Ist Nachwuchsförderung im deutschen Fußball sportlich und finanziell rentabel?

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  • Das trifft dann zu, wenn Du davon ausgehst, dass der wichtigste Aspekt in den älteren NLZ-Jahrgängen nur noch daraus besteht die psychologische Komponente des internen Konkurrenzkampfes bzw. des Wettkampfdrucks zu vermitteln.

    Damit liegst Du in meinen Augen aber völlig daneben.

    Es wäre weit besser, dafür zu sorgen, dass die Jungs, die jahrelang den Deal mit den NLZ eingegangen sind bis zum Ende der Ausbildung ein Recht auf adäquate Praxiserfahrung haben. Dazu bieten sich alternative Spiele für die Ergänzungsspieler an, oder, was mir auch gut gefällt, die 4 Viertel, die let1612 vorgeschlagen hat.

    Das Problem in diesen Ligen ist nach wie vor, dass der Wettbewerb bzw. das Titelsammeln und Klassehalten alles andere überlagert.

    Ich halte es für ein Gebot der Fairness den Spielern gegenüber, dass sie für den Verlauf Ihrer Ausbildung bestmöglich ausgebildet werden, und dazu gehört auch jede Woche ein Spiel zu haben. Dass die Freundschaftsspiele dann auch tatsächlich in Wettkampfintensität durchgeführt werden ist natürlich Sache der Spieler und Trainer. Ich sehe da aber bei NLZ-Spielern mit entsprechenden Zielen und Träumen keine Gefahr, dass es jemand schleifen lässt. Und wenn doch, kann der Weg im NLZ am Jahresende ja ggf. zu Ende sein. Das wäre auch legitim, nicht aber mitten in der Saison Spielpraxis zu verweigern, weil es nicht reicht.
    Ein Beispiel aus der Wirtschaft:
    Azubis, von denen man weiß, dass sie nach der Ausbildung nicht übernommen werden, setzen Unternehmen auch ganz normal als Arbeitskräfte ein bis diese beendet ist und nicht auf irgendeine unternehmensinterne Auswechselbank oder Tribüne.


    Neben dem Fairnessgedanken bin ich überzeugt davon, dass die Chance mehr Spieler erfolgreich durch das System zu schleusen wesentlich größer ist, wenn man allen ausreichend Spielpraxis gewährt.

    Das Trainingsniveau wird besser, wenn die Spieler regelmäßiger spielen.

    Nachzügler oder Jungs, die gerade eine Delle durchlaufen bleiben trotzdem dran oder holen schneller und
    leichter wieder auf, wenn sie regelmäßig spielen.

    Die NLZ-Bankdrücker landen am Ende ja gerne in der Regional- oder Oberliga und tun sich selbst da oft schwer. Kein Wunder, wenn sie teilweise 2-3 Jahre kaum spielen konnten. d.h. mehr Spielpraxis für alle Spieler in U17 und U19 NLZ-Teams hebt auch das Niveau im gehobenen Amateurfußball und eröffnet die Chance, dass Nachzügler für die 3. oder 2. Liga möglich sind.

  • Das sind ja teilweise schöne Ansätze, ich sehe nur das Problem bei der Belastungssteuerung.

    Wenn man ein Spiel hat, würde man in diesem ja auch gerne vernünftig wechseln wollen, sprich es verletzt sich jemand und ich bringe einen von der Bank, ist es Verletzungspräventiv am besten wenn dieser Spieler halt "frisch" ist.
    Welche Lösung gäbe es dafür?

  • 1. Die Belastung würde viel zu gering sein, da kein Spieler 100% gibt und riskiert sich zu verletzen

    • Hier hilft nur Trainings- und Spielzeit auf allerhöchstem Niveau weiter, aber sich kein rumgebolze...


    Habe ich das richtig verstanden? Wenn man 100% gibt in einem "echten" Spiel, wo es ums Gewinnen geht, dann habe ich weniger Risiko mich zu verletzen, als wenn ich ein Trainings-/Freundschaftsspiel mache, in dem vielleicht die letzten 10% Leistung nicht aktiviert werden?


    An den zweiten Satz möchte ich auch mal ein Fragezeichen machen. Weiß auch nicht, wie man so etwas empirisch belegen könnte.

