Und bis dass der Torhüter ihn hat …

  • Und bis dass der Torhüter ihn hat …


    Eine prima Übung zum Warmmachen bzw. auch zum Einpassen vor dem Spiel ist so einfach wie schön: Auf einer begrenzten Fläche spielen zwei Teams ohne jegliche Tore gegeneinander.
    Sagen wir im Beispiel: 20 x 20 Meter mit 5 gegen 5 und je einem Torhüter.


    Nun muss jedes Team versuchen, sechs erfolgreiche Pässe in Serie zu spielen und darf dann erst den eigenen Keeper so hoch anspielen, dass dieser den Ball aus der Luft fangen kann. Das ist dann ein „Tor“. (Der Torhüter jeder Mannschaft selbst darf sich vorher ganz normal an dem Passspiel und ggf. nötigen Dribblings zur Abschüttelung von Gegnern beteiligen.)
    Üblicherweise spielt man dieses, bis ein Team drei Tore erzielt hat.


    Euren Spielerinnen und Spielern viel Freude damit!

  • Kurze Anregung zur "Warmmachübung".
    Mal abgesehen davon, dass dies dem Torhüter als Aufwärmphase in keinster Weise gerecht wird, sind Kinder und Jugendliche zwar faul, aber nicht doof. Ich würde eine Provokationsregel mit einbauen, die es dem Torwart ermöglicht, nach mind. sechs gespielten Bällen den Ball auch aufnehmen zu können. Ohne, dass sich drei gegnerische Spieler vor diesen stellen und ihn "decken". Eine andere Alternative währe, aus einem Feld, drei Felder zu machen. Also für den Torhüter noch einen schmalen Streifen, inden sich die "Feldspieler" nicht eintreten oder aufhalten dürfen. Würde dann folgendermaßen aussehen: [x[ Y ]x]
    X = Raum für die Torhüter
    Y= Raum für die Spieler
    [ = Feldbegrenzung


    Eine andere Möglichkeit währe, dass die Torhüter nicht fest in einem Team sind und sich außerhalb des Feldes (Y) bewegen dürfen. Also durchaus auch einen Rundlauf starten dürfen, sich anbieten dürfen und dann den Ball überall aufnehmen und sichern können. Außer im Feld Y! Währe also ein 5 + 5 + (2)


    Zum technischen Aufwärmen allerdings, vor den Hauptteilen im Training, würde ich das 5+1 : 5+1 (6:6) in zwei 3:3-Felder aufteilen. Somit haben alle Spieler wesentlich mehr Ballkontakte, in einem viel kürzeren Zeitraum. Es ist zwar sicherlich mal ganz schön zum Einbauen in die Aufwärmphase (das 6:6), allerdings nur als Spielform, zumal es nicht intensiv ist. Zum Aufwärmen würde ich kein bloßes 6:6 spielen lassen, schon gar nicht, zum technischen Aufwärmen. Die Trainingsgruppe in zwei aufteilen und los geht! :-)

  • Deine Anregungen sind gut, aber die drei "cleveren Kinder" können sich ja gerne vor den Torhüter stellen. Der darf ja seine Hände benutzen, reicht daher deutlich höher hinauf.


    (Zudem schreibe ich hier nichts davon, dass der Torhüter das als einzige Aufwärmübung machen soll. Als eine von mehreren ist es eine prima Sache und sogar ganzheitlich.)

  • Deine Anregungen sind gut, aber die drei "cleveren Kinder" können sich ja gerne vor den Torhüter stellen. Der darf ja seine Hände benutzen, reicht daher deutlich höher hinauf.


    (Zudem schreibe ich hier nichts davon, dass der Torhüter das als einzige Aufwärmübung machen soll. Als eine von mehreren ist es eine prima Sache und sogar ganzheitlich.)


    Aus dem Spiel heraus und somit mit Gegnerdruck und Zeitdruck, um nur einige zu nennen, den Ball jedes Mal so gekonnt dem Torwart in die Hand
    zu spielen, dass kein anderer Spieler den berührt, halte ich für nicht möglich. Da ist die technische Herausforderung schon sehr hoch. Hinzu kommt,
    das der Abstand zum Torwart ja je nach Feldgröße und dem Standort variiert. Also sind die von mir genannten Anregungen durchaus berechtigt.
    Der Beitrag bzw. dessen Inhalt, war lediglich auch nur als konstruktives Feedback und Verbesserungs- oder Variantionsvorschlag, zu deiner Idee gemeint. ;-)


    Unterschiedliche Meinungen müssen nicht immer nur negativ aufstoßen, sondern können auch als befruchtendes Mittel zur Ausreifung gesehen werden,
    oder sollten dies zumindestens.


