D Jugend Spiel mit zwei Verteidigern

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  • GRINS musste jetzt echt lachen *LACH* bezgl. offensiv spielen:-) Glaub keiner hat je so offensiv hier im Umkreis gespielt, wie ich bisher und vor Jahren in der D-Jugend ein Trainer, der hat Dank meiner Offensive, fast den "Verstand" verloren:-) Das wir in den 2 Spielen, gg. Mannschaften, die denke ich nach der Qualirunde in der 1. Hälfte der Tabelle zu finden sind, 2 x zu null spielten, kann ich auch nicht fassen, *lach* aber nun ja, das 1-0 hätte auch 4-0 und das 4-0, hätte auch 8-0 ausgehen können. Links und Rechts Außen Mittelfeld, in der Mitte der Stürmer, eine nachrückende 6, dann Flügelläufer zieht rein, 6er hinterläuft, Rechter Verteidiger, linker Verteidiger, über die Außenbahn mal hinterlaufen des Mittelfeld Aussen ... kann man äußert offensiv und attraktiv spielen. Wie gesagt, waren auch keine Gurkengegner und ich hätte nie für möglich gehalten das wir da beide noch dazu so eindeutig und dominant gewinnen, nie im Leben. So doof es klingt, wenn mich heute einer frägt wie unser Torwart war, ich kann es nicht sagen, da ich mich an nichts erinnern kann, was gross aufs Tor kam. Kann sich natürlich noch ändern, nächste Woche kommt die dritte Mannschaft des Kalibers, aber aktuell ist es halt bei uns total passend so, was ja nicht gleich heisst das dies bei einer anderen Mannschaft mit anderen Spielern auch so funktionieren würde. Diebezgl. gefällt mir auch gut das Zitat meiner Vorredners: "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Auch verschiedene Meinungen können richtig sein, da die Situationen des einzelnen ja auch verschieden sind :-)

  • tobn
    Das habe ich nicht eindeutig formuliert: Der kurze Abstoß geht nicht regelmäßig zum zentralen Spieler, sondern auf einen der breitstehenden Verteidiger, dann ganz nach Spielsituation weiter.
    Ein zentrale Spieler läuft nach hinten, um entweder die Stürmer von diesen abzuziehen oder Platz im Mittelfeld zu schaffen (wenn er die gegnerischen Mittelfeldspieler mitzieht). Den Ball kriegt er eigentlich nur, wenn kein Gegner energisch mitzieht. Im NOTFALL lässt er klatschen. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es aber sicher noch!


    Gestern waren bei uns Stützpunktvergleiche 2002er auf 9er Feld. Unser Stützpunkt spielte 2:2:3:1. Sah aber aus wie 2:5:1...

  • Frank


    das ist für mich neu, aber man lernt ja nie aus.


    bisher war ich immer der Meinung, dass die Qualität der Mannschaft und der einzelnen Spieler, aber auch gewisse taktische Massnahmen im Spiel spielentscheidend sind.


    Dass nun aber die taktische Grundaufstellung für deine Erfolge entscheidend waren ist für mich eine neue Erkenntnis.


    Offensichtlich hast du für deine Truppe das richtige System gefunden (das macht auch einen Trainer aus) aber mal
    überlegt, dass du mit dieser Truppe auch mit einem anderen System zu den gleichen Ergebnissen gekommen wärest?


    wegen des Lerneffektes hatte ich mit meinen Mannschaften im Laufe der Saison unterschiedliche Systeme gespielt., was durchaus zu veränderten Spielweisen führte, aber letztlich keine Auswirkung auf die Erfolge oder Misserfolge hatte.

  • Das habe ich nicht eindeutig formuliert: Der kurze Abstoß geht nicht regelmäßig zum zentralen Spieler, sondern auf einen der breitstehenden Verteidiger, dann ganz nach Spielsituation weiter.


