war das Niveau der Spieler ordentlich, aber doch einen Tick schlechter, als ich es erwartet hätte. Liegt hoffentlich nur an der Sommerpause und dem Fehlen einiger Leistungsträger, sonst dürfte das in Bezug auf ein mögliches Aufstiegsrennen (die Ambition habe ich insgeheim einfach) eine recht langweilige Saison werden.


    In der Kabine ging es um einige organisatorische Dinge (Suche nach neuem Co-Trainer, Trikotwaschen, Trikotnummern, Ablauf am Spieltag und ähnliche spannende Sachen). Zum Schluss sollten die Spieler noch einen Fragebogen zu Saisonzielen (persönlich, Team), wichtigen Werten/Regeln und potentiellen Führungsspielern/befreundeten Spielern ausfüllen.


    Viele Spieler gaben an, in der Hinrunde unter den ersten drei Plätzen landen zu wollen und sich somit wieder für die Aufstiegsrunde zur Bezirksliga zu qualifizieren. Schau'n wir mal, ob sie das nur so geschrieben haben oder aber auch langfristig dafür arbeiten.


    Überraschend für mich war, dass der Spieler, dem ich das Kapitänsamt zutraue (und der diesbzgl. auch schon auf mich zugekommen ist), von den Teamkollegen kein einziges Mal als möglicher Führungsspieler aufgeschrieben wurde…Fand ich schon krass, wie unterschiedlich da die Wahrnehmungen sind. Stattdessen wurde eine ganze Bandbreite an Jungs aufgeschrieben, die ich mir ebenfalls gut als Kapitän vorstellen kann. Da sieht man, denke ich, schon, dass der Kader menschlich insgesamt eine sehr angenehme Struktur hat und ein guter, respektvoller Umgangston herrscht.


    Wie ich den Kapitän festlege (bestimmen oder wählen lassen), werde ich mir nun nochmal überlegen müssen. Wenn meine Meinung mit der des Teams übereingestimmt hätte, wäre es natürlich extrem einfach gewesen. Aber so - mal gucken.


    Sonntag steht das erste Testspiel an - es kommt direkt ein Bezirksligist (eine Liga über uns), der uns defensiv sicherlich viel beschäftigen wird. Da wir letzte Saison unter meinem Vorgänger viele Gegentore hinnehmen mussten, liegt der Schwerpunkt in den nächsten Einheiten (Mittwoch und Freitag) zunächst einmal auf der Fünferkette und generell der mannschaftstaktischen Arbeit gegen den Ball.

    Fortsetzung folgt, hoffentlich mit einer guten Testspielleistung!:)

  • Zum Aufwärmen spielten wir zunächst ein normales Rondó mit zwei Verteidigern. Die Überzahlspieler bekamen parallel zum Ballhalten verschiedene kognitive Aufgaben: Zwei Bälle untereinander zuwerfen, Ballbesitzer darf nicht angespielt werden. Kontaktzahl für Passempfänger sagen. Mit jedem Pass einen Namen in alphabetischer Reihe sagen. Erster Passgeber ruft=Anton, zweiter Passgeber=Bernd, dritter Passgeber=Christian usw.


    Wie haben die Variationen denn funktioniert? Wurde der Ball lange in der Hand gehalten oder ging er sofort weiter? Hatte der Passspieler sofort einen Namen parat oder musste er lange überlegen?

  • Wie haben die Variationen denn funktioniert? Wurde der Ball lange in der Hand gehalten oder ging er sofort weiter? Hatte der Passspieler sofort einen Namen parat oder musste er lange überlegen?

    Das Werfen ging schnell, das Sagen eines Namens hat nur oft etwas (zu lange) gedauert, so dass der Angespielte daraufhin in die Mitte musste.

    Das Kognitive (im Weitesten Sinne kann man's ja wohl auch zur Life Kinetic zuordnen) ist halt so eine Geschichte, wo ich die Spieler dann auch bewusst mal kurzzeitig überfordere. Die Jungs haben's heute laut eigener Aussage zum ersten Mal gemacht, von daher haben wir da in Zukunft schon noch Steigerungs-Potential.