    Ja, geschrieben hast du davon nichts. Dennoch wollte ich es anmerken, oder vielleicht auch genau weil du nichts diesbezüglich geschrieben hast. Nicht jeder ist in der Lage zwischen einer individuell guten Ausbildung von Torwart und Feldspieler zu unterscheiden und kann demnach dann auch im Detail nicht differenzieren. Daher war meine Anmerkung auch hier nur nochmal ergänzend und nicht als persönlicher Angriff gedacht, falls das deine Auslegeung meines Beitrages war/ist!

  • Germancoach


    Sorry, aber auch ich kann keinen Sinn in dieser Warmmachübung für Torleute erkennen? Oder soll der lediglich den Deppen für seine Feldspieler-Kollegen machen, indem er hinter dem 6. Pass hinterher rennt, alles dabei umrennt und denn Ball dann irgendwie doch nicht bekommt?


    Neben den von TRST bereits beschriebenen Möglichkeiten könnte ich mir noch folgende Varianten vorstellen:


    1. Markiere ein Viereck (ca. 10 x 10 m) mit Hütchen


    2. einfache Variante
    2.1. der Torwart positioniert sich in die Mitte des Quadrats
    2.2. die Feldspieler starten mit Ball am Fuss an einem Ende des Quadrats und passen dem Torwart: flach, halbhoch, hoch den Ball zu,
    2.3. der Torwart nimmt den Ball auf und rollt ihn dann flach oder wirft ihn halbhoch oder hoch in den Lauf des Spielers zurück


    3. etwas schwierigere Variante
    3.1. die 2 Torhüter positionieren sich ca. 3 m auseinander in die Mtte des Quadrats
    3.2. die Feldspieler starten mit Ball am Fuss in 2 gleichgroße Gruppen an 2 Enden des Quadrats in entgegen gesetzter Richtung und passen den beiden Torleuten Bälle flach, halbhoch oder hoch zu
    3.3. die Torleute passen, rollen oder werfen den Ball in den Lauf zurück und müssen darauf achten, das ihr Ball nicht den anderen Ball berührt, bzw. den gewünschten Anspielpartner erreicht


    Beide Übungen erfordern erhöhte Konzentration, weil die Abstände eingehalten werden und die Bälle präzise gepaßt werden müssen. Insofern eignet sie sich zum "Abschalten des Schulalltags" und zum "Anknipsen des Fussballvergnügens"!


    Die einfache Variante ist ab D-Jugend zu empfehlen, für die etwas schwierigere Variante sollten es schon C-Jugend-Spieler sein.

  • Germancoach


    Sorry, aber auch ich kann keinen Sinn in dieser Warmmachübung für Torleute erkennen? Oder soll der lediglich den Deppen für seine Feldspieler-Kollegen machen, indem er hinter dem 6. Pass hinterher rennt, alles dabei umrennt und denn Ball dann irgendwie doch nicht bekommt?


    @ TW-Trainer und @ TRST


    Ich bin jemand, der mit Kritik sehr gut umgehen kann, was ich aber nicht so mag ist, dass man meine kleinen Texte nicht richtig liest. Wie ich oben erklärt habe, spielt der Torhüter bei den Passstafetten ganz normal mit. Und auch im normalen Spiel wird er Rückpässe von eigenen Spielern nicht aufnehmen dürfen, sondern muss diese per Fuß weiterleiten .... und auch im normalen Spiel muss er sich gegen zwei, drei Angreifer durchsetzen, welche verhindern wollen, dass er eine Flanke fängt. Genau das passiert am Schluss.


    Beim allerbesten Willen kann ich nicht erkennt, dass der Torhüter sich hier nur zum Deppen macht, SORRY!


    Nichtdestotrotz habt ihr tolle Varianten aufgezeigt. Danke dafür.

  • Germancoach


    Ich kann nur für mich sprechen. Der Teil, indem der Keeper ganz normal mitspielt, ist für mich O.K.! Der Torwart soll auch im Passpiel mitmachen, weil auch er die gute Ballverarbeitung erlernen soll. Aber an der Stelle, wo die Flanke zu erwarten ist, würde ich die Übung verändern. Bei deiner Übungsbeschreibung kann ich mir nicht vorstellen, das man in dieser Raumenge und dem Handycap der bestimmten Passanzahl eine Flanke mit geringer Zielstreuung simulieren kann? Es ist aber immer wichtig, das der Torwart eine reelle Chance hat, an den Ball heran zu kommen! Erst kürzlich durfte ich Gast bei einer Präsentation eines DFB-Fussballlehrers sein, dessen Übung beim Torabschluß endete. Er interessierte sich nicht dafür, ob die Distanz zur Flanke und zum Torabschluß in seiner Übung passt. Auch kam die Spieleröffnung durch den Torwart nach dem Torabschluß nicht vor. Zwar ist der Wunsch der Torerfolg, aber in den wengisten Fällen ist der Ball auch drin, weshalb es mit der Spieleröffnung durch den Torwart fortgesetzt wird. Genau diese Punkte wurden dann auch kritisiert, denn hier war sie nicht spielnah und es entstand der Eindruck, das der Torwart ein Depp ist und über ein sehr geringes Leistungspotential verfügt!


