Hinweis: wir verlassen den Bereich des Kinderfußballs. Sollte sich das Thema verselbstständigen, so sollten wir einen eigenen Thread aufmachen.
Ich sortiere dein Posting mal etwas um, eismann, ich hoffe, seinen Sinn dabei nicht zu verändern.
Ich bevorzuge das 1:2:1 in der Offensive und das 2:2 im deffensiven Verhalten.
In der Offensive gefällt mir auch ein 1-2-1 besser als das 2-2. Bei Raumdeckung würde ich aber auch in der Defensive das 1-2-1 bevorzugen, es würde dann aber eher zu einem 3-1 zusammen fallen, d.h. man hätte eine Dreierkette in der Defensive mit einem Sechser davor. Allerdings könnte das eine unrealistische Idealvorstellung sein, die nie im Spiel erreicht werden kann, weil sich zum Zeitpunkt des Ballverlustes typischerweise zwei Spieler vor dem Ball befinden und die beiden anderen schnell reagieren müssen. Wahrscheinlich stellt dann im Normalfall der Ballnähere den ballführenden Gegner und versucht, ihn zu bremsen und/oder nach außen zu drängen, während der andere zurück hastet, um seinen Kameraden abzusichern. Die beiden Spieler, die sich noch vor dem Ball befinden, müssen natürlich umgehend kehrt machen und zunächst die gegnerischen Querpasswege dicht machen, dann könnte gedoppelt werden. So ähnlich stelle ich mir das zumindest am grünen Tisch vor.
Interessanterweise scheint bei hochklassigen Hallenturnieren aber durchaus auch mit konsequenter Manndeckung gespielt zu werden. So war das z.B. im Anfang des Monats in FFM-Höchst ausgetragenen Licher-Cup zu beobachten. Ich kann jetzt nicht mehr sagen, auf welche Mannschaften das genau zutraf, aber mehrere der Teilnehmer (Alem. Aache, Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach, FSV Frankfurt, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim) praktizierten in der Defensive ziemlich deutlich die Mann- anstatt der Raumdeckung. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber ich meine, es waren die von der Papierform her eher schwächeren Teams, die zu diesem Mittel griffen, da kann ich mich aber auch täuschen.
Was haltet ihr davon? Ballverlust nach eigenem Anstoß!
Das sehe ich gerade im Kinderbereich unheimlich oft. Wenn die nominell verteidigende Mannschaft zwei oder gar drei sehr agressive Spieler am Anstoßkreis hat, die sofort die Anstoßenden attackieren, können sie damit sehr erfolgreich und auch äußerst gefährlich sein. Oft greifen diese Spieler auch unmittelbar nach dem Anpfiff an, ein weniger erfahrener Schiedsrichter lässt das dann leider auch mal laufen -- die in meinen Augen besseren pfeifen ab und lassen den Anstoß unter Hinweis darauf, dass das Spiel erst eröffnet ist, wenn der Ball angestoßen wurde, wiederholen.
Nun bin ich im Herrenbereich tätig,...habe mir die Frage gestellt,... wieviel Ballverluste gibt es nach einem Anstoß, Prozentual gesehen. Ich nehme an sehr hoch!
Ich denke, das hängt sehr stark von der individuellen Klasse der Spieler ab. Im Herrenbereich ist es ja auch üblicher, den Ball unmittelbar nach dem Anstoß nach hinten zu spielen und dann mit dem Spielaufbau von hinten zu beginnen, nicht zuletzt, weil der Gegner zum Zeitpunkt des Anstoßes in der Defensive meist gut und mit allen Spielern in der eigenen Hälfte steht. Dann werden die Außenspieler auch nicht nach vorne rücken, sondern eher wie Außenverteidiger auf dem Großfeld agieren.
Ander könnte es aussehen, wenn man kurz vor Schluss zurück liegt und aufs Ganze gehen muss: da wird man wohl oder übel eine offensive Anstoßvariante wählen, wobei das auch ein Pass nach hinten mit unmittelbar folgendem Steilpass sein kann.
Die Folge - offensives handeln nach dem Anstoß, kann zu schnellen Gegentoren führen.
Die mentale Ausrichtung beim Anstoß ist offensiv,...die des Gegners defensiv.
Woraus lässt sich besser agieren?
Aus der Defensive oder Offensive?
Wie gesagt, ich denke, das hängt von den Qualitäten der Mannschaften ab. Ein sehr spielstarkes Team kann schon direkt beim Anstoß offensiv agieren. Sind die Unterschiede in der Qualität der Mannschaften geringer, so wählt man wohl eher die sichere Variante und bemüht sich um einen Spielaufbau von hinten, nicht zuletzt, um die Gegner auseinander zu ziehen und sich eine günstigere Ausgangslage für den eigenen Angriff zu schaffen.
Sowas widerspricht aber, um den Bogen zum KiFu wieder zu schlagen, völlig der kindlichen Mentalität, bei den meisten gibt es da bei eigenem Ballbesitz nur eine Richtung und die heißt 'nach vorne'. Häufig sind die Fähigkeiten beim Passen sowie bei der Ballannahme derart, dass ein Rückpass nach dem Anstoß gegen agressiv attackierende Gegner noch gefährlicher ist als der Ballverlust an der Mittellinie, weil der Gegner nur noch den Torhüter überwinden muss.. Für schwächere Teams ist der eigene Anstoß wirklich keine vorteilhafte Situation -- aber welche ist das für sie schon? OK, ein eigener Strafstoß, aber sonst? ...