Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andre« (28. Juli 2011, 10:01)
Im Prinzip ist es ein Training in Spielform mit Provokationsregeln, richtig?
"Mit dem Bergriff habe ich mich noch auseinandergesetzt.Was verstehst du unter Provokationsregeln?.Bei der variante mit verschiedenen farbigen toren und punkten provoziere ich ,das eher auf das 2 punkte Tor gespielt und auch verteidigt wird und sich daher viel raum vorm anderen tor ergibt."
Es verbindet das, was der Dfb gem. seinem Ausbildungskonzept fordert....50 Prozent Spielanteile pro Training, richtig?
"ganz klares ja.bei jüngeren jahrgängen ist der anteil bei mir auch höher.Fußball spielerisch lernen."
Es erhält des Verschieben der Minis, ohne sie in der F und E auf Manndeckung zu drillen UND über die grundsätzlichen Spielregeln geschieht das ohne zu reglementieren und ständig vorzugeben....es geschickt unterschwellig und ohne Joystick, richtig?
"ich habe den jungs nur die Regeln erklärt.sonst nix.nach der 3. trainingseinheit bilden auch die jüngsten von ganz alleine ein dreieck,verschieben defensiv im Raum und nehmen bei ballbesitz den freien raum wahr.es wurde auch der ball ein paar mal einfach so in den freien raum gespielt,ohne das die mitspieler da standen.aber sie haben es dann von ganz alleine gemerkt oder von anderen mitspielern darauf aufmerksam gemacht wurden ,und sind dann schon früher in den freien raum gestartet.Die Rudelbildung gabs von anfang an nicht,da sich das durch die 2 tore auseinanderzieht.Aber mehr in die breite und nicht in die tiefe."
Der Trainer ist mehr Aufsichtsperson und hält sich mehr oder minder zurück, richtig?
" auch ein klares Ja.Laut Horst Wein durch Fragestellung zum selber nachdenken anregen."
Die Spieler haben die Möglichkeit, mutig die Spielintelligenz zu erzeugen, ....sie zu leben....haben keine Zwangsjacke an, richtig?
".selbst bei 9 jährigen habe ich schon beobachtet,das sie die ganze gegnermannschaft zu sich vor das eine tor locken um mit einer schnellen drehung und einen pass vor das andere tor spielen.sowas verstehe ich unter kreativität und spielintelligenz .Ich lasse so auch in einer anderen sportart trainieren und habe da auch nur positive erfahrungen gemacht.Ob sie nun in den freien raum dribbeln oder passen ist zweitrangig bei den jüngeren.aber den freien raum erkennen und auszunutzen lernen sie so schneller,weil auf der anderen seite auch ein tor steht und tore zu schiessen ist das ziel des spiels.und grundlegende taktische sachen wie kompaktes verschieben ,dreiecksbildung oder das freilaufen und freispielen lernen die kinder von alleine,ohne das der trainer taktische anweisungen geben muss."
Sie üben über das Spiel alles in einem, ebend "ganzheitlich", korrekt?
"ja,alles drin,spielerisch wie konditionell,und koordinativ(ich meine hiermit nicht die bewegungskoordination)"
Sie leben das Fair Play selbständig...über die Regeln?
"Das Testspiel haben wir ohne schiri laufen lassen.die kinder haben alles selber geregelt,auch ob der schuss in der schusszone war oder nicht.Regeln sind nicht schwer.es gibt keine eckbälle. Nur abstöße ,bei denen die verteitigende mannsch. in die eigene abwehrzone muss."
Es ist ein schnelles Spiel?
" oja,vorallem bei herrenteams war es sauschnell durch flache diagonale pässe in den raum,daher auch konditionell sehr anspruchsvoll."
Es ist an den Straßenfußball angelehnt, weil sie lernen angelehnt an die Echtzeit....im Spiel....unter realen Bedingungen....
Die Wettkampfsitutation und damit der Fun, die Spannung, also das was Fußball ausmacht ist gegeben.
Frage: Wenn du -sel69- mal Zeit hast, könntest du da ja mal konkret Stellung zu nehmen, würde mich interessieren. Interessant wäre auch, wie ihr in der Liga so abschneidet, ...falls du z.B. eine D oder C bedienst, wäre es interessant, ob sie damit zumindest mithalten oder gar weit oben mitspielen....das dürfte viele interessieren, weil ich ich glaube, dass die latente Angst des einzelnen Trainers hier mitspielt, damit nicht mithalten zu können.
