Der eine Spieler ohne den es nicht geht - aus dem spiel nehmen oder alles wie gehabt?

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hab da gerade ein Deja Vu..... Ich fühle mit dir....

    Ach, ich habe mich über das gute Spiel gefreut. Meine Jungs haben gegen einen starken Gegner sehr gut mitgehalten und waren an einem Unentschieden dran. Letzte Saison waren wir zweimal chancenlos. Nur mein Lob wollte der eine oder andere nicht akzeptieren, schließlich hatten sie ja verloren, so ihre Denkweise.

  • so, ich habe mal eine Email an den Jugendausschuss, bzgl. eines "Beobachters" geschrieben. Mal sehen was die sagen....

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Da halt uns mal mit auf dem laufenden bitte!

    Werde ich machen.

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • In Bayern: Die Trainer können vor dem Spiel einen Fairplay-Leiter benennen, dieser steuert dann aus der Coachingzone heraus im Notfall das Spiel.
    So steht es in den BVF-Regeln der Fairplay Liga.
    Der Fair Play Leiter soll nicht älter als 25 Jahre sein und darf das Spielfeld nicht betreten.


    Weiter steht dort in der Trainer-Regel wörtlich: "Die Trainer müssen selbst den Fair Play Gedanken Leben".


    Wenn also der andere Trainer das nicht tut, verstößt er gegen eine Regel. Damit hast Du auf Deine Frage die Antwort, was Du tun sollst wenn der Gegner sich daran nicht hält: Weise ihn darauf hin, dass er gerade gegen die Spielregeln verstößt. Das solltest Du dann im Nachgang berichten und festhalten im Spielbericht. Vor allem die unter Umständen auftretende Uneinsichtigkeit.
    Bezüglich Sanktion fallen mir wenig Möglichkeiten ein, die ich raten könnte - ich wüsste jedoch ein paar die ich bedenkenlos einsetzen würde. ;)
    Logisch wäre:
    Entscheidungen obligen dem Fairplay-Leiter und wenn es keinen gibt bei BEIDEN Trainern. Einer alleine kann also nichts entscheiden. Solange Du also keine Entscheidung mitträgst, gibt es keine. Wenn keine Einigung stattfindet könnt ihr entweder mit Schiedsrichterball weitermachen oder das Spiel abbrechen.


    Wenn Du jedoch eine Entscheidung akzeptiert hast und das Spiel geht weiter, dann darfst Du auch nicht mehr lamentieren - denn das ist dann eben Fußball.

    Grüße von der Ersatzbank

  • Zum FairPlay-Leiter: So eine Dikussion versuche ich hier ja gerade auch anzustoßen. Mal sehen was dabei rauskommt....


    Zu deinem letzten Punkt: Da hast du recht, manchmal ist es aber so verdammt schwer, weil man einer Entscheidung aus Gründen zustimmt (also in meinem Fall), die nichts mit der Überzeigung zu tun haben, sondern, weil ich z.B. wollte das die Kinder weiter spielen, dass es nicht mit den Eltern eskaliert und noch ein paar andere dinge.....aber ich gebe dir recht...

    "Some people think football is a matter of life and death. I don't like that attitude. I can assure them it is much more serious than that." - Bill Shankly

  • Lade dir das "Regelwerk" des BFV doch einfach als Unterstützung mal runter:
    http://www.bfv.de/cms/service/…-broschueren-bfv-dfb.html
    Dort gibt es den Fairplayliga Flyer. Und bevor Du fragst: Ja, das ist mehr oder weniger das gesamte offizielle Regelwerk Dazu :)
    Kannst den Flyer auch als gedruckte Version beim BFV bestellen. Kostet nur Porto 1,50€ (zumindest für Vereine in Bayern).

    Grüße von der Ersatzbank

  • Eine Diskussion ist, die so alt ist wie der Fußball und gar nicht mal unbedingt nur mit Nachwuchsfußball zu tun hat.

    Im Nachwuchsfußball sollte dein Fokus als Trainer einzig und allein darin liegen das eigene Team zu coachen und das Team so spielen zu lassen wie du das möchtest. Ich bin seit weit über 10 Jahren Nachwuchstrainer und habe mich vor allem auf Kleinfeld nie nach dem Gegner gerichtet. Mir ging es immer um die Abläufe meines Teams. Im Kleinfeld vor allem um die offensiven Abläufe.


    Ansonsten ist es völlig normal, dass es in Teams entscheidende Spieler gibt. Das ist im Profisport so, dass ist im Amateursport so.

  • Wenn es normal ist, dass es in einem Team entscheidende Spieler gibt, ist es doch wohl auch normal, wenn ich als Gegner diesen Spieler unter besonderes Augenmerk nehme und die Kids halt auch mal darauf hinweise, dass der eben nicht so viel Entfaltungsmöglichkeit bekommen darf wie der Blümchenpflücker, der ohnehin nicht an den Ball kommt oder falls er den bekommt, den Ball nicht weiter verarbeiten kann. Ich würde nie anweisen, dem auf die Füße zu treten oder ihn irgendwie körperlich anzugehen aber der Hinweis, dass der prioritär zu decken ist, gehört für mich schon dazu. Ggf. auch mal umstellen, damit der Gegenspieler eben leistungsmäßig passt.