    Zum Reinkommen und für den Spaß-Faktor war's aber in Ordnung, ich war zufrieden.:)

  • So, es wird wieder Zeit für ein kurzes Update!

    Die Trainingsbeteiligung ist bei uns gut, lediglich die Urlauber fehlen noch. Durchschnittlich darf ich aber auch in den Ferien etwa 17 von 26 Spielern begrüßen.

    Die Kadergröße dürfte über die Saison gesehen ein echtes Problem werden. Ich möchte unbedingt in den Bezirk aufsteigen (Mannschaft, Vereinsgelände und generell die Jugendarbeit gehören da hin) und denke, dass der Kader die Qualität trotz überwiegend jungem Jahrgang auch hat. Das Problem sehe ich nur bei den Spielern 18-26, die dann eben nicht regelmäßig zum Zuge kommen würden. Andererseits kann ich meinen leistungsstarken, trainingsfleißigen Jungs ohnehin nicht verkaufen, nur jedes zweite Spiel machen zu dürfen. Schwierige Situation. Zwar habe ich sogar drei C-Jugendliche im Kader, aber die sind a) selbst bei mir in der B-Jugend Leistungsträger, b) möchten sie bei mir und ihren Kumpels bleiben und c) würde sich das Problem mit der Kadergröße dann nur in die fast genau so große C-Jugend verlagern.

    Wenn jemand Ideen hat ... Nur Testspiele dürften sich schwierig gestalten, weil die anderen B-Jugendteams eben in der Regel nicht so viele Reservisten haben und die Teams ja auch selbst im Spielbetrieb sind.


    Taktisch macht es ansonsten mit der Truppe sehr viel Spaß, zu arbeiten, weil sie meine Lösungsmöglichkeiten echt verinnerlichen und immer konsequenter versuchen diese umzusetzen.
    Die erste Trainingswoche stand im Zeichen des Spiels gegen den Ball. Wir spielen defensiv ein 5-4-1, was für die Jungs eine Umstellung im Vergleich zum letztjährigen 4-4-2 ist.


    Wir hatten am Sonntag unser erstes Testspiel gegen einen Bezirksligisten (spielt eine Liga über uns), welches auch prompt mit 3:9 (2:5) verloren wurde. Problem war, dass die defensiven Abläufe a) noch nicht konsequent umgesetzt wurden (im Verbund verschieben, Überzahl herstellen, Angriffe nach außen lenken), b) durch konditionelle Probleme die nötigen Läufe gerade später gar nicht mehr machbar waren, c) der Gegner somit in viele 1-gegen-1-Situationen gehen konnte und dort seine Qualität ausspielte, und d) wir auch im Offensivspiel noch ideenlos waren und dadurch keine dauerhafte Entlastung schaffen konnten.

    Gerade der letzte Punkt war zu erwarten, und Montag ging es dann im Training auch wie geplant erstmals in das Offensivspiel, genauer gesagt in den Spielaufbau aus der Dreierkette. Vorgeschaltet wurde von mir noch ein 11-gegen-0 für das Offensivspiel, um meinen Jungs einige grundlegende Möglichkeiten der Spielfortsetzung an die Hand zu geben.


    Das Training des Spielaufbaus hat sich gelohnt, das heutige Testspiel lief schon deutlich besser. Zwar verloren wir erneut (0:1), waren aber die bessere Mannschaft. Defensiv spielten wir sehr konzentriert, auch das enge Spielfeld kam uns - glaube ich - sehr gelegen bzgl. der Verschiebebewegungen und des damit verbundenen Überzahl-herstellens. Während des Spiels kam der Gegner auf lediglich drei Torschüsse.