    Trotz langjähriger Erfahrung passiert es auch mir immer wieder, dass sich neue Übungen auf dem Papier ganz gut machen, aber in der Praxis erst nach diversen Veränderungen zur Zufriedenheit funktionieren. Manchmal klappen sie auch gar nicht oder sie sind für eine andere Altersgruppe besser geeignet.


    Ich habe mich darüber gefreut, das in deiner Übung auch ein Torwart mitspielt. Das kommt ja nicht so häufig vor. Wenn es um die Integration von Torleuten in Übungen geht, dann kann es nicht schaden, sich auch die Meinung von Torwarttrainern einholen?!?

  • Dann wird es dich besonders freuen TW-Trainer, dass diese Übung gerade den Torhütern auch viel Freude bereitet, sie stehen da irgendwie im Mittelpunkt.

  • Germancoach


    Vielen Dank für dien Hinweis! In welcher Altersgruppe und Liga sind denn die Torhüter, mit denen du diese Übung ausprobiert hast?



    E- & D Jugend, Kreisliga konnte ich selbst testen ....... aber ich habe bei benji nachgefragt, der macht ja sonst nichts anderes: [url]http://www.jbgoalkeeping.com/[/url]


    Nachtrag: Während unserer spanischen Fußballcamps machten die Trainer etwas ähnliches, allerdings mussten die jeweiligen zwei Torhüter in den jeweiligen Sechzehnern bleiben, um dort angespielt zu werden. 1 Anspiel = 1 Tor (die Torhüter standen natürlich dabei etwas mehr herum)

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

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  • Und hier als Extrapost was für ältere Torhüter, eine Mourinho Drill:


    Fußarbeit und kluges Mitspielen von Torhütern


    - ca. 20 x 20 Meter Hütchenfeld, unterteilt in je gleichgroße Vierecke
    - in jedem kleineren Viereck je ein 2 gegen 2 mit einem Ball (= je 4 Spieler und ein Ball)
    - insgesamt 18 Spieler werden benötigt (16 Kicker und zwei Torhüter)


    In den einzelnen Feldern wird ein normales 2 gegen 2 ausgefochten mit unbegrenzten Ballkontakten, die beiden Torhüter dürfen alle vier Felder ansteuern und dort mit EINEM Kontakt den Ballbesitz mit sichern bzw. unterstützen (touch and go, touch and go), dann Feldwechsel usw.


    Da lernt der Torhüter das Spiel mit dem Fuß, trainiert seine räumliche Wahrnehmung und muss sau schnell reagieren.


    2 Minuten Spiel, 45 Sekunden Pause
    Anzahl der Wiederholungen max. 4 bis 5


    (gesehen und getestet von mir U14 bis Erwachsene)

  • Germancoach


    Der Hinweis auf die Zielgruppe (E - D-Jugend) der Übung erklärt Einiges. Danach sind sicherlich die meisten Kids dieser Altesgruppe nicht gleich in der Lage, sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen, indem sie sich nach dem 6. Pass vor den gegnerischen Torwart stellen. Bei älteren Kids oder Auswahlmannschaften würde ich die Bedenken von TRST teilen! Ob genügend verwertbare Bälle beim Keeper ankommen, läßt sich schwerlich vorhersagen. Denn das hängt von der Passpräzision der Spieler, aber auch entscheident von den Keepern ab, die rasch erkennen sollen, wann der 6. Pass erfolgt ist und wie sie rasch günstig zum Ball stellen bzw. den Ball erlaufen können.


    Wann man dann das Gefühl hat, es funktioniert bei seiner Trainingsgruppe nicht so richtig, kann man sich durch Veränderung der Übung etwas einfallen lassen. Das sollte ja auch die von TRST und mir geäußerte Kritik bedeuten :) !


    Ich denke, es sollte jeder ausprobieren und selbst entscheiden, ob die Übung den Kids Spaß macht und eine sinnvolle Trainingsübung darstellt :thumbsup: !

  • Ich denke, es sollte jeder ausprobieren und selbst entscheiden, ob die Übung den Kids Spaß macht und eine sinnvolle Trainingsübung darstellt :thumbsup: !


    Ergänzung: Selbst die exakt gleiche Übung kommt bei verschiedenen Teams sehr unterschiedlich gut an.



  • UNTERSCHIEDLICH GUT = recht gut, gut bis sehr gut, aber sehr selten "grottig"