    Ein 100 m Läufer wird sicherlich auch nicht dadurch schneller, dass er ganz viele 100m Sprints mit Maximalleistung im Wettkampf macht. Die etwas traurige Ausbeute von 2 Spielern sollte auch mal zum Nachdenken anregen, ob der eingeschlagene Weg tatsächlich nicht einiger Modifizierung bedarf.

  • Das sind ja teilweise schöne Ansätze, ich sehe nur das Problem bei der Belastungssteuerung.

    Wenn man ein Spiel hat, würde man in diesem ja auch gerne vernünftig wechseln wollen, sprich es verletzt sich jemand und ich bringe einen von der Bank, ist es Verletzungspräventiv am besten wenn dieser Spieler halt "frisch" ist.
    Welche Lösung gäbe es dafür?

    Bei einer Spielzeit von 4 Vierteln, bei der der ganze Kader zum Einsatz kommen muss, wäre das ja schonmal kein Problem. Alternativ könnte wie im Amateurbereich die "Zweite" das Vorspiel zur ersten machen. Spieler, die bei der "Zweiten" ausgewechselt wurden, kommen dann zur "Ersten" und sitzen dort auf der Bank.

  • Alternativ könnte wie im Amateurbereich die "Zweite" das Vorspiel zur ersten machen. Spieler, die bei der "Zweiten" ausgewechselt wurden, kommen dann zur "Ersten" und sitzen dort auf der Bank.

    Auch hier sehe ich das selbe Problem. Die werden ja bei dem ersten Spiel sich bewegt haben. Auch dann wäre bei der Intensität in der höheren Ligen das Risiko einer Verletzung zu groß.
    Der Körper ist bereits ermüdet und soll dann nochmal von der Bank Leistung bringen? Im Amateurbereich mag das irgendwo funktionieren, aber nicht in dem Leistungsbereich der Jugend Regionalligen und Bundesligen.

    Auch bei den 4 Vierteln liegt das selbe Problem vor. Was passiert, wenn im letzten Viertel sich einer verletzt? Soll dann einer vom ersten Viertel spielen? Selbes Problem: bereits ermüdet, soll dann wieder in die Intensität -> enormer Verletzungsrisiko.


    Klar, ich stimme euch voll zu, Spielzeit ist Key in dem Alter, aber auf Biegen und Brechen nicht zu erreichen, da muss es andere Lösungen geben.

  • Auch hier sehe ich das selbe Problem. Die werden ja bei dem ersten Spiel sich bewegt haben. Auch dann wäre bei der Intensität in der höheren Ligen das Risiko einer Verletzung zu groß.
    Der Körper ist bereits ermüdet und soll dann nochmal von der Bank Leistung bringen? Im Amateurbereich mag das irgendwo funktionieren, aber nicht in dem Leistungsbereich der Jugend Regionalligen und Bundesligen.

    Auch bei den 4 Vierteln liegt das selbe Problem vor. Was passiert, wenn im letzten Viertel sich einer verletzt? Soll dann einer vom ersten Viertel spielen? Selbes Problem: bereits ermüdet, soll dann wieder in die Intensität -> enormer Verletzungsrisiko.


    Klar, ich stimme euch voll zu, Spielzeit ist Key in dem Alter, aber auf Biegen und Brechen nicht zu erreichen, da muss es andere Lösungen geben.

    Wenn sich im "normalen" Spiel einer verletzt, und das Wechselkontingent erschöpft ist, dann muss man das Spiel auch mit 1 Mann weniger zu Ende bringen. Das führt dann ja oft dazu, dass man sein Wechselkontingent so spät wie möglich aufbraucht, um genau dieser Gefahr zu entgehen. (wieder so eine Unart der Wettbewerbssystematik im Jugendbereich, bei der das Ergebnis die Entwicklung der Spieler blockiert).

    Klar erheben meine Vorschläge keinen Anspruch darauf die perfekte Lösung darzustellen.

    Aber 16-19 jährige Leistungssportler wollen Spielen. Die haben auch noch nicht die Intensität und Menge an Einsätzen wie Profis, dass man mit Belastungssteuerung kommen müsste.

    Ich glaube die schlechteste Form von Belastungssteuerung in dieser Entwicklungsphase ist gar keine Belastung wegen 90 Minuten Bank oder Tribüne.