    Der Spielaufbau war vom Positionsspiel her im Grundsatz schon recht nah an meiner Idealvorstellung. Die Außenverteidiger schoben weit ins Mittelfeld vor und
    standen oft wie gewünscht maximal-breit, die drei Innenverteidiger schoben auf etwas mehr als Sechzehnerbreite auseinander und die äußeren Mittelfeldspieler bewegten sich in die Halbräume. Prinzipiell also über recht lange Spielphasen schon die Raumaufteilung, wie ich sie mir wünsche.


    Momentan ist es - verständlicherweise - noch so, dass meine Jungs unsere Raumaufteilung noch nicht über das gesamte Spiel durchbringen können. Teilweise stehen meine Innenverteidiger einige Meter zu eng und werden so recht einfach von den gegnerischen Stürmern unter Druck gesetzt, woraufhin dann oft doch noch der lange Ball gespielt wird.


    Die Außenverteidiger schieben in einigen Situationen unbewusst immer noch leicht ins Zentrum. Auch dort reden wir nur über zwei oder höchstens drei Meter, aber diese paar Schritte entscheiden eben darüber, ob der ballführende Innenverteidiger ein offenes Passfenster zum ballnahen Außenstürmer hat oder dieses vom eigenen Außenvertediger zugelaufen wird. Die Abstimmung im zentralen Mittelfeld muss ebenfalls noch genauer trainiert werden. Im 11-gegen-0 habe ich schon kurz angerissen, dass der ballnahe ZM sich kurz anbietet und der ballferne gegenläufig dazu vorschiebt. So versperren wir uns zwar in der Regel den Pass vom Innenverteidiger ins zentrale Mittelfeld, aber der eingerückte Außenstürmer, der vom Innenverteidiger direkt den Ball bekommt, hat dann im Optimalfall beide nachrückenden ZMs als Klatsch-Optionen.

    Auf diese Möglichkeiten in der Spielfortsetzungen gehen wir Freitag im Training nochmal detaillierter und unter Gegnerdruck ein.


    Offensiv war heute also bei uns vieles noch ein Stück weit Zufall oder von Einzelaktionen abhängig. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Spielidee Samstag im nächsten Testspiel nochmal besser durchbringen können und uns dann auch endlich ergebnis-technisch belohnen.


    Fortsetzung folgt!

  • Kannst du nicht noch vier Spieler ranbekommen und dann eine 2.B nachmelden? 26 Mann für eine Jugendmannschaft geht gar nichtI

    Geht garnicht find ich völlig übertrieben.


    Bei einen sehr gut geführten Verein wo die Jugend in der Stadt zu den stärksten gehört, ist ein Kader von 20-22 normal.


    Siehe Verletzungen,Absagen und die U17 ist eine schwierige Alters-Klasse dort fängt es an mit den Party etc.


    Man bedenke, das er ja auch noch viele aus der C-Jgd hat.


    Großer Kader -> Gute Trainingsbeteiligung und so kann man auch dementsprechend aufstellen.


    18 Mann -> 12mann beim Training kannste vergessen.


    Die B-Lizenz sachen find ich auch interessant dort könntest du noch mehr in Detail gehen, wie du zb die Klasur geschrieben hast etc.


    Sonst Viel Erfolg!!

  • Macht bestimmt viel Spaß, wenn du an Kaderplatz 19-26 bist. Mal von der sportlichen Entwicklung abgesehen, die so praktisch kaum stattfindet, weil der Wettkampf fehlt. Und wenn du von einem sehr gut geführten Verein redest und dann von einer 66% Trainingsbeteiligung ausgehst, die in meinen Augen für eine ambitionierte B-Jugend unterirdisch ist, passt irgendwas nicht.

  • Gut geführter Verein hat doch nichts mit trainingsbeteiligung zu tun. Und 66% Quote für eine B finde ich nicht schlecht.

    66% für eine ambitioniert B-Jgd in der Kreisliga ist finde ich schon deutlich zu wenig. Also wenn du aufsteigen und ein taktisches Konzeot vermitteln willst sind 80% und mehr eigentlich Pflicht. Auswahlmaßnahmen o.ä. mal außen vor.

