Konflikt mit Jugendleiter wegen Kinderfußball

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  • tom Tom, Uwe


    obwohl mein Thema eigendlich ja die Erwartungshaltung betraf, vermutete ich richtig, dass das Theme Kompromiss kritisch herausgegriffen wird.


    daszu möchte ich mit Tom Tom antworten: Kompromisse haben Grenzen, wo eigene Prinzipien über den Haufen geworfen werden. dem stimme ich zu
    für mich hiess das: die Grundprinzipien stehen, Kompromiss dort, und in der Art, dass sie meinen Grundprinzipien nicht widersprechen. Ich seh da einen sehr grossen
    Spielraum, den man nutzen kann.


    Uwe, du müsstest mich eigendlich etwas kennen, allein schon wegen meinem Diskussionstil, dass Kompromissbereitschaft bei mir sehr wohl ihre Grenzen hat.
    Garantiert auch nicht um auf die Schulter beklopft zu kommen.
    So wie ich mich hier im Forum mit einigen reibe, so war das Reiben ein ständiger Begleiter meiner Tätigkeit. Fürs Umfeld (Vorstand, Eltern) war ich nicht unbedingt der
    liebe, angenehme Trainer Günter.


    Ich bin aber da Kompromisse eingegangen, wo ich dadurch ein für mich höheres Prinzip erreichen und durchsetzten konnte.


    ein Beispiel bei mir:


    Für mich war es immer schon ein Grundprinzip, dass alle spielen müssen, die da sind. (schon lange bevor es als Ziel des Kinderfussballes prinzipiert wurde)
    für mich war es immer ein Greuel, wenn ich sah, dass Mannschaften anreisten, Kinder gar nicht oder Alibimässigkeit 2 Minuten vor Schluss einsetzten.


    als Trainerneuling und auch Hinzugezogener im Verein, hab ich mein Wechselspiel natürlich im 1. Turnier durchgezogen, eine mögliche Finalteilnahme dadruch verschenkt.
    Riesenmurrerei unter der Elternschaft, sogar vom Vorstand wurde ich angesprochen. das war vor 17 Jahren.


    die Entscheidung stand an: Prinzipien aufgeben oder Aufhören müssen.
    meinen dann gegangen Kompromissweg hab ich ja anderer Stelle bereits ausführlich geschildert, wurde dann wegen gut gemachter Erfahrung auch zu einer Überzeugung
    ein richtig guter Weg zu sein.
    zur Erinnerung: nur wenig Einwechselspieler dabei, Aufstellung und Auswechselungen nach Leistungsstärke der Gegner, gleiche Spielzeit für alle im Laufe der Saison.


    meinem Grundprinzip blieb ich treu, und hatte Ruhe in der Elternschaft, was sich , und das ist für mich das Entscheidende, positiv in meiner Tätigkeit mit den Kinder auswirkte.


    eine sehr interressante Entwicklung war dann, dass ich nach etwa so 2 Jahren auswechseln konnte wie ich wollte, und aus der Elternschaft nichts negatives mehr kam.
    so was nennt man dann wohl Gewöhnungsprozess.


    die Frage von Tom Tom gebe ich an Micha und Kicker mal weiter:


    fühlt ihr euch als gescheitert, was eure Arbeit mit den Jungs und den Zielen die ihr mit eurer Mannschaft im Verein hattet?


    gg

  • Guten Tach zusammen!


    Wollte mal berichten, wie es weitergeht. Nach fast 3 Wochen Pause hatte das neue Trainergespann gestern zu einem Elternabend eingeladen.


    Tagesordnung:
    1. Neuorganisation (Vorstellung neuer, Verabschiedung alter Trainer)
    2. Trainingszeiten
    3. Ausgabe der neuen Trikots / Einsammeln von Restbeständen
    4. Mannschaftskasse
    5. Aktionen
    6. Sonstiges (Wünsche, Anregungen und konstruktive Kritik seitens der Eltern und Trainer)


    Nur Organisatorisches? Habe daher im Vorfeld gebeten, etwas zum Konzept, zumindest aber zu den Spielzeiten der Kinder zu sagen.