  • Ich glaube die schlechteste Form von Belastungssteuerung in dieser Entwicklungsphase ist gar keine Belastung wegen 90 Minuten Bank oder Tribüne.

    Du springst bei deinen Argumenten von Spielern auf der Bank zu Spielern auf der Tribüne, die nicht mal im Kader sind und wieder zurück.
    Du vermischt dadurch total die Betrachtungspunkte. Spieler die zum Spieltagskader gehören und auf der Bank verweilen, können nicht nebenbei ein zusätzliches Spiel bestreiten, weil (auch wenn du den Punkt mit der Belastungssteuerung blöd findest), es ein zu großes Verletzungsrisiko darstellt.
    Jugendspieler in den höchsten Spielklassen haben meiner Erfahrung nach eine deutlich höhere Belastungsintensität als ein Amateurspieler auf Kreis oder unterer Landesebene.


    Und ich bezweifle, dass die Wettbewerbssystematik voll und ganz die Entwicklung der Spieler blockiert.


    Die haben auch noch nicht die Intensität und Menge an Einsätzen wie Profis, dass man mit Belastungssteuerung kommen müsste.

    Belastungssteuerung ist darüber hinaus auch kein Begriff der nur bei den erwachsenen Profis benutzt wird, selbst im C-Lizenz Lehrgang wird dieses Thema mittlerweile angesprochen, um Jugendtrainer mittel an die hand zu geben, um Verletzungen bei Jugendspielern zu minimieren.
    Ich selber kann da aus persönlicher Erfahrung sprechen:
    Testspiel zum Ende der Sommervorbereitung in der B Jugend (junger Jahrgang). So zwischen 10-5 min vor schluss Laufduell an der Seitenlinie mit Schulter an Schulter, ich bekomme einen leichten rempler versuche den kleinen "sidestep" abzufangen und knicke wegen erschöpfter Beinmuskulatur im Knie weg und reiße mir mein vorderes Kreuzband.
    Die selbe Problematik hätten Spieler, die von einem Nebenspiel ins Hauptspiel eingewchselt werden. Sie sind bereits körperlich erschöpft, auch wenn sie vom kopf oder ausdauer her noch laufen könnten.
    auch da geht es um belastungssteuerung um verletzungspräventiv zu arbeiten.

  • CoachT : Ich verlinke hier mal den VBG Sportreport 2020 - ab Seite 70 wird die Sportart Fußball dargestellt.


    Sehr interessant finde ich da die Seite 85 - Spielzeitpunkt der Verletzung. Prozentual verletzten sich mehr Spieler in der 1. Halbzeit als in der 2. Halbzeit. Weiterhin liegt der höchste prozentuale Anteil zwischen Minute 31-45. Die Unterteilung mit 30 min. und einer Pause könnten aus meiner Sicht hier helfen - wahrscheinlich auch bei den Oberschenkelverletzungen ab der 76.-90 min. - eine Pause mehr zur Regeneration.


    Bei 2 oder 3 Spielpausen könnte man sich auch Gedanken machen, wie man die besser bzw. vorbeugender Nutzen könnte. Zwei Beispiele: 1. Halbfinale A-Jugend FCABSC: beide Mannschaften haben ein kurzes gemeinsames Programm absolviert - habe ich in der Bundesliga noch nicht gesehen; 2. Basketball: in der Mittelpause ist ein Einwerfen/-spielen integriert.


    Ich nehme mal das Beispiel 4x 30 min. und gleiche Spielzeit. Bei einem 16er Kader wären das 82,5 min. pro Spieler (wahrscheinlich eine zu hohe Belastung). Bei einem 18er Kader wären es 73,3 min. (und das ist aus meiner Sicht eher die Regel bei einer U19 NLZ) - hier könnte ich als Trainer Belastungssteuerung gut reinbringen (sowohl in Richtung 90 min. als auch 60 min. für ehemals verletzte Spieler).

  • Das trifft dann zu, wenn Du davon ausgehst, dass der wichtigste Aspekt in den älteren NLZ-Jahrgängen nur noch daraus besteht die psychologische Komponente des internen Konkurrenzkampfes bzw. des Wettkampfdrucks zu vermitteln.

    Das ist definitiv ein wichtiger Aspekt auf dem genannten Niveau.