  • Also wenn du aufsteigen und ein taktisches Konzeot vermitteln willst sind 80% und mehr eigentlich Pflicht.

    Das hat doch weniger mit dem Prozentsatz, als vielmehr mit der absoluten Zahl der Trainingsteilnehmer zu tun. Wenn ich 66 Prozent habe (und die habe ich selbst während der aktuellen Urlaubszeit locker), sind das ja immer noch 17 Leute. Wieso soll ich mit 17 Spielern nicht taktisch arbeiten können?

    Sauberes 11-gegen-0 offensiv mit teilweise doppelt besetzten Positionen, defensiv mit Sparrings-Ballbesitzern zum Verschieben. Spielaufbau, Defensivverhalten in der Fünferkette oder das Herausspielen von Torchancen und alle anderen erdenklichen gruppentaktischen Geschichten lassen sich mit den 17 Mann doch sowieso problemlos durchführen.

    Klar: Damit die einstudierten Dinge dann am Spieltag sinnvollerweise umgesetzt werden, haben die Trainingsteilnehmer natürlich immer Vorrang gegenüber den Abwesenden. In der Vorbereitung noch mehr als während der Saison, weil wir hier einfach die Grundlagen legen und auch direkt in den Testspielen umsetzen wollen. Wer dann eben die ersten drei Wochen im Urlaub ist, muss sich halt erstmal hinten anstellen. Ist aber auch nicht verwerflich, finde ich.


    Die B-Lizenz sachen find ich auch interessant dort könntest du noch mehr in Detail gehen, wie du zb die Klasur geschrieben hast etc

    Die Themen hatte ich ja schon hier erwähnt, die Ergebnisse erfahren wir dann, wenn die restlichen Prüfungsteile absolviert werden. Bei mir also Mitte August. Wenn du noch spezielle Fragen hast - immer gerne!:)




    Sind doch eh Ferien. Da erübrigt sich die Diskussion bisher.

    Ich denke auch, dass die echten Probleme erst im Laufe der Hinrunde kommen werden. Das würde mich schon überraschen, wenn die Jungs kollektiv ruhig bleiben. Und ein Stück weit will ich ja auch von jedem den Ehrgeiz sehen, in die Startelf zu kommen.

    Ich kann da eigentlich nur hoffen, dass die Jungs ab dem ersten Spieltag auf einem halbwegs ähnlichen Niveau sind, so dass wir recht problemlos rotieren können und niemand völlig den Anschluss verliert. Und natürlich kann ich nur hoffen und darauf hinarbeiten, dass die Ergebnisse stimmen!


    Ich rede generell sehr viel mit den Spielern und hoffe, dass ich da auch bei Bedarf ein Stück weit beruhigen, trösten oder motivieren kann.

    Bzgl. der Testspiele werde ich mein Bestes geben, da jedem viele Möglichkeiten zu geben. Eventuell sogar mit zwei Testspielen am Tag. Meinetwegen einmal gegen einen Bezirksligisten und einmal gegen einen schwächeren Kreisligisten, so dass jeder an seine Grenze gehen kann.

    Mir tut's genau so weh, jede Woche zehn Jungs sagen zu müssen, dass sie leider (vielleicht mal wieder) nicht dabei sind ...

  • So, heute haben sich meine Jungs endlich belohnt und einen Bezirksligisten mit 1:0 (0:0) geschlagen! Unser Tor fiel in der Nachspielzeit (allerletzte Aktion) durch einen Spieler, den ich zu Beginn der Vorbereitung erst als Rechtsverteidiger eingeplant hatte und dem ich nach vielen Gesprächen auch mal im Sturm eine Chance gab. Mittwoch bei der 0:1-Niederlage ist er zweimal vor dem Tor noch knapp gescheitert, heute hat er für sich und seine Mitspieler endlich den verdienten Lohn gesichert!


