Das Thema "...Jungendbereiches beim Spiel (Punktspiel ohne Tabelle oder mit) zeitlich weniger spielen zu lassen als Andere?..." wird hier nicht konsequent verfolgt und das ist gut so.
Keine Tabelle, kein erfolgsorientiertes Spiel, damit erledigt sich die Antwort, denn es gibt keinen Grund mehr Kinder kürzere Spielzeiten zu geben als andere. Ausnahmen gibt es sicherlich (Sozialverhalten etc.) aber ich glaube, die sind hier nicht gemeint.
Es geht nicht darum, Trainer zu schocken oder zu diskriminieren, die sich engagieren und den Kindern viel Freude bereiten durch ihren Einsatz. Wir sollten in Ruhe und friedlich miteinander diskutieren, Argumente annehmen, uns immer weiter entwickeln und gemeinsame Lösungen zu finden.
Ich stimme Hope zu, wir werden so nicht geboren, es ist ein gesellschaftspolitisches Problem und wir Sportler haben dies nie anders kennengelernt. Das reicht als Entschuldigung aber nicht aus, im Gegenteil. Gerade deshalb können wir etwas ändern und, wenn es schon Gewissensbisse gibt, ist das doch ein riesiger Erfolg.
Es nervt wirklich, auch ich bin Sportler durch und durch und zum Sport gehören Sieg oder Niederlage. Die Emotionen beim Fußball gehören dazu und kaum jemand hat Lust, diese Dinge als Trainer zu vergessen.
Leider hat dieses Thema immer etwas von "Oberlehrer" und "Weichei-Trainer" und es gibt auch Fälle, die sich hier unter Protest aus dem Forum abgemeldet haben, weil die Antworten auf Fragen nicht so waren, wie man es sich gewünscht hat.
Kinderfußball hat nichts mit dem Leistungsprinzip oder der "Eliteförderung" zu tun. Es geht auch nicht darum gutes und professionelles Fußballtraining anzubieten. Spaß, Freude und Teamgeist stehen im Vordergrund. Wer diesen Weg geht, geht den richtigen Weg.
Das müssen Trainer wissen, wenn sie eine Kindermannschaft übernehmen. Wer die Emotionen und den Erfolg haben will und dies ist nichts verwerfliches, sollte keine Kindermannschaft übernehmen, sondern ältere Teams, so wir es Chris hier sehr schön beschrieben hat.
Es wird Generationen dauern, wenn es überhaupt jemals möglich ist, dies durchzusetzen, da stimme ich Hope zu.
Ich würde mir wünschen, dass der DFB sich viele heftiger um dieses Thema kümmert, denn ein Verband mit über 6 Millionen Mitgliedern kann seine gesellschaftspolitische Bedeutung nicht leugnen.
1. Warum wird von angehenden Kindertrainern nicht ein Kurzlehrgang (ohne Prüfung) verlangt, bevor sie ein Team übernehmen? Keine Zeit, kein Geld...dies sind für mich keine Gründe, denn dafür kann es Lösungsmodelle geben.
2. Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung. Einen "Tag des Kinderfußball" analog zum "Tag des Ehrenamtes" mit entsprechender Aufklärung in den Medien.
3. Aktionstag "Rote Karte", siehe unsere Nachbarländer.
4. Einen "Silent Day" wie in den USA.
5. Werbespots. Anstatt zu sehen wie unsere Nationalmannschaft den Gipfel erreicht, könnte ich mir sinnvolleres vorstellen.
6. Informationsmaterial zum Thema. Kostenlose DVDs und andere Materialien. Die gibt es teilweise schon, werden aber wenig gelesen. Die einleitenden Worte mit Bildern von Zwanziger und Sammer kann man weglassen, damit Texte auch wirklich gelesen werden.
7. Sponsoren für den Kinderfußball suchen. In Dänemark ist dies zum Beispiel McDonalds. Dort ist allerdings umstritten, ob eine Fastfood-Kette der richtige Sponsor ist.
Völlig untergegangen ist in diesen Tagen übrigens der FIFA-Kinderfußball Kongress in Hamburg ---->
UEFA-Breitenfußball-Workshop
Ich hoffe dort wurde im Hintergrund in Ausschüssen kräftig gearbeitet, sonst hätte man dies Marketingveranstaltung besser gelassen. Ein Höhepunkt war eine Podiumsdiskussion mit Uwe Seeler und Hansi Müller über das Thema "Lernen, wie man Fußball spielt".
Die beiden sind dann wohl Experten im Kinderfußball.
Zu "Gewissensbisse":
Da steht ein Kindertrainer am Spielfeldrand, es sind noch 5 Minuten zu spielen und das eigene Team führt 1:0. Das Spiel soll gewonnen werden, doch da gibt es ein Problem. Der Trainer schaut sich um und sieht wieder diese beiden Kinder, die noch gar nicht auf dem Feld waren und denen er versprochen hat, dass sie noch eingesetzt werden.
Wechselt er diese jetzt ein, setzt er den Sieg aufs Spiel.
Wie soll der Trainer jetzt handeln?
Eine Möglichkeit wäre, den Blickkontakt zu den beiden Kindern zu vermeiden und sich eine Antwort auf die Frage überlegen, warum sie nicht gespielt haben. Fragen sie nicht und das ist die beste Variante, muss der Trainer auch nichts antworten.
Fragen sie dann doch, wäre die korrekte Antwort: "Ich wollte das Spiel unbedingt gewinnen und wenn ich euch eingewechselt hätte, wären wir zu schwach gewesen."
Die Antwort geht natürlich gar nicht und deshalb denkt sich der Trainer was anderes aus, schaut in die Kinderaugen und lügt.
Das Spiel ist gewonnen und es kommt von allen Seiten nur Lob für den Trainer. Die Mannschaft freut sich und die Welt ist in Ordnung.
Dies ist der Moment, wo der Körper reagieren sollte, Hautausschlag, Übelkeit und Weinkrämpfe wären ein geeignetes Mittel, denn es sind zwei Kinderherzen gebrochen worden und nichts Schlimmeres ist denkbar.