    Dazu bieten sich alternative Spiele für die Ergänzungsspieler an, oder, was mir auch gut gefällt, die 4 Viertel, die let1612 vorgeschlagen hat.

    Also sollen in der U19-Bundesliga 4 Viertel gespielt werden und im nächsten Jahr sollen die Jungs dann in der Herren-Bundesliga unter völlig anderer Belastung performen?


    Dass die Freundschaftsspiele dann auch tatsächlich in Wettkampfintensität durchgeführt werden ist natürlich Sache der Spieler und Trainer

    Da kann man als Trainer oder Spieler im Dreieck springen. Freundschaftsspiel ist einfach nicht Wettkampf. Alleine der Erfolgs- und Ergebnisdruck ist einfach viel geringer.

  • Das trifft dann zu, wenn Du davon ausgehst, dass der wichtigste Aspekt in den älteren NLZ-Jahrgängen nur noch daraus besteht die psychologische Komponente des internen Konkurrenzkampfes bzw. des Wettkampfdrucks zu vermitteln.

    Das ist definitiv ein wichtiger Aspekt auf dem genannten Niveau.

    Wettkampfdruck und Konkurrenzkampf entstehen früh genug. Die Spieler lernen das schnell genug, sobald sie dem tatsächlich ausgesetzt sind. Ich bin der Meinung es gibt in der U17/U19 (auch auf Bundesliga-Niveau) wertvollere Dinge an denen es zu arbeiten gilt als daran.


    Das ist definitiv ein wichtiger Aspekt auf dem genannten Niveau.


    Also sollen in der U19-Bundesliga 4 Viertel gespielt werden und im nächsten Jahr sollen die Jungs dann in der Herren-Bundesliga unter völlig anderer Belastung performen?

    Ja genau!

    Weil diese rein konditionellen und belastungstechnischen Aspekte viel schneller aufzubauen und zu kompensieren sind als fehlende Spielpraxis (z.B. durch intensive Vorbereitung). Vielleicht ist es für die Qualität und Entwicklung der Spieler ja sogar besser, wenn sie in kurzen Intervallen höher Performen als wenn sie sich die Kraft für 90 Minuten einteilen um bis zum Ende durchhalten zu können.

    Wer es bis in die Herren-Bundesliga schafft, hat dann als Vollprofi ja ganz andere Voraussetzungen dadurch, dass er sich auf nichts anderes als Fußball und den Aufbau und die Pflege seines Körpers konzentrieren muss. Hinzu kommen die noch bessere und individuellere Betreuung als in der U19.

    Von daher kann es kein Maßstab oder Aufgabe einer U19 Bundesliga-Mannschaft sein Spieler an die Belastung der Herren-Bundesliga zu gewöhnen. Wichtiger ist das schnelle Spiel, viele Sprints und agieren unter Raum-, Zeit- und Gegnerdruck ... Das lernen die Jungs vielleicht in kürzeren Sequenzen sogar besser, weil es ihnen leichter fällt diese Distanzen mit Vollgas zu gehen-

    Dass die Freundschaftsspiele dann auch tatsächlich in Wettkampfintensität durchgeführt werden ist natürlich Sache der Spieler und Trainer

    Da kann man als Trainer oder Spieler im Dreieck springen. Freundschaftsspiel ist einfach nicht Wettkampf. Alleine der Erfolgs- und Ergebnisdruck ist einfach viel geringer.

    Sorry, aber wer als U19-NLZ-Spieler unbedingt den Rahmen Bundesliga benötigt um Höchstleistung bringen zu wollen, der sollte seine Träume und Ziele überdenken.

    Wenn die U19 von Dortmund gegen Schalke spielt oder von Augsburg gegen Berlin, dann muss es vollkommen egal sein, ob ich ein Halbfinale um die deutsche Meisterschaft spiele, oder einen Leistungsvergleich, bei dem ich mir und meinen Trainern und sämtlichen anwesenden Scouts Woche für Woche beweisen will, dass ich das Zeug habe irgendwann auf der großen Fußballbühne zu spielen.
    Entscheidend ist einen Wettkampf mit einer möglichst starken Mannschaft gegen einen möglichst starken Gegner zu bestreiten. Wie der Pokal den es hinterher zu gewinnen gibt (oder eben auch nicht) heißt muss auf dem Level völlig egal sein.