    Defensiv haben wir heute schon noch einige Chancen zugelassen. Gerade als unser potentieller Abwehrchef kurzzeitig draußen war, waren wir in der Abwehrkette deutlich zu unorganisiert. Unterm Strich war das Spiel gegen den Ball aber schon sehr viel besser (Stichwort: Verschieben, Überzahl herstellen, gegenseitig absichern) als im ersten Testspiel - und auf 140 Minuten ohne Gegentor kann man auf jeden Fall aufbauen.


    Offensiv haben wir noch viel zu tun. Zwar beschäftigten wir uns im letzten Training mit dem Herausspielen von Torchancen gegen einen geordneten Gegner, sodass die Jungs unsere gewünschten Laufwege schon abrufen können, aber vieles ist nach wie vor Stückwerk/Zufall und naturgemäß oft noch nicht perfekt getimt. Auch technisch und individualtaktisch haben wir offensiv noch viel Luft nach oben. Die Innenverteidiger schaffen es zwar durch ein im Team immer besseres Positionsspiel immer häufiger, den Ball tief auf die äußeren Mittelfeldspieler zu bringen, aber unmittelbar danach gehen schon die Probleme los: Kommandos (Dreh, klatsch, Hintermann, Zeit, ...), erster Kontakt und anschließende Laufwege (nachrückende Sechser, steil gehenden ST) sind noch zu oft zu unpräzise bzw. kommen nicht. So ist es bislang schwer, Chancen wirklich herauszuSPIELEN. Aber Langholz ist keine Option ... ;) Nur von attraktivem Fußball sind wir momentan noch etwas entfernt. Außenstehende werden wahrscheinlich denken, dass wir nur mauern wollen und vorne auf Glück und krasse individuelle Fehler des Gegners hoffen, aber ich denke, dass wir in einigen Wochen auch mit Ball ganz anders auftreten werden.


    Ich musste heute auf 12 Jungs verzichten, einige davon potentielle Leistungsträger. Da wird es noch interessant, welche Elf sich in ein paar Wochen als die vermeintlich stärkste herauskristallisiert. Im Mittelfeldzentrum - das eigentlich sowieso schon hoffnungslos überbesetzt ist - haben sich heute nochmal zwei weitere Jungs extrem nachhaltig hervorgetan (ein Abräumer und ein technisch starker Spieler mit starkem Dribbling und immer wieder tiefen Pässen). Da werde ich also zwangsläufig nochmal einige Sechser auf anderen Positionen testen müssen. Gerade in der Innenverteidigung könnte uns ein Tick mehr Spielintelligenz, wie sie einige meiner Sechser mitbringen, noch gut zu Gesicht stehen. Andere Jungs der Marke "Kampfsau" könnten sich vielleicht auch als laufstarke Außenverteidiger gut eignen. We will see!

  • Klingt echt spannend was du so schreibst. Freue mich schon jedes mal wenn von dir etwas neues kommt^^

    Hätte ein paar Fragen aus Interesse:

    - Welche Formation spielt ihr momentan?

    - Habt ihr schon definierte Pressingzonen/Pressingauslöser?

    - Wie läuft euer Spielaufbau ab?


    Bin auch noch dabei mit meiner Mannschaft vieles taktische noch auszuarbeiten. Daher kann man sich ja vielleicht gegenseitig inspirieren :)

  • Moin, danke für den Zuspruch!


    - Welche Formation spielt ihr momentan?

    Defensiv ist es in der Regel ein 5-4-1. Wobei wir auch heute situativ immer wieder früh attackiert haben und dann für einige Momente fast schon in einem 3-4-3 gegen den Ball gespielt haben. Das ist aber eher die Ausnahme und auch nicht Bestandteil der Trainingsarbeit. Heute kam das Kommando weiter vorzuschieben von mir, weil wir die ersten zehn Minuten echt nur in unserer Hälfte gespielt haben. Gerade von den Außenspielern erwarte ich dann ein entschlosseneres Anlaufen.

    Mit Ball agieren wir (momentan noch nicht komplett konstant, aber so der Plan) in einem 3-4-2-1.



    -Habt ihr schon definierte Pressingzonen/Pressingauslöser?