    Neben dem Organisatorischem griff das neue Trainerteam lediglich folgende Punkte auf:

    • Disziplin neben dem Platz: Die Kinder sollen disziplinierter werden, da es sonst dem Ansehen des Vereins schade. Daher könne ein jeweiliges Zurechtweisen auch mal etwas lauter ausfallen als bisher, natürlich berücksichtige man dabei, wie sensibel das einzelne Kind sei. Auch würden auffällige/störende Kinder konsequent nicht am folgenden Spiel teilnehmen, selbst wenn dieses dann abgesagt werden müsste.

    Man, was für ein "Sauhaufen" mag man da denken - ich sage, lediglich normale, unbeschwerte 8 - 9-jährige Kinder...
    Ich habe an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, dass das dann bitteschön aber auch für die Erwachsenen gelten müsse. Klar, dass sich der in dieser Hinsicht "herausragende" Vater nicht angesprochen fühlte.

    • Disziplin auf dem Platz: Die Kinder seien jetzt alt genug, daher würde man ihnen jetzt langsam die Positionen näherbringen/erläutern, die sie einzunehmen/zu halten haben.

    Rotation ade...

    • Die Entscheidungen der Trainer seien zu akzeptieren und nicht ständig anzuzweifeln. Für Erläuterungen oder Vorschläge stünden diese im Nachhinein zur Verfügung.

    Sehr löblich! Schade, dass ich nichts davon hatte...


    Das war es schon. Ansonsten würde grundsätzlich erst einmal alles beim Alten bleiben.
    Zum Konzept des neuen Gespanns, zu den Zielen in der E-Jugend und auch zu meiner vorab gestellten Frage nach den Spielzeiten wurde nichts gesagt. Klar, dass ich hier (Spielzeiten) nochmal nachgehakt habe.


    Erste Antwort: "Man müsse Verständnis haben, dass man - wenn man z.B. kurz vor Schluss knapp führe - nicht mehr unbedingt einen Schwächeren einwechseln würde, weil man das Spiel ja gewinnen wolle - dies sei schließlich im Sinne aller. Auch könne man nicht mit der Stoppuhr festhalten, wer wie lange spiele, um gleichmäßige Einsatzzeiten zu gewährleisten." - Elternteil: "Doch, der Micha konnte das immer." - Danke! ;)


    Erläuterung/Nachfrage meinerseits: "Die Kinder können sich nur entwickeln, wenn sie auch alle in etwa gleichmäßig spielen. Wie gedenkt Ihr damit umzugehen bzw. das zu handhaben?"
    Antwort (leicht genervt): "Da haben wir doch im Vorfeld schon mal drüber gesprochen. Wir werden im Spiel sehen, wie ein Kind drauf ist. Falls es einen schlechten Tag hat, bringt es ja nichts, es auf dem Feld zu lassen. Aber es sollen alle Kinder spielen, das ist doch klar." Anderer Elternteil: "Ich bin der Meinung, dass ein Kind mindestens eine Halbzeit lang mitspielen sollte, sonst bringt es nichts." - Auch hier: danke! ;)


    Ich wieder: "Zwischen spielen und gleichmäßig viel spielen besteht ja möglicherweise ein großer Unterschied. Ein Kind wird sich kaum entwickeln, wenn es jeweils die letzten 5 min mitspielen darf. Daher nochmal meine Frage - bekommt es dann im nächsten Spiel mehr Einsatzzeit oder vereinbart Ihr darüber hinaus vielleicht einige Freundschaftsspiele, wo dann die stärkeren weniger und die schwächeren mehr spielen?"
    Antwort (immer noch genervt): "Ja, irgendwie so werden wir es machen. Aber unser Kader (momentan 11 Kinder) ist eh so klein, dass alle Kinder zum Einsatz und auf ihre Spielzeiten kommen werden."


    Da bin ich ja mal gespannt...


    die Frage von Tom Tom gebe ich an Micha und Kicker mal weiter:



    fühlt ihr euch als gescheitert, was eure Arbeit mit den Jungs und den Zielen die ihr mit eurer Mannschaft im Verein hattet?