    Dann passt ja alles. Denn natürlich sollen die Verteidiger breit, aber recht weit hinten stehen, um als alternative Anspielstationen für den Torwart zu dienen, falls die beste Option, nämlich das Spiel ins Zentrum, nicht zur Verfügung steht, weil der Gegner dort zu gefährlich ist. Wie du richtig vermutest, nahm ich ja 'nur' Anstoß daran, dass gesagt wurde, die Verteidiger stünden breit, es würde aber immer der Sechser angespielt. Es wurde überhaupt nicht die Option genannt, nach außen auf die Verteidiger zu spielen. Aber dann stehen sie da völlig sinnlos herum, sobald der Gegner begreift, dass er sie in keiner Weise decken muss. Und dann hat man letztendlich zwei Spieler weniger auf dem Platz. Außerdem müssen sie von dort nach dem Abstoß des Torwarts erst wieder nach innen und ein Stück nach vorne laufen, um wieder die Absicherung zu bilden. Bei Ballverlust des Sechsers im Aufbau können sie jedenfalls nicht mehr eingreifen..


    Es ist meiner Meinung nach auf jeden Fall sinnvoll, dass sich Verteidiger breit neben dem Strafraum anbieten. Aber sie müssen für den Torwart auch eine Option für seinen Abstoß sein.


    Gestern waren bei uns Stützpunktvergleiche 2002er auf 9er Feld. Unser Stützpunkt spielte 2:2:3:1. Sah aber aus wie 2:5:1...


    Naja, bei dem relativ kurzen Feld wundert mich das nicht wirklich... Bei einer solchen Aufstellung müsste man eigentlich über Diagonalbälle (durchaus flach) auf die Außenstürmer verwundbar sein, da sich ja in den Halb- und Außenräumen hinter dem Mittelfeld große Räume ergeben, die nicht im Abseits sind. Wurde das nicht ausgenutzt? Als das Team meines Sohnes D9 spielte, haben das spielstarke Mannschaften mit guten und schnellen offensiven Außenspielern sehr gut gemacht, da wurde es schon bestraft, wenn der Außenverteidiger in einer Viererkette kurzzeitig zu hoch stand und so den Raum hinter sich öffnete.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • denk schon günther das es sich in diesem Fall auf das System bezieht auch wenns komisch klingt:-) Aber sagen wir hatten ein Turnier mit anderem System zu Vorbereitung, da haben wir gegen "schlechtere" Teams mit 1-0 und 2-0 gewonnen und einmal 1-1 gespielt und gegen ein gleichstarkes Team 2-0 verloren nach den Ersten 4 Spielen. Das 5. Spiel war dann gegen den Turniersieger, die mit Abstand beste Mannschaft. Tja, jedes Spiel ging 12 Minuten. Hier hat mein Mittrainer was anderes Systemmässig spielen lassen. Während des 4. Spieles und nachdem es 2-0 für den Gegner stand, hab ich umgestellt auf das besagte System, wir wurden in dem Spiel um einiges besser und im letzten Spiel haben wir dann gegen den Turniersieger 0-0 mit dem besagten System gespielt, aber wir hatten Pfosten, Lattentreffer und diese einen überragenden Torwart und vom Gegner kam nichts auf unser Tor.


    Beim nächsten Turnier haben wir dann gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt und eine gute wo wir mit anderem System 2-1 und 8-0 verloren, nach Umstellung des Systems dann 6-0, 8-0 und nochmals 8-0 (Spielzeit 20 Minuten gewannen).


    Anschliessend hatten wir dann noch ein Vorbereitungsrundenspiel gegen eine Mannschaft von diesem Turnier wo wir mit dem jetzigen System 8-0 gewannen und wir haben mit einem anderen System begonnen, in der Halbzeit stand es 2-1 für den Gegner, nach Umstellung in der Halbzeit auf das jetzige System wieder haben wir das Spiel gedreht und noch 8-3 gewonnen.


    Seither spielen wir mit dem System und wir gewannen gegen normale - gute Mannschaften mit 10-0 Vorbereitungsspiel und 4-0 und 1-0 Rundenspiel. Demnach ist das für mich schon ein zeig in die diese Richtung das dieses System für diese Mannschaft einfach am Besten ist, was natürlich nicht heisst das es nun auch so weitergeht.

  • wo wir mit anderem System 2-1 und 8-0 verloren, nach Umstellung des Systems dann 6-0, 8-0 und nochmals 8-0 (Spielzeit 20 Minuten gewannen).