    Ich glaube, für das Trainieren von Pressingauslöseern stehen auf unserem Niveau Aufwand und Nutzen in keinem guten Verhältnis. Die Gegner in der Kreisliga haben ohnehin immer wieder technische Fehler drin (unsaubere Pässe oder erste Kontakte), so dass du da eigentlich auch situativ immer gut zupacken kannst, ohne den Gegner erst bewusst irgendwo hinlenken zu wollen.

    Kann sein, dass wir da in einigen Wochen oder Monaten im Training als "Bonus" drauf eingehen, aber momentan habe ich noch andere Baustellen.^^



    Trainer91 schrieb:

    - Wie läuft euer Spielaufbau ab?

    Die Innenverteidiger schieben etwas weiter auseinander als Sechzehnerbreite. Torwart eröffnet das Spiel möglichst kurz auf einen Innenverteidiger - möglichst auf einen der beiden im Halbraum, um von dort gleich Tiefe suchen zu können.

    Die Außenverteidiger schieben auf Höhe der Sechser vor und stehen maximalbreit. Die äußeren Mittelfeldspieler schieben fast auf Höhe des Stürmers vor und sollen sich richtig getimt von der Außenlinie aus in den Halbraum bewegen und dort ein Anspiel vom Innenverteidiger in den Fuß fordern.

    Ist der Ball im Halbraum bei einem Innenverteidiger, stehen die Sechser recht eng, um den tiefen Pass nicht selbst zuzulaufen. Der ballferne Sechser schiebt hoch und der ballnahe Sechser kommt kurz. Der Pass vom Innenverteidiger zu einem der Sechser ist so zwar in der Regel zu, aber der äußere Mittelfeldspieler hat so mehr Raum zur Verfügung und die Sechser können nach dem tiefen Ball als Klatsch-Optionen nachsetzen.

    Ist der Ball beim zentralen Innenverteidiger, schieben die Sechser breiter, um evtl. den Pass zum Stürmer zu ermöglichen. Ist aber in der Regel unmöglich, wenn der Gegner mit drei zentralen Mittelfeldspielern spielt.


    Soweit zumindest die Grundzüge. An der Spielfortsetzung hapert es momentan noch.:P



    Wie sieht es bei dir aus? Sehe gerade, du trainierst eine Landesliga-Truppe. Da hast du bestimmt auch nochmal neue Ansätze.

  • Defensiv ist es in der Regel ein 5-4-1. Wobei wir auch heute situativ immer wieder früh attackiert haben und dann für einige Momente fast schon in einem 3-4-3 gegen den Ball gespielt haben. Das ist aber eher die Ausnahme und auch nicht Bestandteil der Trainingsarbeit. Heute kam das Kommando weiter vorzuschieben von mir, weil wir die ersten zehn Minuten echt nur in unserer Hälfte gespielt haben. Gerade von den Außenspielern erwarte ich dann ein entschlosseneres Anlaufen.

    Mit Ball agieren wir (momentan noch nicht komplett konstant, aber so der Plan) in einem 3-4-2-1.

    Wir arbeiten momentan mit dem 4-2-3-1 als Grundformation. Daraus wird im Aufbau ein 2-4-3-1 (hoch stehende AV) oder 3-3-3-1 (hoch stehende AV + abkippender Sechser).


    Ich glaube, für das Trainieren von Pressingauslöseern stehen auf unserem Niveau Aufwand und Nutzen in keinem guten Verhältnis. Die Gegner in der Kreisliga haben ohnehin immer wieder technische Fehler drin (unsaubere Pässe oder erste Kontakte), so dass du da eigentlich auch situativ immer gut zupacken kannst, ohne den Gegner erst bewusst irgendwo hinlenken zu wollen.


    Kann sein, dass wir da in einigen Wochen oder Monaten im Training als "Bonus" drauf eingehen, aber momentan habe ich noch andere Baustellen.