    Da könnte ich Dir vermutlich seitenweise was zu schreiben - fasse mich aber kurz:
    1. Meine Arbeit mit den Jungs/Mädels bezeichne ich als erfolgreich (nicht gescheitert)!
    2. Gleiches gilt für den Großteil der Eltern, ich denke, dass ich hier vielen einen anderen (ich sage: besseren) Weg aufzeigen konnte, den sie sehr gut nachvollziehen und mit dem sie sich identifizieren können.
    3. Ziele mit der Mannschaft: Teilziele habe ich sicherlich erreicht, konnte den Weg aber nicht zu Ende (zumindest bis Ende der E-Jugend) führen.
    Es sind bestimmt einige wachgeworden, für den Kifu konnte ich zumindest teilweise sensibilisieren - ich bezeichne es als Anfang, nicht mehr und nicht weniger!

  • Auch würden auffällige/störende Kinder konsequent nicht am folgenden Spiel teilnehmen


    Die Entscheidungen der Trainer seien zu akzeptieren und nicht ständig anzuzweifeln.


    weil man das Spiel ja gewinnen wolle - dies sei schließlich im Sinne aller. Auch könne man nicht mit der Stoppuhr festhalten, wer wie lange spiele, um gleichmäßige Einsatzzeiten zu gewährleisten


    Wir werden im Spiel sehen, wie ein Kind drauf ist. Falls es einen schlechten Tag hat, bringt es ja nichts, es auf dem Feld zu lassen.


    Antwort (immer noch genervt): "Ja, irgendwie so werden wir es machen.


    Das sind mir die altbekannten Floskeln. Als unser älterer Sohn mal 5-jährig nur 3 Minuten von 40 mitspielen dürfte (denn der Vorstand hatte sich für "reinrassige" Jahgänge entschieden, dh die drei 2000er mussten ihr, das dann "reinrasssige" 99er Team zu Saisonende verlassen, gehörten so "mental" nicht mehr dazu, obwohl es noch gar kein 2000er Team gab), meinten seine Trainer schon damals in der G: "wieso, es haben doch alle ziemlich gleichviel gespielt, aber mit der Stoppuhr wollen wir die Zeiten nun wirklich nicht messen..." Und später beim jüngeren: komisch, die Schwächeren bekamen nie den Einladungszettel zu den Spielen u. als einer mal einen kriegte, aber nicht 1 Sekunde mitspielen dürfte, hieß es nachher: der hat sich daneben benommen, deshalb! Nachfrage bei den Kindern, was denn los war: nichts, wieso? Du kannst dich also auf diverse geistvolle Verrenkungen gefasst machen, falls du weiter nachhaken u. dich unbeliebt machen willst, aber: erreichen wirst du sicher nur, dass irgendwann ein Kesseltreiben gegen dich (dein Kind) beginnt - hinter den Kulissen. Die Losung wurde ja schon klar fixiert: Entscheidungen sind zu akzeptieren... Wo ich ihnen Recht gebe: zu gewinnen ist schon im Sinne aller Kinder, ihre Freude darüber eben immer sehr groß u. bei mir wollten ja viele von sich aus draußen bleiben: weil der xyz besser ist und wir gewinnen wollen! Man sollte diesen Teamgeist der Kinder nicht unterschätzen und sie nicht zum Einsatz zwingen, wenn sie verzichten wollen - die wissen schon wofür und warum: weil Siege am meisten Spaß machen.


    Nur: von außen Kinder darauf verpflichten, Siege fordern sollte man als Trainer nie, das sorgt eher für krampfhaft blindes "Kämpfen": blockiert die Entwicklung von kollektiver Spiel-Kultur. Dein Argument sollte sein: es bringt nichts, die Starken noch mehr zu fördern als die Schwächeren, wenn man im Team doch alle braucht, spätestens in der C nämlich 11 Spieler aufm Platz! Trainer sollten die Leistungsschere zu schließen versuchen statt sie per ungleichen Spielzeiten zugunsten der Stärksten zu vergrößern: außer sie wollen - wie unser Extrainer seinen Sohn - die fürs Leistungszentrum pushen, arbeiten dann also schon indirekt fürs LZ statt den Verein, dessen Jugendtrainer sie sich aber im Vertrauen aller auf sie nennen.