    Frank


    dass deine Mannschaft mit deinem Systm am besten fährt und damit gut klar kommt nehme ich dir gerne ab.
    Deshalb sage ich auch, dass ein System zu Mannschaft passen muss.



    aber aus 1:2 und 0:8 Niederlagen wegen irgendeinem System einen 6:0 und 8:0 Sieg wird, kannst du meiner Omma erzählen.


    Da spielen garantiert andere Faktoren eine wichtige Rolle.

  • warum soll ich der das erzählen? Hab ich das gesagt? Hab lediglich Fakten geschrieben und die sind einfach das wir gegen einen Gegner in einem Turnier 8-0 gewannen mit dem System in 20 Minuten, in einem Vorbereitungsspiel anderes System zum testen gegen gleichen Gegner, Mannschaften gleich aufgestellt, stand es zur HZ 2-1 für den Gegner, in der 2. HZ drehten wir das Spiel nach Systemumstellung auf 8-3 das sind meine Erfahrungen und einfach die Fakten nicht mehr und nicht weniger:-)

  • Naja du schreibst ja "System zum Testen". Klar, dass es für die Jungs vll. ungewohnt ist. Passiert mir mit meinen Jungs auch. Nach der Systemumstellung auf das - gewohnte - konnten deine Jungs dann noch gewinnen. :P

  • Ich möchte den Thread noch Mal aufleben lassen und zum Wissen, was heutzutage das bevorzugte System ist?

    Und natürlich auch meine Erfahrungen mit dem 2-4-2 System zu geben.

    Als ich mein Team vor 6 Monaten übernommen hatte, hielt ich das System 3-3-2 bei. Beim nächsten Match wechselten wir auf 3-1-3-1, was ein bisschen besser war, aber halt nur 1 Stürmer. In der Wintervorbereitung wechselten wir auf das 2-4-2. Bedingt dadurch, dass ich einen sehr spielstarken ZM habe, der als IV einfach verschenkt war, weil zu defensiv. Vom Prinzip lasse ich lieber offensiv spielen.


    Ich bin dann auf dieses Forum gestossen. Und ich muss sagen, der Input hier ist überragend. Habe sehr viele gute Ideen und Informationen mitgenommen👍. Genauso lasse ich jetzt mein Team spielen.


    Anforderungen---------------------------------------Allgemein

    Offensive Ausrichtung-------------------------------------------Aggressives Pressing von Stürmer

    Defensiv 1 gegen 1----------------------------------------------Alle greifen an, alle verteidigen

    Spielaufbau flach von hinten----------------------------------Offensiv ins Dribbling gehen

    laufstarke Schienenspieler------------------------------------Überzahl in Ballnähe

    Schienenspieler öfter wechseln-----------------------------Passkombinationen

    Diagonalpässe---------------------------------------------------Überlaufen

    DM unterstützt Verteidiger


    Seit der Umstellung konnten wir 10 von 11 Spielen gewinnen. Gegen die gleichen Gegner, als es in der Hinrunde noch Niederlagen gab und auch gegen deutlich stärkere Gegner aus oberen Ligen. Aber was ich noch bemerkenswerter finde, ist das Chancenplus. In der Regel kommen wir auf 20-30 Torschüsse, der Gegner meist nur auf ein Drittel davon (ca. 5-15). Auch das Eckenverhältnis ist eindeutig.

    Mit 2 Stürmer plus den OM kann man so sehr gut auf den Torwart pressen. Er spielt dann oft ins Mittelfeld, diese können dann leicht abgefangen werden. Der einzige Schwachpunkt an diesem System ist, wenn der TW an starken Schuss hat und lange Bälle spielt. Dann sind unsere Verteidiger immer unter Druck. Das konnte ich aber gut lösen. Wir machen oft Technik- und Fintentraining. Das hat dazu geführt, dass die Verteidiger solche 1 gegen 1 Situationen selbst lösen können. Das Fintentraining war noch der letzte Kniff, seitdem sind auch die schwachen Spieler viel Selbstbewusster und gehen ins Dribbling. Das wird auch aktiv gefordert, offensiv immer wenn es geht ins Dribbling zu gehen.

    Mittlerweile ist das Passspiel auch so gut geworden, dass wir auch überlaufen auf den Aussen und dann Flanken bringen. Die Aussenstürmer(LM und RM) müssen aber schon Konditionsstark sein.