  • Wenn es normal ist, dass es in einem Team entscheidende Spieler gibt, ist es doch wohl auch normal, wenn ich als Gegner diesen Spieler unter besonderes Augenmerk nehme und die Kids halt auch mal darauf hinweise, dass der eben nicht so viel Entfaltungsmöglichkeit bekommen darf wie der Blümchenpflücker, der ohnehin nicht an den Ball kommt oder falls er den bekommt, den Ball nicht weiter verarbeiten kann. Ich würde nie anweisen, dem auf die Füße zu treten oder ihn irgendwie körperlich anzugehen aber der Hinweis, dass der prioritär zu decken ist, gehört für mich schon dazu. Ggf. auch mal umstellen, damit der Gegenspieler eben leistungsmäßig passt.


    So sehe ich das auch.

    Am letzten Wochenende hatten wir Rückspiel gegen einen Gegner gegen den wir im Hinspiel 5:3 verloren haben. 5 Tore von ein und derselben Spielerin.

    Der habe ich einem meiner Verteidiger auf die Füße gestellt. Gute alte Manndeckung sozusagen was ich normalerweise nicht spielen lasse. Es war im Hinspiel aber wirklich auffällig das ohne die nichts geht.

    5:2 gewonnen, ein Sonntagsschuss und ein Handsiebenmeter als Gegentore.

    Das Mädel war nach 15 Minuten schon komplett gefrustet weil mein Verteidiger (der erst im Januar mit Fußball angefangen hat) sie die ganze Zeit fair bearbeitet hat.

  • Bin ich auch ganz dabei.

    Hatte vor zwei Wochen ein zu starken Gegner mit vor allem zwei sehr starken Spitzen. Ich hatte erst mit Raumdeckung und dann Zuordnung gespielt. Aber später, nachdem wir sehr schnell mit mehreren Toren zurücklagen, habe ich zwei gute Verteidiger auf die beiden Spieler angesetzt (Manndeckung).

    Es waren jetzt keine Spieler, die dem Gegner aufs Klo folgen, sondern sie haben bei eigenem Ballbesitz auch mit nach vorne gespielt. Aber bei gegnerischen Ballbesitz sollten sie sich nur auf den einen Gegenspieler konzentrieren.


    Das mache ich, im Breitensport, aber nur, wenn gegnerische Spieler total herausstechen. Aus nur in wenigen Spielen.

  • Leute - die NLZ Trainer bekommen hier regelmäßig Breitseite weil sie Siege über die Entwicklung der Kinder stellen. Denkt bitte noch mal drüber nach ob es wirklich Sinn macht die Geschichte mit der Manndeckung!

    Fokus immer auf die eigene Mannschaft und deren Abläufe mMn.

    Die Kinder sind ohnehin die ersten, die einen herausragenden Spieler erkennen!

  • Ich hatte vor 3 Wochen einen ähnlichen Fall in meiner F Jugend. Einer der gegnerischen Spieler war wirklich gut, hat aber immer den selben Haken gemacht und ist links vorbei gegangen. Das habe ich dann lautstark meinem Team kommuniziert und schon hatten die Jungs sich besser gestellt und ihm Probleme gemacht.

    Der Junge konnte mich nur noch genervt ansehen und musste nun rechts raus dribbeln. Da war er leider nicht so gut. 😁

  • Ich hatte vor 3 Wochen einen ähnlichen Fall in meiner F Jugend. Einer der gegnerischen Spieler war wirklich gut, hat aber immer den selben Haken gemacht und ist links vorbei gegangen. Das habe ich dann lautstark meinem Team kommuniziert und schon hatten die Jungs sich besser gestellt und ihm Probleme gemacht.

    Der Junge konnte mich nur noch genervt ansehen und musste nun rechts raus dribbeln. Da war er leider nicht so gut. 😁

    Das ist mMn auch ein allgemeingültiges, taktisches Prinzip im 1 gegen 1, dass ich versuche den starken Fuß des Gegenspielers zu versperren. Umso mehr, je näher ich an mein eigenes Tor komme.

  • Interessant was es für Unterschiede gibt 😁


    In meinen F-Jugenden hätte ich nicht gewusst, was ich den Kindern zurufen kann, damit sie das in so einem Fall während des Spiels umsetzen können.


    Da ist es schon bei weitaus weniger anspruchsvollen Tips zur eigenen Positionierung gescheitert :D

  • Leute - die NLZ Trainer bekommen hier regelmäßig Breitseite weil sie Siege über die Entwicklung der Kinder stellen. Denkt bitte noch mal drüber nach ob es wirklich Sinn macht die Geschichte mit der Manndeckung!

    Fokus immer auf die eigene Mannschaft und deren Abläufe mMn.

    Die Kinder sind ohnehin die ersten, die einen herausragenden Spieler erkennen!


    Das steht der persönlichen Entwicklung doch überhaupt nicht negativ gegenüber.