    Gescheitert bin ich natürlich, zwar nicht als Mensch oder Ich, aber als Trainer: grad weil etliche Kinder schon zu mir kamen, dass das Training bei mir viel besser gewesen sei u. alles mehr Spaß bereitet hatte. Ich kann sie nicht mehr fördern, weiterbringen! 4 o. 5 Kinder wollten gar "streiken", montags nie mehr zum Training gehen, aber da wussten sie nicht, dass nun in den Ferien eh keines mehr ist u. es danach schon in die Halle geht, nur donnerstags. Kinder sind immer ehrlich u. solidarisch, wenn man gut für sie arbeitet, ein paar Eltern auch, aber die Menge: nur Schweigen u. Schwimmen im Strom, leider. Daher kann ich meine Entscheidung nicht bereuen, die Konfrontation ohne faule Kompromisse gesucht zu haben, denn: irgendwann wäre ich sonst durchgedreht o. ausgetickt, da ich korrupte Klüngelei definitiv hasse. Aktuell habe ich trotz 2 netten (aber nett klingt es vorher eben immer) Angeboten kein Kinderteam mehr übernommen, berate nur in einem Trainerteam ein Bundesligateam junger Erwachsener ein wenig im mentalen Bereich. Ob da mehr draus wird, keine Ahnung, hängt vom Erfolg ab, ist aber interessant, ob das, was schon bei Kinder- u. Herrenteams gut ankam, auch im "schwierigen Alter" Team wie Einzelnen was bringt. Auf die Ergebnisse bin ich schon jetzt äußerst gespannt, aber zuversichtlich, weil alle mitziehen wollen u. ich im D-Jugendbereich auch schon mal "die mentale Wende" nach einem Jahr ohne Sieg schaffte (das Team stand kurz vor der Aufflösung: deshalb, daher meine ich auch, dass Siege schon wichtig für die Moral sind), allerdings als Trainer, dh mit mehr Handlungsfreiheit. Abwarten, Tee trinken, aber: hat wer in diesem Bereich Erfahrung o. Tipps bzw. Lust auf Austausch (könnte man einen Thread zu eröffnen)?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Micha71,


    der Beitrag passt genau zu dem, was mir gerade passiert. Wir haben eine Mädchen d-jgd. im ersten D-Jgd Jahr und 13 Spielerinnen, spielen 6+1. Bislang gibt es keine festgelegten Spielzeiten (was meiner Meinung auch nur mit einer Rotation, d.h. nur 10 Spielerinnen werden pro Spiel eingesetzt, durchführbar wäre). Stattdessen gibt es den üblichen Quark: Die besten 6 beginnen, der Rest darf dann auch mal ein paar Minuten, abhängig wie das Spiel läuft. Bei 6 Ersatzspielern kann man sich denken, wie das aussieht.


    Wir kümmern uns insgesamt zu dritt um die Mannschaft (zweimal Training die Woche, wir sind zu dritt weil sonst berufsbedingt nur 1 mal Training angeboten werden könnte). Es gibt keine Chefrolle bei den Betreuern, wir sind alle 'Papatrainer'. Ich halte mich beim Aus- und Einwechseln raus, da die Mehrheit - d.h. die anderen beiden Betreurer und auch die Eltern (zumindest die engagierten, die in der Diskussion den Ton angeben, und das sind nun mal die mit den stärkeren Kindrn) gegen eine Rotation sind. Hin und wieder bekomme ich dann während des Spiels den Hilferuf 'oder willst du mal wechseln'. Meist irgendwann in der zweiten Halbzeit, wenn dem 'Wechseltrainer' 5 Mädchen anhüpfen und fragen: Darf ich noch mal spielen und es ihm allmählich zu viel wird. Mittlerweile sage ich dann jedesmal, ne jetzt nicht mehr, jetzt ist der Karren schon vor die Wand gefahren. Die anderen kennen meine Einstellung, ich würde von Anfang an anders rangehen mit einer festen Spiel- und Wechseleinteilung. Aber das ist nunmal von der Mehrheit nicht gewollt, schließlich beschränkt man ja damit seine Möglichkeit, im Zeifel doch noch die beste Aufstellung für die Schlußphase zu bringen etc.pp.