    Das 3-3-2 ist nicht mein bevorzugtes System, weil für mich 3 Verteidiger 1 zu viel ist. Da fehlt mir dann der Spieler offensiv. Auf den Aussen können sich die Verteidiger auch nicht richtig offensiv einschalten, weil die Mittelfeldspieler direkt auf der gleichen Linie sind.

    Ein System mit 1 Stürmer ist für mich allgemein zu defensiv um pressen zu können.


    Das wir viele Gegentore stört mich Überhaupt nicht. Mir ist ein 9:5 lieber als ein 4:0. Der Torwart muss sich ja auch irgendwie verbessern, ganz ohne Torschüsse vom Gegner geht es ja nicht. Unsere Verteidiger haben so auch sehr viel mehr Ballkontakte. Ich versuche meinen Spielern einzuimpfen, dass der erste Gedanke immer offensiv sein sollte.


    Ich bin gespannt auf eure Antworten.



  • Ich glaube, dass es keinen Königsweg gibt, sondern dass das Spielsystem nicht nur von der Spielidee, sondern auch vom "Spielermaterial" abhängig gemacht werden sollte. Dazu möchte ich kurz die Historie unseres Teams schildern:


    Bambini, F-Jugend:

    1-4 -1

    Möglichst viele Kinder sollen angreifen und auch verteidigen, nur 1 Verteidiger als Absicherung, 1 Stürmer, der mal einen langen Ball bekommen kann


    E-Jugend:

    2 - 3 - 1

    Von den beiden Verteidigern sollte sich immer einer mit ins Angriffsspiel einschalten. Die beiden Verteidiger der Bestbesetzung waren tendenziell in der Offensive auf den Außenbahnen zu finden


    D2-Jugend:

    4 - 3 - 1

    Ziel in der Defensive war Pressing ab der Mittellinie

    Offensiv sollten sich die beiden spielstarken AV (identisch mit den beiden Verteidigern aus der E-Jugend) immer mit ins Angriffsspiel einschalten

    Als Problem zeigte sich eine Anfälligkeit wenn der Gegner Steilpässe im zentralen Bereich spielte


    D1-Jugend:

    3 - 2 - 3

    Ziel in der Defensive war wiederum Pressing ab der Mittellinie

    Offensiv/Defensiv sollte das Zentrum verstärkt werden

    Da aufgrund von Spielerwechseln die Innenverteidigung neu formiert werden musste, rückten die spielstarken AV aus der ehemaligen D2 im Zentrum auf die Mittelfeldpositionen


    Insgesamt benötigten alle Umstellungen immer etwas Anlaufzeit, haben aber dann mittelfristig gut funktioniert.

  • Ich bin auch ein Freund von aktivem Fussball. Das muss jetzt nicht Harakiri-Offensiv sein, ich will auch schon gut als Team verteidigen, aber eben aktiv, auch gegen den Ball, nicht abwartend reaktiv.


    Außerdem bin ich ein ganz klarer Verfechter von Außenbahnen, die einfach besetzt sind, damit nicht einer (samt Gegenspieler) vor dem anderen im Weg steht und dieser damit nicht wirklich offensiv mitspielen kann. Dann spielt man defacto mit drei IVs, bildet gar keine AVs aus. Jedenfalls bei 8 plus 1. (Bei 7 plus 1 oder 6 plus 1sieht das schon wieder anders aus).

    Ich nenne es dann zwar eher 4-3-1 oder 4-2-2, aber es ist im Grunde das selbe. Dem Außen gehört die ganze Länge des Spielfeldes.


    Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum man mit nur einem Stürmer nicht gut pressen/angreifen kann. bzw. liegt das dann wahrscheinlich an wenig fluidem Spielsystem.

    Wenn es so passt, wie bei dir aktuell, dann ist für mich der nächste Schritt, das Mittelfeld plus situativ Stürmer fluide zu gestalten. Nin ein Fan davon, das nicht statisch gespielt wird, sondern in zB einem 4-1-2-1 gerade die beiden offensiven Nicht auf ihrer Seite festgefahren sind, sondern sich frei in diesem offensiven Raum, samt Sturm bewegen. Bei Ballbesitz, wie gegen den Ball. Situativ auch der zentrale Mittelfeldspieler, halt das die 3 Mittelfeldspieler nur wissen, einer muss zentral bleiben. Das ist wichtig, also wenn der den raum verlässt, muss ein anderer diesen besetzten.

