Hallo!
Trainiere im Moment eine E2 (also U10), die ich seit den Minikickern habe. Bei den Minis spielten wir komplett ohne Aufstellung und ab der F dann im 3-3. Taktik im Kinderfußball ist doch schon gegeben, wenn man Kindern eine Aufstellung gibt. Das ist sogar Mannschaftstaktik. Hört sich böse an, es ist aber doch so. Ich habe immer versucht so wenig Taktik wie möglich zu vermitteln. Trainingsschwerpunkt ist neben der Technik und Koordination in dieser Saison 1 gegen 1 (also Indididualtaktik). Zusätzlich dazu tauchen aber immer mehr taktische Dinge auf. Ob es wirklich so richtig ist, bezweifle ich immer mehr. Viele Spiele verlieren wir, weil wir taktisch klar unterlegen sind. Klar kommts mir nicht auf die Ergebnisse an, aber den Kindern schon. Die verlieren die Lust, wenn sie selten gewinnen. Siege machen eben mehr Spaß

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Teilweise kommen die Spieler auch von ganz allein mit Taktik um die Ecke (von größeren Brüdern gelernt, Playsi-Spielen oder Bundesliga-Gucken). Ein Spieler, der am liebsten in der Verteidigung spielt, hat bei einer Mannschaftsbesprechung schon einmal erklärt, dass wenn er hinten alleine gegen zwei oder drei Angreifer ist, er versucht das Spiel zu verzögern. Damit seine Mitspieler nachrücken können und ihm helfen.
Sollte man den Kindern dieses taktische Denken, was teilweise ganz von allein kommt, verbieten? Natürlich nicht. Aber den anderen Spielern würde ich es auch nicht vorenthalten. In der Besprechung habe ich das dann nochmal kurz erklärt was der Spieler meinte, seine Erklärung war nämlich nicht ganz so gut zu verstehen. Die Anderen haben das Ganze dann als Tip mit bekommen.
Immer häufiger entdecke ich auch gruppentaktische Dinge, die das Team umsetzt ohne das wir es bislang trainiert haben. So haben mehrere Spieler auch im Meisterschaftsspiel schon einmal hinterlaufen. Ob dies Absicht oder Zufall war, weiß ich nicht. Solche Situationen geben aber für mich doch den Anlass sowas zu besprechen. Klar sollen die Spieler die Antworten selber finden, aber da fragt man dann einfach Spieler X was er gerade gemacht hat und warum. Der Vorteil des Besprechens ist doch das man dann zusammen einen Namen hat und jeder sofort weiß, was gemeint ist wenn man zum Beispiel vom Hinterlaufen spricht. Das ganze im Spiel umzusetzen oder schwerpunktmäßig zu trainieren machen wir noch nicht (das kommt dann ab D oder C). Aber so ist der Grundstein schon gelegt. Die Spieler wissen was damit gemeint ist und fertig.
Auch wenn wir noch ein Jahr E-Jugend haben, wissen alle meiner Spieler schon länger was Abseits ist. Trotzdem spielen wir damit auch im Training noch nicht. Das sie aber schon wissen was es ist, kann für die D-Jugend doch nur von Vorteil sein. Und so ähnlich sehe ich das auch mit (gruppen- und mannschafts-)taktischen Dingen. Man legt also Grundlagen für später, zumal die Spieler vieles selbst mitbringen...