    Jetzt in den letzten beiden Spielen mein großer Moment: Die beiden anderen berufsbedingt nicht da. Ich habe es mal richtig ausgereizt: Im ersten Spiel waren alle 13 Spielerinnen da, ich habe zwei Mannschaften eingeteilt und zur Mitte jeder Halbzeit komplett getauscht. Das Spiel ging mit 2:4 verloren, im üblichen 'Modus' hätten wir wohl gewonnen.


    Im zweiten Spiel fehlten 2 Spielerinnen wg. Geburtstag. Das wusste ich vorher. Da wir gegen den absoluten Klassenprimus ran mussten habe ich diesmal einige Spielerinnen durchspielen lassen. Aber auf 2 Positionen wurde nach einem festen Schema durchgewechselt, so dass jedes Mädchen zumindest 20 Minuten Spielzeit hatte. O.k., auch nicht gerecht. Aber nach dem üblichen Modus hätten einige Mädchen keine 5 Minuten gespielt, soviel ist sicher. Es gab eine ehrenwerte 1:4 Niederlage,wirklich nicht zu hoch gegen so eine Mannschaft.


    Ergebnis: Ein Aufschrei der Empörung bei den Eltern (leider melden sich ja immer nur die mit des starken Kindern, die den Werdegang ihrer Sprößlinge besonders verfolgen). Mir wird vorgeworfen, völlig plan- und hilflos gewesen zu sein. Ich hätte ja gar nicht auf die Spielsituationen reagiert. Also gerade das feste Wechselkonzept, das ich im Gegensatz zu den anderen hatte, wird mir als Schwäche ausgelegt.


    Zumindest hat es eine intensivere Diskussion angestoßen. Mein Hauptargument ist, dass jedes Mädchen vor dem Spiel wissen sollte, wann und wie lange es spielt. Das Gebettele um Einsatzzeiten ist unwürdig. Zudem kann ein Mädchen aus dem Spiel nichts lernen, wenn es nur für 4 Minuten reinkommt und dann schon wieder raus muss.


    Leider bin ich in der Diskussion ziemlich alleine, nur der 'Wechseltrainer' schwenkt allmählich um, und sei es weil er den Stress mit den hippeligen Kindern nicht mehr will. Das eine vorherige klare Ansage an die Kinder über die Einsatzzeiten Sinn macht, leuchtet ihm mittlerweile auch ein. Auch das nicht immer alle dabei sein können, dafür dann aber länger spielen wenn sie dran sind.


    Die Hinrunde ist jetzt rum. Ich habe mir selbst die Vorgabe gegeben, zum Start der Rückrunde aufzuhören, falls bis dahin keine Einsicht da ist, einen Rotations- und Wechselplan zu machen. Wäre schade, aber das kann ich als Betreuer nicht vertreten, wenn Mädchen um ihre Einsatzzeiten betteln müssen. Das macht auch beim Zuschauen keinen Spaß. Gleiche Spielzeiten für alle wird es nicht geben, aber wie gesagt muss jedes Mädchen vor dem Spiel wissen, wie lange es spielen wird und da sind 20 Minuten absolutes minimum, besser 30 Minuten. Noch hoffe ich das Beste, aber vielleicht ist meine Betreuertätigkeit im Frühjahr erstmal vorbei.....

  • Die Hinrunde ist jetzt rum. Ich habe mir selbst die Vorgabe gegeben, zum Start der Rückrunde aufzuhören, falls bis dahin keine Einsicht da ist, einen Rotations- und Wechselplan zu machen. Wäre schade, aber das kann ich als Betreuer nicht vertreten, wenn Mädchen um ihre Einsatzzeiten betteln müssen. Das macht auch beim Zuschauen keinen Spaß. Gleiche Spielzeiten für alle wird es nicht geben, aber wie gesagt muss jedes Mädchen vor dem Spiel wissen, wie lange es spielen wird und da sind 20 Minuten absolutes minimum, besser 30 Minuten. Noch hoffe ich das Beste, aber vielleicht ist meine Betreuertätigkeit im Frühjahr erstmal vorbei.....

    Ohweh Thomas, das hört sich leider nicht gut an. Ich drück Dir die Daumen, dass Du Deine Trainerkollegen noch weiter überzeugen kannst...