    Vorne gegen den Ball das selbe, je nach Spieleröffnung des Gegners, Aufstellung des Gegners, aber auch Ausgangslage bei Ballverlust müssen sich diese 4 ZM/ST halt positionieren. Wenn der ST einen kürzeren Weg zu den gegnerischen Mittelfeldspielern hat, als zwei der OM, dann muss er erstmal schnell diese Position einnehmen. Kurze Wege, nach Ballverlust.


    Ist jetzt ein wenig drauf los geschrieben. Hoffe du konntest mir folgen. Die Basis hast du gelegt, mM, diese Art schult die wichtigsten Aspekte der Ausbildung. (Außenbahn, einfach besetzt, etc.)

    Jetzt kann man aber noch ein fluideres System im offensiven Bereich schaffen, war dann Räume freilaufen, etc. beinhaltet, die Spieler taktisch schult und Spielintelligenz fördert.

    Ist aber einfacher in der Halle zu starten, wenn man 2:2 spielt und die SPpieler dann lernen, dass gegen den Ball nur alle Positionen besetzt sein müssen, häufiger der Verteidiger bei Ballbesitz vor die Angreifer kommt, die dann situativ deren Position einnehmen müssen. Außerdem, dass es zwei Stürmer gibt, die beide zentral speilen, auf keinen Fall statisch rechts und links. Also bei eigenem Ballbesitzt, gegen den Ball schon.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Ich glaube, dass es keinen Königsweg gibt, sondern dass das Spielsystem nicht nur von der Spielidee, sondern auch vom "Spielermaterial" abhängig gemacht werden sollte. Dazu möchte ich kurz die Historie unseres Teams schildern:

    Es gibt keinen Königsweg, das stimmt.

    Man kann aber bestimmte Prinzipien fördern/fordern, wie zB aktives statt reaktiv, fluide statt statisch, viel 1gg1 vs Passspiel, etc.


    Nur, dass es am Spielermaterial liegt, das finde ich nicht. Das ist idR eine Ausrede.

    Klar, muss ich bei weniger talentiertere langsamere Fortschritte akzeptieren, Athletische oder technische Abstriche machen. Dafür ist das Spiel aber idR auch langsamer, die Gegner ja auch weniger talentiert.


    Man kann aber mit nahezu allen Spielern, zB die Außenbahn einfach besetzten. Außen hat man mehr Zeit bei Ballannahme, etc. da können auch schlechtere und oder langsamere Spieler spielen. Die laufen dann nicht jeden angriff im Affenzahn hoch und runter, aber wenn man als Mannschaft gegen den Ball kompakt agiert, mit dem Ball das Spielfeld groß macht, dann geht das auch mit weniger talentierten.

    Nur der Lernfortschritt des einzelnen dauert dann eben länger.



    Lange Rede kurzer Sinn, ich finde nicht, dass das "Spielermaterial" ein Faktor ist, was das Spielsystem in der Ausbildung betrifft.

    Es geht eher um Prinzipien und Inhalte, die ich schulen will und daraus ergibt sich dann das Spielsystem.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Warum ich auf 2-4-2 umgestiegen bin, wahr einerseits das Spielermaterial. So kann ich einen guten Spieler zusätzlich offensiv einsetzen. Und mir gefällt der Gedanke hinten 1 gegen 1. Die Verteidiger entwickeln sich sehr stark, weil sie oft solche Situationen haben und diese dann im Spiel lösen müssen. Sie haben auch mit die meisten Ballkontakte nach dem ZM und OM.

    Wir haben noch ein Db. Ich denke schon das man das System auf die Spieler anpassen sollte. Gerade bei solchen, die lange brauchen für eine Entwicklungsfortschritt. Dort spielen wir 3-3-2 oder 3-4-1. Die Verteidiger sind dort sehr langsam. Hinten ein 1 gegen 1 würde viele Gegentore geben. Viele sind auch nicht sehr laufstark und bleiben oft vorne stehen. Ich hätte es gerne Mal ausprobiert, aber dort ist ein anderer Trainer, der noch von alter Schule ist.