  • Coach1976


    Du argumentierst hier schon sehr stark damit, dass das ja alles so sein "müsste", wenn die Spieler auf diesem Niveau spielen. Den Spielern "müsste" es egal sein, ob sie im Halbfinale spielen oder bei einem Leistungsvergleich.


    Aber die Realität sieht nunmal anders aus: Ein Freundschaftsspiel ist (ab einem gewissen Leistungsniveau) nicht gänzlich mit einem Ligaspiel vergleichbar. Natürlich gibt es Testspiele mit größerer Bedeutung (z.B. gegen besonders interessante Gegner) oder Ligaspiele mit besonders geringer Bedeutung. Aber das absolute limit der persönlichen leistungsfähigkeit (unter Druck) lässt sich nur im Rahmen eines echten Wettbewerbs simulieren. In dem Moment, in dem ich diesen Druck haben möchte brauche ich auch von außen einen realen Ergebnisdruck, sonst ist das nicht das Gleiche.

    Das wird Dir auch jeder Fußballer bestätigen können, der mal auf einem einigermaßen leistungsorientierten Niveau Fußball gespielt hat.


    Was die konditionellen Aspekte betrifft:
    Das Ziel sind aber nunmal nicht Wettkämpfe mit einer Dauer von 15 Minuten, sondern 90 Minuten. Und da ist es auch eine Form von Druck, in der 90. Minute noch gute Entscheidungen treffen zu können und technisch sauber Fußball zu spielen. Wenn wir versuchen uns im Training "spielnah" am Wettkampf zu orientieren, dann müsssen wir auch im Wettkampf der U19/U17 eine Orientierung am Wettkampf des Profifußballs haben. Ich kann mich nur auf eine Situation vorbereiten (oder mich dahin entwickeln diese zu meistern) indem ich mich einer möglichst vergleichbaren Situation aussetze.

  • Sicher ist aktuell in den bekannten Wettbewerbsformen die Motivation durch den Wettbewerb von außen schon vorgegeben.

    Vielleicht erkenne ich aber die richtigen Talente genau daran, dass sie unabhängig vom Namen des Wettbewerbs ausreichend intrinsische Motivation mitbringen, um Top-Leistungen abzurufen.

    Mal angenommen es gäbe die Junioren Bundesligen mit der Gefahr abzusteigen nicht und (siehe Projekt Zukunft des DFB).

    eine wie auch immer organisierte Wettbewerbsform garantiert den Teams wöchentlich Leistungsvergleiche auf höchstem Niveau, so dass in einem 23er U19-NLZ-Kader sichergestellt ist, dass jeder Spieler auf 60-90 Minuten Spielzeit kommen kann,

    egal, ob das in einer Art Turnierform oder in längeren Spielen mit entsprechend ausgelegten Dritteln oder vierteln passiert.

    Nach meiner Überzeugung ist die Wahrscheinlichkeit mehr gut ausgebildete Spieler zu erhalten deutlich höher als wenn wie heute in einem normalen U19 BuLi-Kader nur ca. 50% der Spieler auf eine 2-stellige Anzahl von Einsätzen pro Saison kommt. Von den anderen 50% kommt die Hälfte auf eine 2-stellige Anzahl an Kadernominierungen, aber nur auf eine 1-stellige Zahl Einsätze und der Rest ist froh, wenn er überhaupt mal auf der Bank sitzen durfte.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sein muss, dass es in einer U19 schon zugeht wie bei den Profis und bin mir sicher, dass mehr Fairness bei den Spielzeiten in Summe mehr Talente nach oben bringt.

  • Ich denke es ist wichtig hierbei auch wieder unterschiedliche Optimierungen für die unterschiedlichen U-Altersstufen zu sehen. Eine U19 ist natürlich schon wieder viel näher dran am Herrenbereich wie jetzt eine U15 oder auch eine U17.


    In England gibt es z. Bsp. die Premier Academy League, hier gibt es keine Absteiger. Somit gibt es keinen "unnötigen" und oft sehr negativen Druck durch das Thema Abstieg, was ja sonst immer omnipräsent ist bei alle Verantwortlichen und Beteiligten. Und jeder, der sagt, das spielt keine Rolle erzählt Blödsinn. Wettbewerb gibt es übrigens trotzdem genug, weil es auch eine Finalrunde gibt.