    Grüße
    Oliver

  • Ich schließe mich Don Quijotes Wünschen an. Dazu möchte ich aber noch fragen, wie so ein Wechselplan bei dir aussieht, wie konkret und genau ist er denn? Zu genau würde ich ihn nämlich nicht machen, ich habe mir immer eine Startaufstellung überlegt und dann daneben die Namen der Spieler, die zu Beginn auf der Bank sitzen, und dann von ihnen Pfeile dorthin gezogen, wo ich sie aller Wahrscheinlichkeit nach einwechseln werde. Dann hatte ich mir vorab überlegt, wann ich ca. die ersten Wechselvorgänge durchführen will. Und dann habe ich mich im weiteren Spielverlauf durchaus vom Spielgeschehen sowie den Wechselvorgängen der Spiele zuvor leiten lassen. Aber einen fix und fertigen Plan, auf dem ich vorab jeden einzelnen Wechsel festgelegt hätte, habe ich nicht, und das halte ich auch nicht für sinnvoll.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • tobn, don Quijote,


    danke für die Wünsche. Vielleicht geht es ja weiter. Habe mittlerweile ein paar Eltern gesprochen (kleines Dorf hier). Falls es nicht reine Höflichkeitsfloskeln waren, waren einige doch ganz zufrieden damit, dass nicht die übliche Einsatz-Lotterie herrschte (zumindest für die Schwächeren war das Einwechseln ansonsten sonst völlig willkürlich und keinesfalls eine Reaktion auf Spielsituationen. Eher nach dem Motto: Blöd, aber spielen muss die ja auch mal. Hoffentlich geht in den 5 Minuten nichts schief).


    Wie genau so ein Wechselplan sein kann, wird sich dann zeigen. In den letzten beiden Spielen habe ich einfach sehr exakt nach der Uhr gewechselt, um überhaupt mal so etwas zu machen. Wenn wir tatsächlich eine Rotation einführen, werden wir uns auch dabei abstimmen müssen. Da man die Spielstärke aller Mannschaften jetzt kennt, kann man natürlich die Einteilung der jeweils 10 Mädchen am Gegner orientieren. Im jeweiligen Spiel hätte man mit Rücksicht auf das sportliche Mithalten die Möglichkeit, das ganze rein Mathematisch zu lösen. Selbst wenn 4 Mädchen komplett durchspielen würden, bliebe für die restlichen 5 Feldspieler eine Einsatzzeit von je 24 Minuten. Gleiche Einsatzzeiten für alle kann es nicht geben. Von den 13 Mädchen sind 6 noch für die E-Jgd. spielberechtigt, der Rest ist jüngerer Jahrgang D-Jdg. Die anderen Mannschaften sind uns also körperlich in der Regel deutlich überlegen. Vier von den 'Starken' brauchen wir auf dem Platz, damit das Ganze noch einen sportlichen Sinn hat. Ich meine damit nicht gewinnen müssen, sondern mitspielen zu können, auch offensive Aktionen zu haben usw.. Die 12 Feldspielerinnen würde ich so einteilen: 6 stark, 5 mittel, 1 schwach (noch jüngerer Jahrgang E-Jgd., kommt schon aus körperlichen Gründen kaum einmal an den Ball. Muss leider auch D-Jgd. spielen, da keine E-Jgd. im Ort). Bei den 'mittelstarken' Kindern gibt es keinen großen Unterschied, wer spielt.


    Nach den Erfahrungen der letzten beiden Spiele tendiere ich dazu, zunächst einmal die beschriebene Lösung zu wählen. Sicher, der Schwachpunkt im Sinne korrekten KIFU ist offensichtlich: 4 Kinder spielen nahezu durch, und 5 Kinder teilen sich die letzten beiden Feldpositionen. Aber zumindest ist jede fast eine Halbzeit auf dem Platz. Aber wir sind körperlich einfach zu schwach, um nur mit 2-3 'Starken' zu agieren, dann kriegen wir keinen Ball mehr hinten raus.


