Chris schrieb am 08.08.2007 12:03 Ich sag es mal ganz bewusst hart und direkt: Dieser Plan ist eine absolute Katastrophe: Er hat nichts mit Fußball zu tun. Er ist absolut unmotivierend für Leute, die Fußball spielen wollen. Und das schlimmste von allem: Du trainierst größtenteils nicht das, was du willst und verfehlst damit dein Trainingsziel. Ich zitiere bei sowas einfach immer das, was ich bei anderen, ähnlich gelagerten Beiträgen antworte: Ein paar Grundgedanken, warum man weg vom Dauerlauf soll: - wenn man eh nur 2-3 mal die Woche trainiert, sollte man so viel wie möglich Fähigkeiten am Ball schulen, da ist jedes Trainieren ohne Ball (bestimmte Koordinationsübungen oder reine Sprintformen ausgenommen) nachteilig - Motivation ist mit Ball immer höher - Die fußballspezifische Ausdauer ist eine andere als die, die du durch reine Dauerläufe schulst. Wenn du erst mal primär die aerobe Ausdauer schulen willst, bietet sich folgendes an: -Ausdauer/Technikparcours, Rundenlaufen auf dem Platz mit Ball durch einen Parcours, dabei werden Hütchen umdribbelt, Tempi gewechselt, jongliert im Gehen, Ball gelupft und über Stangen Skippings gemacht, Ball durch Hürde spielen, über Hürde springen usw., dazu ein Torabschluss aufs eine Tor (mit Torwart)!, eine Flanke aufs andere Tor (2. Torwart fängt Flanken ab) usw. - mit etwas Phantasie lassen sich interessante Parcours aufbauen, in die Mitte des Parcours ein Spielfeld mit Toren, und abwechselnd immer in den Parcours und dann aufs Spielfeld (oder zwei Gruppen bilden) - Generell: Mach ein Trainingsspiel! Vorgaben zur Ausdauerschulung könnten sein: Spiel über ganzen Platz (auch bei 7:7 oder 9:9 oder so), alle Spieler müssen permanent in Bewegung sein (schult auch ganz gut das permanente Bewegen und Freilaufen), Sprints und Steilpässe sind verboten (da es sonst zu sehr in den anaeroben Bereich geht). Willst du die Intensität erhöhen, dann teile jedem Spieler einen Gegner zur Manndeckung zu, den er beim gegnerischen Angriff decken muss (ist natürlich taktisch fragwürdig, aber darum geht es ja in dieser Übung nicht). Niedrigere Intensität = kleineres Spielfeld. - Spielform: Ball innerhalb der eigenen Mannschaft halten, 10 (15, 20) Ballkontakte in Folge sind ein Punkt für die Mannschaft. Variationen: - Spielfeld verkleinern für höhere technische, niedrigere Ausdaueranforderung, Spielfeld vergrößern für höhere läuferische, niedrigere technische Anforderungen - Ballbesitz wechselt nicht durch Zweikampf, sondern durch Abschlagen des Gegners bei dessen Ballbesitz. Wer direkt spielt, kann nie abgeschlagen werden. Folge: sehr viel höhere Intensität (vor allem, wenn mit Manndeckung kombiniert), aber auch sehr hohe technische und spielerische Anforderungen (schon vor man den Ball erhält, muss man gucken, wo man ihn danach hinspielen kann) - Jedem Spieler einen direkten Gegner zuteilen (erhöht Intensität) Ansonsten kommst du auch mit kleineren Spielformen (4:4, 3:3 auf Linienüberdribbeln, kleine Tore) ganz gut im Ausdauertraining klar, allerdings geht es hier sehr oft und sehr schnell in den anaeroben Bereich hinein (manchmal schon nach 1.30 - 3 Minuten, je nach Übungsgestaltung, daher wäre ich damit etwas vorsichtiger) |
alexiszorbas schrieb am 08.08.2007 13:16 ... ganz so sehe ich das nicht was Du da schreibst. Die läuferische Überlegenheit des jeweiligen Gegners war im Frühjahr jeweils nach einer halben Stunden eklatant. Die Spieler "erholten" sich während des Spiels, eine Viertelstunde vor Schluß gings dann wieder, da war es meist zu spät, die Partie war verloren. Eines schon vorweg, ich will keine Leichtathleten, sondern Jungs die Fussball spielen, dazu gehört ab 14/15 Jahren auch eine Grundkondition. Das ich nach einer halben Stunden dann nur noch mit dem Ball arbeite ist doch selbstverständlich .... Es kann mir doch niemand sagen, das nur mit Ballübungen, Pacours, Wettkämpfe die Schnelligkeit, Ausdauer und das allgemeine läuferische Potenzial der Jungs verbessert werden kann - bleibt mal am Teppich! Eine Grundkondition sollte man in diesem Alter schon voraussetzen um dementsprechend guten Fussball zu spielen ... alexis Zitat:
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alexiszorbas schrieb am 08.08.2007 13:16 ... ganz so sehe ich das nicht was Du da schreibst. Die läuferische Überlegenheit des jeweiligen Gegners war im Frühjahr jeweils nach einer halben Stunden eklatant. Die Spieler "erholten" sich während des Spiels, eine Viertelstunde vor Schluß gings dann wieder, da war es meist zu spät, die Partie war verloren. Eines schon vorweg, ich will keine Leichtathleten, sondern Jungs die Fussball spielen, dazu gehört ab 14/15 Jahren auch eine Grundkondition. Das ich nach einer halben Stunden dann nur noch mit dem Ball arbeite ist doch selbstverständlich .... Es kann mir doch niemand sagen, das nur mit Ballübungen, Pacours, Wettkämpfe die Schnelligkeit, Ausdauer und das allgemeine läuferische Potenzial der Jungs verbessert werden kann - bleibt mal am Teppich! Eine Grundkondition sollte man in diesem Alter schon voraussetzen um dementsprechend guten Fussball zu spielen ... alexis |
Nocheinmal im klartext.