    Ich habe in diesem Jahr vor allem die U15 Oberliga und Regionalliga am Platz verfolgt. Da gibt es dann z. Bsp. die Regelung dass man nicht mehr Ein- und wieder Auswechseln darf, in einer U15 meiner Meinung nach völlig Ausbildungsfeindlich und fehl am Platz. Eine Spielzeit von 2 x 35 Minuten. Viel zu wenig bei einer Anfahrt, die teilweise zwischen 1 und 6 Stunden liegt. Warum macht man hier nicht zumindest 3 x 30 draus und darf in der Altersstufe noch viel freier wechseln. Diese Eingrenzungen in dieser Altersstufe bringen den Spielern nichts meiner Meinung nach.


    Wie oft hab ich das gesehen, dass Mannschaften mit einer vollen Bank unterwegs sind, davon dann am Ende 2 oder 3 noch ein paar Minuten zum Einsatz kommen. Wenn es viel ist dann vielleicht 20 Minuten. Für diese Altersstufe extrem frustrierend und in meinen Augen pure Zeitverschwendung für die Spieler. Warum nutzt man hier nicht die Zeit sinnvoller für diese Spieler? Z. Bsp. Individual Training oder auch Klein-Gruppen Training an diesem Tag.

  • Das Beispiel von konschi mit der U15 Regionalliga (lässt sich auch auf U19 und U17 Bundesligen übertragen) zeigt doch eigentlich schon ganz gut wo es krankt.

    Selbstverständlich muss ein junger Sportler, der weiterkommen will sehr viel in seinen Sport investieren. Das gilt für Fußballer genauso wie für alle anderen Leistungssportler. Mit ca. 4 Einheiten pro Woche in der C-Jugend-Regionalliga + Spiel + Hausaufgaben für individuelles Athletik- oder Techniktraining investieren die Spieler aber wirklich immens viel und gehen ja nebenher auch noch ein bisschen zur Schule.

    Die größte Entfernung zwischen zwei Mannschaften in der C-Jugend-Regionalliga Bayern beträgt über 400 km! d.h. man ist für ein Spiel über 12 Stunden unterwegs ggf. auch mit Übernachtung. Für mich ist es da nicht akzeptabel (egal ob U15 oder U19), dass Spieler dabei sind, die gar nicht zum Einsatz kommen.

    Man versetze sich mal in die Spieler, die 90 Minuten auf der Bank saßen und jetzt die 4-5 Stündige Heimfahrt im Mannschaftsbus genießen dürfen... Klar wird das irgendwann im Profibereich zur Normalität. Aber solange es sich noch um Jugendliche in ihrer sowohl fußballerischen als auch schulischen Ausbildung handelt, gibt es bessere Methoden ihnen Motivation und "Wettkampfhärte" zu vermitteln, als sie in eine Pseudoprofiwelt zu pressen. Ich weiß nicht, wie sich die Spielzeiten in der englischen Academy League verteilen, aber es wird keiner bestreiten, dass die mindestens genauso viele und gute Talente hervorbringt wie unser System mit den Bundesligen.
    Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, dass junge Talente bestmöglich auf hohem Niveau ausgebildet werden, finde es auch richtig und wichtig, dass ihnen regelmäßig ein ehrliches Feedback über ihren Leistungsstand und ihre Entwicklung gegeben wird, und dass dieses Feedback jährlich oder alle 2 Jahre dazu führen kann, dass man sich trennt, weil andere besser sind oder die Entwicklung stagniert.

    Aber das Verhältnis zwischen NLZ und Spieler sollte Unabhängig von der Alters- und Spielklasse für den Verlauf einer Saison beidseitig fair sein. Der Spieler sichert von Anfang bis Ende der Saison seinen vollen Einsatz, Disziplin, Loyalität, angemessenes Auftreten und Verhalten zu, und der Verein sorgt von Anfang bis Ende der Saison für hochwertiges entwicklungsförderndes Training, medizinische Versorgung, Unterstützung bei der Bewältigung der schulischen Aufgaben und genügend Einsatzzeiten im Spielbetrieb.

    Im aktuellen Wettbewerbssystem ist das in meinen Augen nicht umsetzbar, deshalb benötigt es neue Ansätze.