    Aber wer weiß, vielleicht kommt alles auch ganz anders. Wir machen-wenn es tatsächlich zu einer Rotation kommt- auch unsere ersten Erfahrungen damit. Immerhin sind die Gespräche soweit gediehen, dass wir uns vor Beginn der Rückrunde nur zu diesem Thema einmal zusammen setzen wollen. Und in der Hallenrunde sind 2 Mannschaften gemeldet, da gibt es keine Probleme mit den Zeiten :)

  • Mit zehn Spielern zu einer 7er-Partie anzutreten, halte ich für sinnvoll, wir hatten uns in F- und junger E-Jugend, als wir (mit einem Gesamtkader von ~16 Spielern) noch im 6+1 spielten, auch dafür entschieden, da es aus unserer Sicht die beste Kombination aus durchschnittlicher Nettospielzeit und konditionellen Möglichkeiten darstellte. Von hier aus, also von ganz weit weg, gesehen, ist mir die Diskrepanz der Einsatzzeiten zwischen Euren starken Spielerinnen und den schwächeren zu groß, wenn erstere vier der sechs Feldspielerpositionen belegen. Damit kommen die Schwächeren zwar rechnerisch auf 24 Minuten (dem liegt wohl eine Gesamtspielzeit von 60 Minuten zugrunde), die Stärkeren demgegenüber aber auf 60, was ja das Zweieinhalbfache ist. Da würde ich das dringende Bedürfnis haben, die schwächeren Spieler zumindest soweit zu stärken, dass man auch damit zurecht kommt, dass auf drei oder vielleicht sogar nur zwei Positionen eine der stärkeren Spielerinnen durchspielt. Die anderen stärkeren Spielerinnen können ja durchaus an der Rotation der übrigen Spielerinnen teilnehmen, d.h. ich meine damit nicht, dass ihr nur maximal zwei oder drei der stärkeren Spielerinnen auf dem Platz habt, aber stets vier von sechs wäre mir auf Dauer zu viel..


    Wie stellt Ihr die Mädels denn auf, welches System favorisiert ihr, welche Spielerinnentypen habt Ihr? Wir spielten in der E-Jugend in einem 3-3, in dem für die Stabilität des Teams insbesondere die zentrale hintere Position stark genug besetzt werden musste. Da die vordere Reihe die Order hatte, sich auch um die Defensive zu kümmern, habe ich dann auch öfters zwei unterschiedlich starke Spieler auf den Außenbahnen kombiniert, um z.B. einen schwächeren Spieler hinten links durch einem stärkeren Spieler vor ihm zu unterstützen (od. umgekehrt).


    Zum Wechseln nach Stoppuhr: ich hatte mir die entsprechenden Spielminuten auch so als grobe Orientierung zurecht gelegt, damit man eben nicht in die Situation kommt, dass die Spielzeit zur Neige geht und man bestürzt fest stellt, dass da jemand ja noch gar nicht gespielt hat.. Aber ich habe dann gerade in der zweiten Hälfte mehr auf das Spielgeschehen reagiert, d.h. z.B. Spieler, die ausgepumpt waren, raus geholt oder nach hinten gestellt, oder solche, die noch kein Tor geschossen hatten, für den Spieler, der schon zwei gemacht hatte, eingewechselt. Oder mal einen Spieler, bei dem es nicht so gut lief und der verunsichert war, raus geholt und wieder aufgebaut (oder das zumindest versucht..)

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • tobn,


    die Diskrepanz der Einsatzzeiten zwischen den starken und den schwächeren Spielerinnen ist in meinem starren Modell in der Tat sehr hoch. Ist auch nur ein erstes Denkmodell, um sich daran entlang zu hangeln. Wir haben im letzten Spiel gegen den weit überlegenen Tabellenführer gespielt, da war das einfach notwendig. Aber auch die starken stoßen hier an ihre Grenzen. Es geht über 60 Minuten, der Platz ist größer als noch in der E-Jugend. Wir haben wie gesagt keine älteren D-Jgd.-Mädchen (der ältere Jahrgang bildet eine eigene Mannschaft -liegt einen Platz hinter uns ;) -), sondern eine Mischung zwischen E-Jgd. und junge D-Jgd. Ein Mädchen gar nicht auszuwechseln und 60 Minuten durchspielen zu lassen, ist vielleicht schon fahrlässig, vermutlich muss es schon etwas flexibler zugehen, damit sich jede mal erholen kann.