    Eben diese technischen Fehler können doch Pressingauslöser sein. Z.b. schlechter 1. Kontakt des Verteidigers im Spielaufbau

    Die Innenverteidiger schieben etwas weiter auseinander als Sechzehnerbreite. Torwart eröffnet das Spiel möglichst kurz auf einen Innenverteidiger - möglichst auf einen der beiden im Halbraum, um von dort gleich Tiefe suchen zu können.

    Die Außenverteidiger schieben auf Höhe der Sechser vor und stehen maximalbreit. Die äußeren Mittelfeldspieler schieben fast auf Höhe des Stürmers vor und sollen sich richtig getimt von der Außenlinie aus in den Halbraum bewegen und dort ein Anspiel vom Innenverteidiger in den Fuß fordern.

    Ist der Ball im Halbraum bei einem Innenverteidiger, stehen die Sechser recht eng, um den tiefen Pass nicht selbst zuzulaufen. Der ballferne Sechser schiebt hoch und der ballnahe Sechser kommt kurz. Der Pass vom Innenverteidiger zu einem der Sechser ist so zwar in der Regel zu, aber der äußere Mittelfeldspieler hat so mehr Raum zur Verfügung und die Sechser können nach dem tiefen Ball als Klatsch-Optionen nachsetzen.


    Ist der Ball beim zentralen Innenverteidiger, schieben die Sechser breiter, um evtl. den Pass zum Stürmer zu ermöglichen. Ist aber in der Regel unmöglich, wenn der Gegner mit drei zentralen Mittelfeldspielern spielt.

    Soweit zumindest die Grundzüge. An der Spielfortsetzung hapert es momentan noch.

    Bei uns: IV ca. Sechzehnerbreite. Torwart mit kurzer Eröffnung. Unsere IV spielen auch unsere äußeren Mittelfeldspieler oder den 10er an, dieser lässt auf einen der 6er klatschen, dieser spielt einen Diagonalball auf den aufgerückten, hinterlaufenden Außenverteidiger. Ist bisher sehr wirkungsvoll, da somit zwangsläufig Zuordnungsprobleme bei den Gegnern entstehen. Spielt der Gegner mit 2 Spitzen kippt einer der 6er zwischen die IV ab, Rest wie gehabt.

    Der ballferne Sechser schiebt hoch und der ballnahe Sechser kommt kurz

    Wäre es hier nicht sinnvoll den ballnahen Sechser hochschieben zu lassen und den ballfernen Sechser kurz kommen zu lassen?

    Der ballnahe Sechser ist ja ohnehin schon Nahe, daher würde hierdurch wenig Bewegung entstehen.

  • Moin, danke für den Zuspruch!


    Defensiv ist es in der Regel ein 5-4-1 [...] weil wir die ersten zehn Minuten echt nur in unserer Hälfte gespielt haben.

    Ich behaupte mal, ohne deine Truppe gesehen zu haben, dass letzteres mit deiner Formation zusammen hängt. Wenn du in einem 5-4-1 Mittelfeldpressing agierst ist es btutal schwer den Gegner konsequent unter Druck zu setzen. Wenn der Stürmer von den beiden gegnerischen IV ausgespielt wurde (was ziemlich problemlos gehen sollte) und dieser auf deine 4er-Mittelfeldkette andribbeln kann, muss diese immer weiter zurückweichen.


    Dem Gegner fällt es also sehr leicht Druck auf euer Zentrum auszuüben und euch so nach hinten zu zwingen. Ihr könntet durch "herausstechen" aus dem Mittelfeld das Problem etwas kompensieren.


    Das Problem sehe ich im schwach bestzten Zentrum vor der Dreierkette. Ihr könnt zwar durch die stark besetzte Restverteidigung den Gegner sehr gut am Tore schießen hindern. Gute, hohe Balleroberung werden aber selten vorkommen.


    Daher finde ich den Ansatz mit den Pressingauslösern (und wenn s nur der "technische Fehler" ist) ziemlich gut, aber auch das forcieren von Gegenpressing könnte euch helfen euch in der gegnerischen Hälfte öfters festzusetzen.