    Neue Ansätze garantieren natürlich nicht, dass plötzlich alle Spieler eines U19 Kaders Profis werden, trotzdem bin ich der vollen Überzeugung, dass mehr Spielzeit und weniger Druck sowohl in der Breite als auch in der Spitze bessere Quoten erzeugen werden.

  • Weiterhin liegt der höchste prozentuale Anteil zwischen Minute 31-45.


    Ohne mir den Bericht vollständig durchgelesen zu haben (ich habe den nur Überflogen), wäre dafür meine Theorie, dass wir uns in der Zeitspanne in der ersten Ermüdungsphase befinden und in den seltensten Fällen da gewechselt wird.
    Aber das wird zu einem Nebenschauplatz.


    hier gibt es keine Absteiger

    gibt ja auch Projekt Ideen vom DFB und einigen NLZs, ich finde nur den Weg falsch, weil man dadurch einen elitären Zugang schafft. Ein non-Profi Verein kann dann mit seiner Jugend NIE in diesen Bereich eindringen, obwohl sie gute arbeit leisten, nur weil es der Sprung von Regio in 3. Liga so schwer ist. Finde ich nicht fair.
    Als Beispiel: Eimsbüttler TV spielt seit einigen Jahren mit seinen Jugenden in der Jugend Regio oder Bundesliga OHNE NLZ oder Profi-Herren-Team. Solche Vereine würden ausgeschlossen werden, weil man ja den Leistungsdruck der NLZ Spieler vom HSV etc nehmen will?

    Nenene


    Dann lieber das hier:

    Aber für mich ist die einzige Möglichkeit, deutlich mehr NLZs zu betreiben.

    Finde eh, ab einem bestimmten Etat etc. sollte Geld für Räumlichketein der Jugend verpflichtend sein, bzw die Infrstruktur für NLZ muss gegeben sein (zur Klassifizierung als NLZ gehört viel mehr als nur ein Gebäude)

  • gibt ja auch Projekt Ideen vom DFB und einigen NLZs, ich finde nur den Weg falsch, weil man dadurch einen elitären Zugang schafft. Ein non-Profi Verein kann dann mit seiner Jugend NIE in diesen Bereich eindringen, obwohl sie gute arbeit leisten, nur weil es der Sprung von Regio in 3. Liga so schwer ist. Finde ich nicht fair.
    Als Beispiel: Eimsbüttler TV spielt seit einigen Jahren mit seinen Jugenden in der Jugend Regio oder Bundesliga OHNE NLZ oder Profi-Herren-Team. Solche Vereine würden ausgeschlossen werden, weil man ja den Leistungsdruck der NLZ Spieler vom HSV etc nehmen will?

    Nenene


    Was ist denn der Fußball U19, U17 oder jünger?

    Ausbildung oder Wettbewerb zum Selbstzweck?

  • Kurz zum Klarstellen: Ich erkenne die Problematik und finde einige Vorschläge durchaus interessant.

    Aber für mich ist die einzige Möglichkeit, deutlich mehr NLZs zu betreiben.

    Und wer betreibt die?



    Nachwuchsarbeit in der Bundesliga: Ein Geschäftsmodell? | SPONSORs.

    Durchschnittlich sieben Millionen Euro pro Jahr für ein NLZ bezeichnet der eine Club-Manager als „realistisch“. Ein anderer sieht das durchschnittliche Jahresbudget eines NLZs eher „zwischen vier und sechs Millionen Euro pro Saison“

  • Was ist denn der Fußball U19, U17 oder jünger?

    Ausbildung oder Wettbewerb zum Selbstzweck?

    Ausbildung.

    Und jetzt meine Frage an dich, ist es wirklich eine vorteilhafte Ausbildung, wenn keine ausgeglichenen Leistungsniveaus vorhanden sind?
    Wenn zB. die U19 von Holstein aus der Bundesliga absteigt, weil sportlich zu schlecht aber ETV drinnen bleibt?
    Scheinbar hat ja ETV mehr das Leistungsniveau als Kiel, wieso sollten die dann nicht in der Bundesliga spielen dürfen?

    Ich habe auch hier im Forum gelesen, dass Spieler nicht besser werden wenn die nur gegen schwächere spielen.

    Mit Selbstzweck hat das rein gar nichts zu tun

  • Und der Jahrgang der beim Eimsbüttler TV dann nachkommt ist automatisch auch besser als der von Holstein Kiel?