    In letzter Zeit konnte ich viele Spiele von anderen Team anschauen. Der Grossteil spielt im 3-3-2. Da ist für mich immer ein Verteidiger frei, der dann den Ausputzer spielen kann. Die meisten Teams spielen mit 1 oder 2 Stürmern. Wenn wir gegen 1 Stürmer spielen, dann soll der frei Verteidiger sich auch ins Mittelfeld einschalten.


    Warum Pressing mit nur einem Stürmer für mich nicht optimal ist. Bei Abstoss ist die Situation 1 gegen 4 mit dem Torwart. Die Mittelfeldspieler müssen dann ihre angestammte Position verlassen. Wer macht das dann bei LM-ZM-ZM-RM? Dann entstehen grosse Lücken. Bei 2 Stürmern braucht nur der OM aufrücken und schon sind alle zugestellt. Der TW kann dann nur mit langen Bällen ins Mittelfeld spielen.


    Ich habe mir die erfolgreichsten Teams in meiner Umgebung angeschaut, es gibt sehr viele Systeme. Ich denke oft spielt es auch keine Rolle, wenn man gute Spieler hat, dann ist man automatisch besser, egal welches System.


    3-3-2 4 Teams

    3-2-3 1Team

    2-1-3-2 1 Team

    3-4-1 3 Teams

    3-1-3-1 2 Teams

    2-4-2 2 Teams

    4-3-1 1 Team

  • Es gibt keinen Königsweg, das stimmt.

    Man kann aber bestimmte Prinzipien fördern/fordern, wie zB aktives statt reaktiv, fluide statt statisch, viel 1gg1 vs Passspiel, etc.

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    Lange Rede kurzer Sinn, ich finde nicht, dass das "Spielermaterial" ein Faktor ist, was das Spielsystem in der Ausbildung betrifft.

    Es geht eher um Prinzipien und Inhalte, die ich schulen will und daraus ergibt sich dann das Spielsystem.

    Ich verstehe das leider nicht so ganz:

    Ob ich aktiv statt reaktiv, fluide oder statisch spielen lasse bzw 1:1 oder Passspiel fordere, hängt zwar mit dem Spielsystem zusammen, aber nicht damit, mit welcher Grundformation das Team aufläuft. Man kann doch zum Beispiel sowohl mit nur einem Stürmer als auch mit drei Stürmern Angriffspressing spielen.

    Umgekehrt ist es aber so, dass, sobald man auch nur ansatzweise Ergebnis-orientiert spielen möchte, man sich schon überlegt, wo welche Spieler am besten einzusetzen sind. Wenn ich zum Beispiel mehrere Spieler mit viel Übersicht habe, kann ich versuchen mit 4 Mittelfeldspielern ein spielerisches Übergewicht im Mittelfeld zu erzielen.

  • Ja, man kann mit einem oder drei Stürmern Angriffspressing spielen. Das wollte ich damit ausdrücken.

    Die offensiven Positionen sehe ich gerne nicht so statisch, also zB keinen halblinken Mittelfeldmann und einen halbrechten plus einen zentralen Mittelstürmer. Bei eignem Ballbesitz (der ja idR erstmal hinten ist) will ich dass diese sich ohne Ball "fluide" im offensiven Bereich bewegen, damit Räume schaffen, die andere anlaufen/bespielen können.

    Beim Spiel mit dem Ball soll man gar nicht so klar erkennen müssen, wer halblinks spielt, wer halb rechts, wer im Sturmzentrum. Einfach weil diese sich alle in dem gesamten Raum viel ohne Ball bewegen.


    Gegen den Ball ist das klarer, klar. Egal, ob man hoch presst, oder Mittelfeldpressing spielen lässt. Abwehrpressing ist mir zu reaktiv.

    "Wenn zwei Menschen immer der gleichen Meinung sind, dann ist einer von ihnen überflüssig." Winston Churchill

  • Sir Alex,

    das sehe ich ganz genau so wie du; allerdings konnten meine Jungs erst irgendwann in der D-Jugend das Offensivspiel nicht statisch, sondern variabel gestalten. In der E-Jugend wäre das noch nicht verstanden worden