Du kannst mit dem Ball Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit trainieren.
(Ein gutes TRaining besteht zu 97% mit Ball)
Bitte nimm es nicht Persönlich, doch hier denke ich fehlt die Fachkompetenz deinerseits!
LG
Eines schon vorweg, ich will keine Leichtathleten, sondern Jungs die Fussball spielen, dazu gehört ab 14/15 Jahren auch eine Grundkondition. Das ich nach einer halben Stunden dann nur noch mit dem Ball arbeite ist doch selbstverständlich .... Es kann mir doch niemand sagen, das nur mit Ballübungen, Pacours, Wettkämpfe die Schnelligkeit, Ausdauer und das allgemeine läuferische Potenzial der Jungs verbessert werden kann - bleibt mal am Teppich! Eine Grundkondition sollte man in diesem Alter schon voraussetzen um dementsprechend guten Fussball zu spielen ... |
Ich bin studierter Sportwissenschaftler und habe bereits bei Bundesligavereinen im Jugendbereich gearbeitet - das soll nicht "prahlend" rüberkommen, ich will damit nur dem, was ich hier ausführe, etwas mehr "Glaubwürdigkeit" verleihen, da du mir das in meinem ersten Posting so recht nicht abgenommen hast. Letzte Saison habe ich eine sehr leistungsorientierte C-Jugend trainiert (also das Alter, um das es dir hier geht).
Du willst eine Grundkondition schaffen, die ist auch wichtig, es ist aber wirklich so, dass sich diese bei richtigem Training (fast) ausnahmslos mit Ball herstellen lässt - erwiesenermaßen (sportwissenschaftlich ist an diesen Ergebnissen nicht zu rütteln). Das gilt ausnahmslos für alle Altersstufen. Dazu schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe (eigentlich drei), neben der Ausdauer wirst du auch noch anderen Eigenschaften trainieren in der gleichen Zeit (Ballfertigkeit, taktisches Verhalten, usw.), die du sonst nicht hättest trainieren können.
Die Art und Weise, wie du Ausdauer trainieren willst, ist extrem altmodisch und wird vor allem - und der Punkt müsste dich am meisten stören - den Anforderungen der Sportart Fußball nicht unbedingt gerecht, du trainierst keine sportartspezifische Ausdauer damit. Ich führe da immer gern ein Beispiel aus meiner C2-Saison auf: Wir haben keine Ausdauerläufe gemacht sondern nur mit Ball trainiert, spielten gegen eine gute C1-Mannschaft (1 Jahr älter), die jedes Training 30 Minuten lang Läufe machte, wir spielten rabenschlecht, lagen 0:1 hinten und gewannen in den letzten 15-20 Minuten aufgrund unserer BESSEREN Fitness, wir konnten noch zulegen wo der Dauerlauf-Gegner am Ende abbaute (Resultat: 3:1).