    Und auch die Zufriedenheit der Mädchen ist dann sicherlich größer, wenn alle mal ausgewechselt werden. Und von Vertrauen gegenüber den schwächeren spricht es auch nicht gerade, einige Mädchen gar nicht auszuwechseln. Ich sehe, da müssen wir dran schrauben und dann einfach mal gucken, wie es läuft. Mit meinem Modell kommt es ja zwangsläufig zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Mannschaft. Je mehr ich drüber nachdenke, desto klarer wird mir das vieles gegen ein völlig starres Modell spricht, insbesondere ein paar Mädchen quasi für Nicht-Auswechselbar zu erklären.


    Wir haben in der E-Jgd. mit einem 2-2-2 gespielt, wie eigentlich alle Mannschaften gegen die wir gespielt haben. Als sehr junge D-Jugend wollten wir auf ein 3-2-1 umsteigen, um hinten erst mal sicher zu stehen. Aber nach den ersten Spielen haben wir wieder einen Verteidiger abgezogen, weil nach vorne einfach zu wenig ging. Jetzt spielen wir in der Grundausrichtung wieder 2-2-2. Das klappt gut, da unsere 'Stamm'-Verteidiger (hinten will ja kaum eine spielen) und eine Mittelfeldspielerin in der Lage sind, sowohl nach hinten gut dicht zu machen und auch immer wieder mit nach vorne zu gehen. Die sind wirklich gut, in der ganzen E-Jugend Rückrunde hatten wir nur 5 Gegentore. Jetzt in der D-Jugend 26, aber dafür haben wir auch 27 geschossen, nicht schlecht für die 'kleine' Mannschaft. Eine der Verteidigerinnen hat sogar 7 oder 8 Tore geschossen und ist gleichzeitig hinten eine Bank, die ist wirklich herausragend gut. Ein 3-3 erscheint uns anhand der Platzgröße zu gewagt, da wir schon jetzt viele Tore damit kassieren, das unsere Verteidiger aufrücken und dann Konter gesetzt werden. Wird sich bei einem 3-3 vermutlich noch verschlimmern, die anderen können das einfach nicht auffangen.


    Dazu kommen zwei gute offensive Spielerinnen und eine weitere gute Verteidigerin, die sich aber auf das Absichern beschränkt. Die beiden guten Offensivspielerinnen sind nicht sehr oft gleichzeitig auf dem Platz, weil sonst das 'Mischen' der Mannschaft sehr schwierig ist. Wenn beide gleichzeitig runter sind, spielt sich vorne nicht mehr viel ab. Auch die stärkste Mittelfeldspielerin ist wirklich richtig gut, die ist im Prinzip überall auf dem Platz, fängt viele Bälle ab und kann den Ball dann auch nach vorne tragen.


    Die restlichen Spielerinnen sind leider noch nicht in der Lage, sehr viel zum Spiel nach vorne beizutragen. Aber alle beteiligen sich dabei, den Gegner anzugreifen. Richtige Ausfälle sind nicht dabei, nur das Nesthäkchen ist kaum ein echter Gegner für die anderen Mannschaften, mit ihr sind wir fast einer weniger auf dem Platz. Aber sie hat trotzdem ein gutes Standing in der Mannschaft und keiner murrt, wenn sie reinkommt.


    Mit nur 2-3 der stärkeren auf dem Platz fällt es der Mannschaft sehr schwer, nach vorne zu spielen. Aber wenn sich alle immer auf die Starken verlassen, das die es schon richten, bleibt es vermutlich immer so. Schon aus dem Grund ist es sicher richtig, die schwächeren mehr in die Pflicht zu nehmen und ihnen zu sagen ihr müsst es auch mal so schaffen. Aber bei der 'Totalrotation' im vorletzten Spiel -wo im Ergebnis dann ja auch die Stärkeren entsprechend aufgeteilt waren- hättest du einige Eltern mal hören sollen. So kann das ja nichts werden, was macht der denn usw.


    Na ja, jetzt ist erst mal ein paar Monate Ruhe bis zum nächsten 'ernsthaften' Spiel. Sicherlich ist dann zum Start der Rückrunde auch ein Elternbrief sinnvoll, um unsere Handlungsweise zu erläutern. Wäre völliges Neuland, hat hier noch keiner gemacht. Aber erst mal eine Linie mit den Mitbetreuern finden......