"werde ich machen.ich habe einen 01 er Jahrgang (E-Jugend)übernommen.trainiere die jungs aber erst seit april.es sind kinder ,die sonst nie spielen durften. es waren 15 kinder und es spielten nur die gleichen 7,8.jetzt sind wir über 20 kinder und wir melden 2 teams am spielbetrieb.ich habe freiwillig das 2. team mit den kindern ohne spielpraxis übernommen.oben mitspielen werden wir daher nicht.aber ich werde berichten.aber da es nur als zusätzliches training eingebaut werden sollte und nicht nur stur nach dieser einen methode,ist die angst eher unbegründet."
Über welchen Zeitraum basiert deine Erfahrung?
" seit ca 2 jahren bei vielen verschiedenen Altersklassen,aber leider durch meine bisherige gasttrainerbeschäftigung nicht über ein längeren zeitraum bei einem team.Aber das ändert sich ja nun.Bei einigen teams sind mir schon spielrische wie technische verbesserungen bei einzelnen spielern nach einigen trainingseinheiten besonders aufgefallen.muss aber nicht an dem 3.3 auf 4 tore liegen,sondern eher das sie in kleineren mannschaftsgrössen in meinem training spielen und daher mehr am spiel teilnehmen und mehr ballkontakte haben.dadurch mehr selbstvertrauen gewinnen,wiederum dadurch sich mehr zutrauen und ausprobieren und sich halt weiter verbessern."
Welche Unterschiede zum Training vorher machst du damit?
" ich baue diese Methode nur zusätlich mit ein und nehme dafür isolierte sprint oder technikübungen raus.also eher ganzheitlich als isoliert trainieren.also in kleinen teams mit verschiedenen aufgaben tore zu erzielen: z.b: 8m breite hütchentore überdribbeln,tore von hinten erzielen usw."
Wie hoch ist der Anteil des anderen Trainings oder trainierst du mit dieser Trainingsform ausschließlich?
" einmal pro woche,egal welche altersklasse.zwischen 20 und 30 min.bei Herrenteams auch mit zusätlichen regeln,zb. kein 2 linienpass oder ähnliches.das sind wohl sicher provokationsregeln,von denen Du geschrieben hast."
Wie ist die Stimmung im Team?
" gerade nach dem testspiel unter wettkampfbedingungen waren die kinder voll begeistert.Alle hatten viele ballkontakte und auch erfolgserlebnisse.ich hatte aber auch schon andere erfahrungen gesammelt. es gab schon kinder,die meinten ,das hätte nichts mit normalen fussball zu tun und haben auch unmotiviert mitgemacht."
Was sagen die Kritiker,...was sagten sie damals/heute?
"es wurde noch nichts kritisches an mich herangetragen.Das kann aber eher mit mir als mit der Methode selber liegen.Meine trainerkollegen finden das sehr interessant.aber selber ausprobiert hat es noch keiner."
Was sagen die Eltern?
"Noch gar nichts,die freuen sich einfach nur,das ein trainer da ist,der alle kinder spielen lässt,und jeden am spiel intensiv teilnehmen lässt. und vor allem die Kinder mal kinder sein lässt."
Wo gibt es Quellen zum Thema "Minifußball", es gibt nämlich nicht viel im Internet darüber.
"Die reihe von Horst Wein: Entwicklung der Spielintelligenz im fussball als video sowie als buch oder heft."
Was das Umfeld, hat sich das rumgesprochen, kommen Leute zu Euch/hast du Zulauf oder mehr Abgänge...gehen die Spieler "flöten".Gruß Andre und danke.
" da ich das ja nur zusätzlich mit einbaue,und auch vorher viel kleinfeldspiele mit verschiedenen aufgaben trainiert habe,hat sich am umfeld nichts weiter geändert.Wir haben einige neueinsteiger,die durch solch training von anfang an viel ballkontakte und viel aktive spielanteile haben und bisher auch dabei geblieben sind und sich schon prächtig entwickelt haben.2 abgänge haben wir aus dem grund,das ich alle spieler gleich viel spielen lasse.aber die eltern der beiden wollen ,das nur die guten spielen und die mannschaft viel gewinnt und sie ihre kinder zu den besseren zählen ."

Jetzt komme ich aber zu einem Punkt, der für Andrè nicht ganz uninteressant sein dürfte.