Das sportartspezifische Ausdauertraining ist meines Erachtens nach dem "klassischen" reinen Grundlagenausdauertraining auch überlegen. Ich bin nicht der einzige, der so denkt. Hier ein Auszug aus einem Artikel der Frankfurter Rundschau, ich glaube, er wurde auch hier im Forum schon mal gepostet:
Radikales Tempotraining für Ballverliebte Der Fitnesstrainer des FC Barcelona revolutioniert die Trainingslehre für Fußballprofis und hat Erfolg Von Ronald Reng (Barcelona) Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, dass der Mann an Ronaldinhos Seite die Fitness des berühmtesten Fußballers der Welt verbessern soll. Die beiden traben nebeneinander um den Trainingsplatz des FC Barcelona, und Ronaldinho muss fast ins Schritttempo fallen, sonst käme der Mann an seiner Seite nicht mit. Er hat eine steife Hüfte. Es ist Francisco Seirullo, Mittfünfziger, der Fitnesstrainer des spanischen Meisters. Er revolutioniert die Trainingslehre des Profifußballs. Es geht auf der Laufrunde nur darum zu sehen, ob der schmerzende Fuß Ronaldinho trägt. Laufen ist beim FC Barcelona grundsätzlich nicht angesagt. Das Längste, was die Spieler im Jahr rennen, sind drei Minuten; Tempoläufe in der Vorbereitung. Während der Saison absolvieren sie ohne Ball allenfalls Sprints. Es macht nicht mehr als fünf Prozent des Trainings aus. Physisch fitte Zauberer Ohne ein einziges Dauerlauftraining, ohne eine einzige Übungsstunde im Kraftraum macht Seirullo Barça zur bestaunten Elf einer Epoche. Am heutigen Mittwoch zum Champions-League-Viertelfinale gegen Benfica Lissabon wird wieder die halbe Welt den Fernseher einschalten, zappelig vor Vorfreude auf den von Zauber geküssten Fußball dieser Elf. Im Bann der Eleganz von Ronaldinho, Deco und ihrer Begleitband wird leicht übersehen, dass dies auch physisch eine der stärksten Mannschaften ist. Weder Juventus Turin noch Bayern München rauben dem Gegner öfter den Ball. Niemand spielt ein intensiveres Pressing. Viele Wege führen zum Ziel, und es soll deshalb auch gar nicht der Anspruch erhoben werden, Barças Training sei das einzig wahre. Aber gerade in einer Zeit, in der Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit seinen vermeintlich neuen Trainingsideen aus den USA Deutschland aufgeschreckt hat, sollte die Bundesliga aufmerken, dass die heißeste Elf der Gegenwart Klinsmanns Vorstellung vom Tempotraining noch viel radikaler umsetzt. Barças Fitnesstraining steht im absoluten Gegensatz zu dem, was in der Bundesliga als Weisheit gilt und etwa Trainer Felix Magath bei Bayern München macht. Magath schickt sein Team Berge hinauf, Kondition wird gebolzt. Barças Spieler merken gar nicht, wenn sie die Physis trainieren, so sehr hat Seirullo die Fitnessschulung ins Balltraining integriert. Allgemein gilt Fußball als Ausdauersport, weil die Spieler 90 Minuten lang rennen müssen. Seirullo hält Fußball für einen Sprintsport. Die Spieler rennen nie länger als ein paar Sekunden am Stück. Fußball ist antreten, abbremsen, ausweichen, sich abrupt drehen, und alles mit dem Ball am Fuß. Dann müsse man auch genau das trainieren, fand Seirullo, Professor an der Sporthochschule INEFC. Zunächst wendete er sein Konzept bei Barças Handballern an; die gewannen zwischen 1995 und 2000 jedes Jahr Champions League und nationale Liga. Selbst aufs Warmlaufen verzichtet er komplett. Stattdessen spielen die Profis schon mal eine Art Fangen, da wird gleich das schnelle Reagieren und Denken mitangeregt. Seirullos Königspatent jedoch sind die Parcours. Barça verbringt gut die Hälfte der Trainingszeit damit. Zum Beispiel beginnt ein Spieler an der Mittellinie mit einem Pass nach außen. Dann fliegt er über vier niedrige Hürden, kriegt den Ball zurück, sprintet mit ihm um Slalomstangen, und so weiter, bis er zum Torschuss kommt. Seirullo hat davon unzählige raffiniertester Varianten entwickelt. So trainieren die Spieler gleichzeitig Schnellkraft, Ballbeherrschung auf Höchsttempo, anaerobe Ausdauer – und das Beste ist, sie merken es nicht einmal: Ballverliebt wie Fußballer sind, denken sie nur an den Pass, den Torschuss. Bolzen aus Freude am Spiel Zudem ist die Erholungszeit nach so schnellen Belastungen viel kürzer als bei gewöhnlicher Ausdauerarbeit. Während Magath deshalb klagt, bei drei Spielen pro Woche bleibe keine Zeit für ordentliches Training, trainiert Barça weiter: Passen, springen, Zweikampf, Slalom. Teams, die ihre Fitness aus dem klassischen Lauf- und Krafttraining ziehen, hielten mit Barça nur 25 Minuten in der ersten und 15 in der zweiten Halbzeit mit, sagt Seirullo. |
Chris schrieb am 08.08.2007 14:35 Zitat:
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Hat einer von euch mehr infos darüber wie?Ich meine mann kann sich einge sachen zusammenstellen aber gute tipps wären super.
Gruß
Marek
alexiszorbas schrieb am 08.08.2007 13:16 ... ganz so sehe ich das nicht was Du da schreibst. Die läuferische Überlegenheit des jeweiligen Gegners war im Frühjahr jeweils nach einer halben Stunden eklatant. Die Spieler "erholten" sich während des Spiels, eine Viertelstunde vor Schluß gings dann wieder, da war es meist zu spät, die Partie war verloren. Eines schon vorweg, ich will keine Leichtathleten, sondern Jungs die Fussball spielen, dazu gehört ab 14/15 Jahren auch eine Grundkondition. Das ich nach einer halben Stunden dann nur noch mit dem Ball arbeite ist doch selbstverständlich .... Es kann mir doch niemand sagen, das nur mit Ballübungen, Pacours, Wettkämpfe die Schnelligkeit, Ausdauer und das allgemeine läuferische Potenzial der Jungs verbessert werden kann - bleibt mal am Teppich! Eine Grundkondition sollte man in diesem Alter schon voraussetzen um dementsprechend guten Fussball zu spielen ... alexis Zitat:
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