    Ich lasse doch auch immer anders spielen. Gerade in der E-Jugend spielen alle Kinder mal auf der Position, mal auf der anderen.

    Und auch nicht jeder Gegner ist anders. Ich versuche meine Kiddies aktuell noch möglichst flexibel zu trainierern und so auch die Stärken und Schwächen heraus zu finden.

    Lässt du deine immer gleich ihren Stiefel runter spielen auch wenn mit einer kleinen taktichen Anweisung der Unterschied zwischen einer 3:5 Niederlage oder einem 5:2 Sieg steht?

    Wenn man merkt, egal ob E-Jugend-Kreisklasse, A-Jugend-Bezirksliga oder Bundesliga, das der Gegner einen besonders Starken Spieler hat, versucht man den aus dem Spiel zu nehmen.

    Auch das gehört zur fussballerischen Entwicklung dazu, sich auf neue Anweisungen und Taktiken einstellen zu können.


  • Die Kinder sind ohnehin die ersten, die einen herausragenden Spieler erkennen!


    Wofür brauchen die Kinder dann überhaupt noch einen Trainer, wenn sie ohnehin alles selber erkennen, oder eben alle einfach nur "spielen" sollen? Es gehört doch zu den Kernaufgaben als Trainer, den Kindern eben gewisse Dinge beizubringen. Und das ist dann nicht nur "Wie spiele ich einen Pass geradeaus?" oder "wie nehme ich einen halbhohen Ball vernünftig an?", sondern natürlich gehören gewisse taktische Vorgaben auch dazu. Es hilft den Kindern wenn sie dann merken, was für einen Unterschied es auf einmal macht ob ich meinen wesentlich schnelleren Gegenspieler beim ersten Kontakt zu stören versuche, oder ob ich mich fallen lasse und damit vermeide, überlaufen zu werden. Warum erklären wir denn Spielern dass sie versuchen sollen, den Gegenspieler in Ballbesitz nach außen zu drängen bzw. ihm bewusst diesen Weg nach außen auf zu machen?
    Es kommt - wie immer - darauf an, wie man es den Kindern erklärt. Natürlich können die nix mit tausend Fachbegriffen anfangen und interessieren sich nicht dafür. Selbst in der E-Jugend bin ich dann mal in die Rolle des Gegenspielers geschlüpft, habe mich mit dem Verhalten das ich vorgegeben habe total veralbern lassen und 5 Minuten lang den Pausenclown gespielt - aber so haben die Kinder verstanden welche Auswirkung das taktische Verhalten dann hatte.

    Sich da blind auf die Kinder zu verlassen ist ein völlig falscher Ansatz. Selbst mit 15, 16 Jahren erkennen sie zwar dass der gegnerische Stürmer die meisten Hütten in der Liga macht - aber dass der gegnerische 6er jeden der erfolgreichen Angriff eingeleitet hat - das erkennen sie nicht.


  • Die Kinder sind ohnehin die ersten, die einen herausragenden Spieler erkennen!


    Wofür brauchen die Kinder dann überhaupt noch einen Trainer, wenn sie ohnehin alles selber erkennen, oder eben alle einfach nur "spielen" sollen? Es gehört doch zu den Kernaufgaben als Trainer, den Kindern eben gewisse Dinge beizubringen. Und das ist dann nicht nur "Wie spiele ich einen Pass geradeaus?" oder "wie nehme ich einen halbhohen Ball vernünftig an?", sondern natürlich gehören gewisse taktische Vorgaben auch dazu. Es hilft den Kindern wenn sie dann merken, was für einen Unterschied es auf einmal macht ob ich meinen wesentlich schnelleren Gegenspieler beim ersten Kontakt zu stören versuche, oder ob ich mich fallen lasse und damit vermeide, überlaufen zu werden. Warum erklären wir denn Spielern dass sie versuchen sollen, den Gegenspieler in Ballbesitz nach außen zu drängen bzw. ihm bewusst diesen Weg nach außen auf zu machen?
    Es kommt - wie immer - darauf an, wie man es den Kindern erklärt. Natürlich können die nix mit tausend Fachbegriffen anfangen und interessieren sich nicht dafür. Selbst in der E-Jugend bin ich dann mal in die Rolle des Gegenspielers geschlüpft, habe mich mit dem Verhalten das ich vorgegeben habe total veralbern lassen und 5 Minuten lang den Pausenclown gespielt - aber so haben die Kinder verstanden welche Auswirkung das taktische Verhalten dann hatte.

    Sich da blind auf die Kinder zu verlassen ist ein völlig falscher Ansatz. Selbst mit 15, 16 Jahren erkennen sie zwar dass der gegnerische Stürmer die meisten Hütten in der Liga macht - aber dass der gegnerische 6er jeden der erfolgreichen Angriff eingeleitet hat - das erkennen sie nicht.

    Ich habe lediglich geschrieben das der Fokus auf den eigenen Stärken liegen sollte und Manndeckung absolut keinen Sinn macht im Jugendfußball wo es um die goldene Ananas geht. Natürlich darf man die Spieler darauf hinweisen