Horst Wein baut in seinem Buch viele Übungen auf den Minifußball auf. Sehr oft auch viele Übungen, wo es um Überzahl-Situationen, Gruppentaktik und Passspiel geht, also eigentlich Dinge, die der DFB erst aber der D-Jugend propagiert. Horst Wein hält sich zwar mit konkreten Altersangaben zurück und spricht von Entwicklungstufen, aber man kann herauslesen, dass die meisten Übungen schon in der F-Jugend angewendet werden können und sollen.
) fast halb so viele Beispiele für taktische Verhaltensweisen wie Seiten. Wenn ich mir Beiträge in der Zeitschrift „Fußballtraining“ anschaue (immerhin „Die Trainerzeitschrift des DFB“) finde ich dort z.B. das Lösen von Überzahlsituation für 7jährige (Gruppentaktik?) oder das Auflösen der Rudelbildung bei Bambinis (Mannschaftstaktik?). Hierbei beziehe ich mich auf den Thread Brauche Trainingstipps damit meine Mannschaft zurückrennt, (sry Verlinken krieg ich irgendwie nicht hin) wo teilweise für mich auch nicht nachvollziehbar argumentiert wurde Gruppentaktik sei es, wenn geforderte Verhaltensweisen von mehr als einem Spieler erwartet werden.Das ist es z.B. was bei mir gerade zu Denkkonflikten führt. Denn Überzahlspiele lassen sich in dem Buch ab F-Jugend finden, zusammen mit Spiel auf Lücke, in die Tiefe, Breite, Ballhalten und vielem mehr von dem ich hier im Forum gelesen habe, es sei nicht einmal Stoff einer E-Jugend.
Zitat
Zitat von Andre
Konkret meine ich damit, dass es quatsch wäre und ist, einem beispielsweise Minispieler das 1:2 als Trainingsform anzubieten, um ihm das Abspiel als Angreifer oder sich bewegen aus dem Deckungsschatten als Mitspieler des Angreifers zu lehren. Das das quatsch wäre, ist jedem normaldenkenden Trainer vermutlich so klar,....das können sie in dem Alter noch nicht. Der Dfb...der Sammer, seine Mitarbeiter hohlten sich meines Wissens entsprechend wissenschaftliche Unterstützung. Daran angelehnt kann man die Aussage treffen, dass das Bespiel auch für einen F-altrigen gilt. Ab der E geht das langsam in andere Möglichkeiten über.
. Das Konzept, ...also die Umsetzung scheint bei den Herren unterschiedlich, wenngleich man nicht um welten voneinander abweicht. Eines sagen sie aber alle gemeinsam....spielerisches erlernen von Grundtaktiken, ...nur das WIE unterscheidet sich etwas. Mir ist da Horst Wein SCHEINBAR am nächsten, weil es auch meinem naturell sehr entgegen kommt. Nein, das habe ich anders verstanden. Der Straßenfußball ist das Grundelement, dass sich durch das komplette Training zieht, mit dem Abschlussspiel hat das nix zu tun. Im DFB-Ausbildungskonzept (das ist dieses knappe 40-seitige Heftchen) steht z.B. für die FStraßenfußball.....erwähnt das Dfb.-Konzept mit den sinngemäßen Worten....."an den Straßenfußball angelehnt" usw.. Auch das läßt einiges offen. Ich intererpretiere hier hinein, dass der Anteil des Abschlußspiels in Prozent angegeben wird....und dort ...freies Spiel. Ein anderer Trainingsteil....z.B. das Techniktraining zur Erlernung von Grundtaktiken beziehe ich nicht darauf. Ich denke, dass unter dem Strich hier das spielerische Erlernen global angesprochen ist, um weg von stupiden Ausbildungseinheiten zu kommen.
Das klingt exakt wie Horst Wein: Der schreibt auf S.339f:
Zitat
Interessant und motivierend bleibt der Vereinsfußball für die Kinder, wenn sich die Juniorentrainer am Straßenfußball früherer Tage orientieren und diese Philosophie in das Vereinstraining übertragen.
(Hervorhebung durch mich)
Zitat
Die in diesem Lehr- und Lernmodell vorgeschlagenen Inhalte....sind eine neue und effektivere Form des klassischen Strassenfußballs, der alles enthält was Kinder fasziniert und motiviert:
- Spiel mit wenigenSpielern in einer Mannschaft und verschiedener Zahl von Mit- und Gegenspielern, die sich jederzeit ändern können.
- variable Spielregeln, die den augenblicklichen Gegebenheiten immer angepasst werden, damit das Spiel für alle weiterhin interessant bleibt...
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Don Quijote« (9. September 2011, 23:32)
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